Verrenberg HistorischDie Familie Johann Leonhard Weiß
(1814-1887) in Verrenberg

Johann Leonhard Weiß möchte heiraten - 1848
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 07.Juli 1848 liest sich das so:
Johann Weiß ( Hall ) bittet um die Erlaubniß zu seiner Verheirathung mit Maria Dorothea Schneider 25. Jahre alt von Niedernhall.
Er selbst besizt ein entsprechendes Vermögen und gutes Prädikat, und was seine Braut betrift, so ist ihr ebenfalls ein gutes Prädikat und der Besiz von 123f. 58x bezeugt.
Bittsteller ist zu selbstständiger Ausübung der Landwirtschaft persönlich befähigt und da hiernach nicht ein Fall vorliegt, wo der Bürgerausschuß um seine gutächterliche Äusserung gefragt werden muß, so wurde
Beschlossen
Dem Johann Weiß Heiraths Erlaubniß zu ertheilen und anzusezen
Annahme Gebühr der Braut 5f.
Feuer Eymer und Obstbaum Surrogat 2f. 42x
Nachtwacht Surrogat 6f.
Aufwärterlohn 6x


Laut einem Nachtrag am linken Rand von 1849/50 hat das Surrogat für die Nachtwache nicht bezahlt, sondern diese gehalten.
Es scheint, dass Johann Leonhard Weiß zuvor in Schwäbisch Hall lebte, aber noch sein (angeborenes) Verrenberger Bürgerrecht hatte

Johann Leonhard Weiß erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Heirat - 1848
In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: Geburt
Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: Verheurathung im Juni 1848
Art und Zeit des Austrittsaus dem aktiven Bürgerrecht: 1854
Bemerkung: nach Amerika

Johann Leonhard Weiß wird Pfleger der Eva Rosina Gerbig - 1850
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 12.August 1850 liest sich das so:
Wirdt der Pfleger Johann Weiß vor das Kindt des Leonhard Gerbig von dem Weisen Gericht und Gemeinderath Bestädigt, und wirdt heute sogleich nach der Vorschrift verpflichtet

Johann Leonhard Weiß möchte einen Schweinestall bauen - 1856
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 28.August 1856 liest sich das so:
Es erschien Johann Weiß von hier und trägt vor:
Ich habe meinen Schweinstall neben der Scheuer des Leonhardt Schumacher stehen welcher mir sehr weit von meinem Hause entfernt, und mir sehr schwierig ist, solchen in dieser so weiten Entfernung für meinen Gebrauch zu benüzen.
Behufs zu meiner Bequemern Einrichtung zum Gebrauch dessen habe ich mich entschlossen genannten Schweinestall abzubrechen und solchen etwa 10 Schuh entfernt hinter meinem Wohnhaus aufzubauen worüber ich den Wohl. Gemeinderath um Bauerlaubniß und Genehmigung dessen dringenst bitte.
Auf dieses Gesuch hat sich Schulth Lay und Gemeinderath Mugele an Ort und Stelle begeben, und Einsicht von der Sache genommen wobei sich ergeben hat daß die Angabe des Bittstellers begründet und Entschluß zum Vortheil für ihn erscheint.
Die Angrenzenden Nachbarn wo dieser Schweinstall aufgebaut werden solle Peter Geist und Johann Käppler, beide wurden vorgerufen, und darüber verständigt. Geben an, wir wissen nichts gegen dieses Gesuch zu ...., und kann von unsrer Seite aus dem Bittsteller Bauerlaubniß ertheilt werden was wir hiermit unterschriftlich anerkennen.
Beschluß
Da das Vorhaben des Bittstellers von der Einsichts Behörde für begründet sich erfunden und ein Schweinstall mit einem Steineren Stok keine Feuergefährlichkeit einverleibt ist dem Bittsteller seinem Gesuche statt zu geben unter Vorbehalt zuvor die Genehmigung des K. OberAmts einzuholen.
Johann Leonhard Weiß bewohnte die linke Hälfte des Hauses Nr.18.
Peter Geist in der rechten Hälfte des Hauses Nr.18
Johann Käppler im Haus Nr.16

Johann Leonhard Weiß möchte als Polizeidiener eine Besoldungserhöhung - 1860
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 11.Februar 1860 liest sich das so:
Dem hiesigemn Polizeidiener Weiß hatte schon öfters um einen Beitrag rept. Besoldungserhöhung für das was an Polizeisachen betrifft zu verwilligen nachgesucht.
Hierüber wurde Berathung gepflogen und einstimmig
Beschlossen
Zu dem jährlichen Gehalt von 5f. welche bisher bezogen worden sind einen Betrag von 5f. zu verwilligen mit dem Anfügen daß der Polizeidiener jährlich 10f. Besoldung aus der Gemeindekasse und zwar vom 1.Juli 1859 an auf seine Amtsdauer zu beziehen aber auch da sein Gehalt erhöht worden ist seine Funktion pünktlich nachzukommen habe was demselben zu eröffnen ist.

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1501 Band 6)
Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis aktiver Bürger ab 1828