Besitzer des Hauses Flurstück Nr.36 in Verrenberg
Links: Aufnahme von 2005, die zeigt wo früher die Häuser 36 und 37 standen. Die Scheune auf der
linken Bildseite entspricht dem Gebäude 36(1/2)a.
Rechts: Aufnahme von 1926
Links: Aufnahme von 1992. Das Haus 37 ist bereits abgerissen.
Rechts: Ausschnitt aus einer Fotografie ca. 1960
Links: Karte von 1818
Rechts: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die
Lage des Hauses im Ort erkennen.
Die Bewohner
Beide Haushälften
War vor 1772 die Familie Wied auf den Häusern Nr. 37
und 36? Zwei Schwestern aus der Familie Wied heirateten 24.04.1736 die Brüder
Johann Georg Ilg und Matthäus Ilg. Alle vier kamen aus Schwöllbronn, die Hochzeit war aber in Verrenberg. Hatte der
Brautvater nach Verrenberg geheiratet?
Haushälfte 1
Johann Michael Ilg verkauft 1823 an seinen Sohn Michael Ilg die
zweite Hälfte seines Hofes um 2400fl.
Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurden als Eigentümer
Michael Ilg genannt. Von seinen 11 Kindern überlebte nur Eva Louisa Elisabetha.
1843 verkauft Michael Ilg sein Guth an seinen angehenden Schwiegersohn
Georg Adam Wied um 3600fl. Interessant sind die hier aufgezählten Tiere:
- 3 Kühe
- 1 dreijähriger Stier
- 3 ...linge
- 1 Kalb
- 2 Schweine
- 4 Gänß
- 2 Hühner
Nach dem Tod von Eva Louise Elisabetha Wied geb. Ilg heiratete ihr Mann Georg Adam Wied
1848 erneut. Daraufhin übernahm Michael Ilg erneut die Haushälfte.
Im Gemeinderathsprotokoll liest sich das so:
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 04.April 1849 liest sich das so:
Gemeindepfleger Ilg trägt vor
Dadurch, daß meine Tochter starb, ververheirathete sich mein Tochtermann anderwärts hin, und ich war genöthigt mein früheres Haus und die
Hälfte meiner früheren Liegenschaft wirder zu Selbst Adminstration zu übernehmen.
Unter diesen Umständen ...
|
Georg Adam Wied starb 1849, seine zweite Frau 1850.
Auch in diesen Ehen überlebte "nur" eine Tochter - Catharina Christina Wied.
Im Schätzungsprotokoll von 1861 steht wieder der Schwiegervater Michael Ilg
Durch die Heirat 1863 von Catharina Christina Wied mit
Johann Georg Weippert kam dieser auf die Haushälfte. Er zog 1868 mit seiner
Familie nach Schwöllbronn.
Der Besitzer der anderen Haushälfte Christian Friedrich Mezger kaufte nun auch diese Hälfte
- die Teilung des Hauses war damit beendet.
Haushälfte 2
Johann Michael Ilg verkauft 1821 an seinen Sohn Andreas Ilg eine
Hälfte seines Hofes um 2400fl.
Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurden als Eigentümer
Andreas Ilg genannt.
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Leider fehlen die folgenden Seiten, bei Bedarf bitte selbst im Ortsarchiv nachsehen. |
1847 verkaufte Andreas Ilg sein Guth an seinen angehenden Schwiegersohn
Christian Friedrich Mezger.
Wieder beide Haushälften
In einem Nachtrag zum Feuerversicherungsbuch (1869) stehen 1875 Christian Mezger jun. und senj. als Besitzer
je einer Hälfte des Hauses. 1889 ist dann der Schwiegersohn bzw. Schwager
Johann Christian Brand als alleiniger Besitzer eingetragen.
Er hatte 1887 Katharina Christina Sophia Friederika Mezger geheiratet.
Im Feuerversicherungsbuch von 1896 wird Johann Christian Brand
als Besitzer des gesamten Hauses genannt.
1965 siedelte sein Enkel, Fritz Brand dann aus und verkaufte das Haus an Eugen Braun.
Bauliche Entwicklung
Bei einer Aufnahme durch das Freilandmuseum Wackershofen 1992 wurde das Gebäude auf das 16.Jahrhundert geschätzt.
Als die Zeichnung des Pfedelbacher Maler Creutzfelder um 1670 entstand, müssen die Häuser 36 und 37 vorhanden gewesen sein.
Vermutlich waren es die hier eingezeichneten.
Bild links: Zeichnung von 1861 (das Haus war noch geteilt)
Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
| Name |
Beschreibung des Gebäudes |
Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile |
Versicher- ungs- anschlag |
Classe |
Umlage Capital |
Bemerkungen |
| Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke |
Länge, Breite, Höhe |
Gelaße |
Dachdeckung |
Umfassungs- und Giebelwände |
Feuergefährliche Einrichtungen |
als unzer- störbar |
wegen des Anspruchs auf Baubeiträge |
| heizbare Zimmer |
gegypste Kammern |
gewöhnliche Kammern |
Küchen |
Stallungen |
sonstige Gelaße |
| Christian Metzher |
Ein einstockiges Wohnhaus auf hohem Sockel von Stein und Fachwerk mit Giebedach |
44' 29' 9,5' 20' |
2. |
|
2 |
2 |
|
1 gew. Keller 2 Dachböden mit 4 Kammern |
Ziegel |
gem. Fachwerk |
Backofen .ähe |
Fundament gew. Keller u. Sockelmauern |
--- |
1200 |
IV |
1500 |
alter Anschlag 950f.. (1861) |
Im Jahr 1889 scheint es größere bauliche Änderungen gegeben zu haben.
1869 wird von einem einstockigen, 1896 von einem
zweistockigen Wohnhaus gesprochen.
In einem Nachtrag des Feuerversicherungsbuch heist es 1889:
- der nördliche Teil des dieseits einstockigen Wohnhauses von Stein u. Fachwerk mit Giebeldach.
- der südliche Teil des einerseits einstockigen nach vorne zweistockigen Wohnhauses von Stein u. Fachwerk.
1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein zweistockiges Wohnhaus im obern Dorf von gemischter Bauart mit Giebeldach und Zwerchhaus an der Westseite."
Der Versicherungsanschlag betrug 4000 Mark.
1911 wurde eine elektr. Anlage mit drei Glühlampen eingebaut.
Inzwischen wurden beide Häuser abgebrochen. Lediglich der gewölbte Keller des Haus Nr.36 ist noch vorhanden.
Bild links: "Ich Michael Ilg Rosina Ilg 1859"
Bild rechts: "Heiligenpfleger von Verrenberg"
Vermutlich besteht zwischen beiden Sandsteinen kein Zusammenhang!
Der Eintrag im Primärkataster von 1833
Nachtrag zum Primärkataster - Ergänzungskarte zum Primärkataster
Quellennachweis.
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Freilandmuseum Wackershofen: Inventarisationsbogen (1992) und Bildarchiv
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869