Verrenberg HistorischDie Verrenberger Dorfkelter (Haus Nr. 24)

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Das Bild links zeigt die Dorfkelter auf einer Zeichnung des Malers Creutzfelder von 1670.
In der Mitte sehen Sie einen Ausschnitt einer Karte von 1818 mit einem Gebäude dahinter (auf Flur Nr.259). Es gehörte vermutlich Georg Weber.
Der Ausschnitt rechts von 1833 zeigt die Keltern ohne ersichtliche Änderungen. Das Gebäude dahinter fehlt nun.
Dorfkelter in Verrenberg, 1670 Ausschnitt einer Verrenberger Karte von 1818 zu Haus Nr. 24 - Die Dorfkelter Ausschnitt aus dem Primärkataster von 1833 zu Haus Nr. 24 - Die Dorfkelter

1670 Auf der Zeichnung Creutzfelders ist die Dorfkelter und zwei weitere Keltern zu sehen.
1833 Der Eintrag im Primärkataster von 1833 zeigt als Eigentümer noch das Haus Hohenlohe-Bartenstein.
Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 24 - Dorfkelter
1837 Im Hohenloher Zentralarchiv werden für Verrenberg 3 Keltern erwähnt, die Dorf-, die Berg- und die Wiesenkelter. Mit Bergkeltern ist die Staigenkelter gemeint. Besten Dank an Herr Beuter
1848 Die Kelter hat 3 Böth. Der Wert der Kelter wird auf 1725fl. geschätzt. Inhaber ist die Herrschaft Bartenstein.
Quelle: HZA Neuenstein Ba 70 Bü 538
1848/49 Der Kelterbann fällt. Die Dorfkelter geht vom Besitz der Herren von Hohenlohe-Bartenstein über in den der Gemeinde.
1862 Georg Friedrich Schanzenbach wird Kelterofficiant in die Verrenberger Dorfskelter
1863 Christoph Adam Layh gibt sein Amt als Kelterofficiant ab. Sein Nachfolger wird Karl Friedrich Hägele.
1869 In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zur Dorfkelter
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Gemeinde die einstockige Dorfkelter von Fachwerk mit Walmendach

3 Biethen
80,5'
49,5'
9'
26'
          1 Kelter mit Ziegel
1 Kelterstube
3 Biethen
Ziegel gem. Fachwerk Kamin

Baumbiethen
Fundament u. Sockelmauern --- 1950
1800
III 1950
1800
alter Anschlag 600f.
1125
(1861)
1873 Karl Friedrich Hägele verliert, aufgrund eines Vergehens, seinen Platz als Keltermann. Sein Nachfolger wird Johann Leonhard Weiß, der zuvor dieses Amt in der Wiesenkelter inne hatte.
1875 Für die 3 Keltern des Ortes werden auf Kosten der Weinzehntpflichtigen Erdöl-Lampen angeschafft.
1879 Nach dem Tod von Georg Friedrich Schanzenbach ist sein Amt als als Keltermann neu zu vergeben. Sein Nachfolger wird Georg Peter Frank, der zuvor dieses Amt in der Staigenkelter inne hatte.
1881 Alle drei Keltern des Ortes gehen aus dem Besitz der Weinbergsgenossenschaft in den Besitz der politischen Gemeinde Verrenberg über!
1881 Am Biet beim Kelterstüble, den der Kelteroficiant Johann Leonhard Weiß besorgt, sind die Vorderdaken abgefault und müssen durch neue ersetzt werden.
1884 Das Dach der Dorfkelter ist teilweise noch schadhaft, nachdem dasselbe teilweise vor einigen Jahren schon ausgebessert wurde. Den Auftrag erhält der Zimmermeister Schuppert aus Waldbach. Nachdem die genannten Zimmererarbeiten erledigt sind, muss wieder neu eingedeckt werden. Diese Arbeit wird an den Maurer Figger aus Bitzfeld vergeben. Dieser muß 6 Jahre Gewährleistung bringen.
1886 Am Biet den der Keltermann Johann Michael Peter Bort geb. Frank bedient müssen die Vorderdoken untersucht werden, ob diese abgefault sind.
1888 In der Staigenkelter sind in dem Biet gegen dem Staigenäckerle die Hinterdoken schadhaft deßgleichen sind in der Dorfskelter in dem Biet des Peter Frank die Vorderdoken schadhaft, diese beiden Doken sollen aufgegraben und das Aufgraben im öffentl. Abstrich vergeben werden.

Michael Bort liefert, da er im eigenen Wald geeignete Bäume hiezu besitzt, 2. Vorderdoken. Die Lieferung hat nach dem angegebenen Maß des Zimmermanns nach Länge und Stärke innerhalb 8 Tage vor die Dorfskelter zu geschehen
1888 Nach dem Tod von Johann Leonhard Weiß kam Johann Georg Schluchter als Keltermann. Er war zuvor in der Wiesenkelter.
1893 Die Presse an der Kelterstube ist schadhaft (sogenannte Bietschalen) und soll repariert werden.
In einem Nachtrag heist es dann, da keine große Traubenernte erwartet wird, wird die Reperatur auf später verschoben.
1894 Nachdem die 3.te Presse repariert ist und eine große Ernte an Weintrauben erwartet wird, muss ein 3ter Keltermann in der Dorfskelter angestellt werden.
Christian Görz wechselt von der Staigenkelter hier her.
1896 Das südlich gelegene Kelterbiet ist schadhaft (mehrere sogenannte Bietschalen sind schadhaft). In Waldbach wird eine passende Eiche um 70M angekauft.
1919 Die Dorf und Steigenkelter sollen zum Aufbewahren von Landwirtschaftl. Geräten und Maschienen nach Beendigung der Herbstgeschäfte den hiesigen Landwirten zur Verfügung gestellt werden.
1923 beschließt der Gemeinderat die Dorf- und die Staigenkelter als baufällig abzugeben. Nur die Dorfkelter wird mit einer hydraulischen Presse, Elektromotor und elektr. Licht wieder neu aufgebaut.
1925 wird eine Aufstellung der Schulden gemacht, die im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der Dorfkelter angefallen sind.
In diesem Jahr wurde auch ein Turnverein in Verrenberg gegründet, der als "Turnhalle" einen Anbau an der Dorfkelter nutzte.
ca. 1939-1945 Über die Zeit des 2.WK gab es in Verrenberg einen Kindergarten. Dieser war in der Dorfkelter untergebracht.
Er sollte in den Sommermonaten die Betreuung der Kleinkinder übernehmen, um die Bauern in der Erntezeit zu entlasten. Als Kindergärtnerinen wurden die Frauen Marianne Sonnwald und Ilse Schultheiß (Weißlensburg) genannt.
1950 gehörten die Verrenberger mit zu den Gründern der Weinkellerei Hohenlohe in Pfedelbach. Gekeltert wurde zunächst weiter in der Dorfkelter. Abgefüllt und vermarktet wurde der Wein in Pfedelbach. Später wurde dann die Kelter als solche aufgegeben. Jahrelang diente sie nur noch als Lagerschuppen.
1991 der langersehnte Umbau zu einem Dorfgemeinschaftshaus.


Nachtrag zum Primärkataster 1877 - Bild von 2005

Lageplan der Verrenberger Dorfkelter 1877 Verrenberger Dorfkelter 2004

 

Quellennachweis.

Buch "Öhringen Stadt und Stift"
Staatsarchiv Ludwigsburg: F 192 II / Bü 1527; Schuldenwesen der Gemeinden, Gde. Verrenberg
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
HZA Neuenstein Ba 70 Bü 538
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle