| Durch das ihm heurigen Spätjahr hier abgebrannte Armenhaus sind wir in die Lage gesezt,
daß wir für die vielen Obdachlosen Armen wieder ein Obdach aufbringen, die Erben der verstorbenen Christina Zorn
besizen ein Haus mit einer daran hängenden Scheuerlein welches sich zu diesem Zwek eignen würde. Der Gemeinderath und Bürgerausschuß hat daher einstimmig Beschlossen Dem Gemeindepfleger Mugele den Auftrag zu ertheilen, oben erwähnte Geb...lichkeit für die hiesige Gemeinde um einen entsprechenden Preis anzukaufen. Denn es ist voraussichtlich dass man 12 - 15 Personen darin unterzubringen hat, es scheint doch besser zu sein ein Haus anzukaufen als die Armen in Miethzins unterzubringen all.. es schon im hies. Orte an Miethwohnungen fehlt |
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Erschreckend ist die hier genannte Zahl von 12-15 obdachlosen Armen im Ort, die untergebracht werden müssen! Das Haus war mit so vielen Personen recht eng besetzt. |
| In dem hiesigen Armenhaus befinden sich 2. Weibspersohnen welche noch zwar mit
verschiedenen Kräften Arbeitsfähig sind nehmlich Agatha Wieland Barbara Schäffner und Dorothea Schäffner bei den gegenwärthigen hohen Taglöhnen wird es denselben wohl möglich eine kleine Hausmiethentschädigung an die Gemeindekaße zu bezahlen und es wird ihnen deßhalb ihren Kräften entsprechend folgende Hausmietentschädigung angesetzt Wieland pro Monat 2M Barbara Schäffner 1M Dorothea Schäffner 50Pf Dies wird denselben mit dem Anfügen eröffnet, daß im fall sie dieß nicht bezahlen wollten so hätte sie sich in anderwärtiges Unterkommen zu verschaffen. Obige Hausmiethentschädigung wird ihnen blos auf das Sommerhalbjahr und zwar vom 15.Mai bis 15.Nov 1876 angesetzt |
| die in geringem Vermögensverhältnisse lebende
Karoline Gaßmanns Witwe und bittet um Einziehung in das hiesige Armenhaus um eine billige Hausmiethe zu erhalten. Da außer der Kränkl. Led. 75 Jahre alten Agate Wieland Niemand im Armenhause wohnt wird Beschlossen Die Gaßmanns Witwe in das Armen Haus einziehen zu lassen mit der Auflage, daß dieselbe jährlich 8M acht Mark Hausmiethe zu bezahlen habe, und die Agate Wieland im Fall einer Krankheit zu verpflegen |
| Das hiesige mitten im Dorf stehende sogenannte Armenhaus, wird seit Lebzeiten seiner Bestimmung gemäß nicht mehr bewohnt, nachdem dieses Jahrelang nicht mehr benützt war, ... |
| Wie die folgenden Einträge im Gemeinderatsprotokoll zeigen, scheint die Witwe doch wo anders unter gekommen zu sein. |
| Das hiesige mitten im Dorf stehende sogenannte Armenhaus, wird seit Lebzeiten seiner
Bestimmung gemäß nicht mehr bewohnt, nachdem dieses Jahrelang nicht mehr benützt war, hat sich infolge Wohnungsmangel doch wieder ein Liebhaber
gezeigt so daß die Gemeinde nun wieder einigermasen auf ihre Rechnung kam. Mit dem Armenhauszusammenhängend ist die Gemeindescheuer und aus
diesem Grund seit einiger Zeit des Anwesen sehr begehrt. Mit Rücksicht darauf daß hier keinerlei Hilfsbedürftige oder Obdachlose überhaubt keine Ortsarme vorhanden sind, das Bauwesen sehr Reperaturbedürftig und für die Gemeinde nicht Rentabel ist und durch die Veräuserung des Anwesens selbstständigen Betriebs ermöglicht wird beschluß Der Gemeinderat den Verkauf des Armenhauses und die Vorlage eines Protokollauszugs dem Oberamt |
| In Ausführung des Beschlußes vom 10.Juli d.J. S.403 ist aus dem Grundbuchheft No.84
Geb.No. 13 Wohnhaus mit Scheuer mitten im Dorf eingetragene Grundstück 3 mal im öffentl. Aufstrich zur Versteigerung gebracht worden,
und es wurden in dem letzten Versteigerungstermin am 15. Okt 1919 auf betr Gebäute unter der Bedingung daß der Kaufpreis zu 5% vom
Zuschlagstag an zu verzinsen und gegen 1/2 jährl. Kündigung zu bezahlen ist, daß die Summe vom 1. April 1920 an von dem steigerern zu
leiden ist, und daß sämtliche Kosten der Steigerer zu tragen hat, angeboten von Frau Rösle Werner hier 2500M Beschluß Der Gemeinderat ist der Überzeugung daß ein weiteres Ergebnis nicht mehr zu erziehlen ist und schlägt vor 1. Dem Bezirksrat um Genehmigung dieses verkaufs Bebäude No. 13 an Frau Rösle Werner um 2500M zu ersuchen 2. Den Gemeindepfleger Carle zur Vornahme der zur Übertragung des Eigentums an Werner erforderlichen Rechtsgeschäfte zu ermächtigen. |
Bild links: Zeichnung von 1861| Name | Beschreibung des Gebäudes | Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile | Versicher- ungs- anschlag | Classe | Umlage Capital | Bemerkungen | |||||||||||
| Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke | Länge, Breite, Höhe | Gelaße | Dachdeckung | Umfassungs- und Giebelwände | Feuergefährliche Einrichtungen | als unzer- störbar | wegen des Anspruchs auf Baubeiträge | ||||||||||
| heizbare Zimmer | gegypste Kammern | gewöhnliche Kammern | Küchen | Stallungen | sonstige Gelaße | ||||||||||||
| Gemeinde | Das einstockige Armenwohnhaus mit angebauter Scheuer von Fachwerk mit Giebeldach | 22' 22,5' 9' 14' 34' 22,5' 12,5' 14' |
1. | 1 | 1 | 2 Dachböden mit 1 Kammer 1 Tenne 1 Stall |
Ziegel | gem. Fachwerk | Backofen | Fundament u. Sockelmauern | --- | 450 400 |
IV | 562 500 |
alter Anschlag 425f/325f. (1861) |
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| ... wurde über das schon längere Jahre unbewohnt und bereits baufällig gewordene Gemeinde Armenhaus verhandelt und ... |
| ... das Bauwesen sehr Reperaturbedürftig ... |
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