Verrenberg HistorischBrunnen in Verrenberg




Der Dorfbrunnen Brunnen allgemein


 

Der Dorfbrunnen




Karte mit Rohrbrunnen - Verrenberg Haus 50 mit Dorfbrunnen in Verrenberg Brunnen vor Haus 50 in Verrenberg Brunnen vor dem Haus Nr.47 - Verrenberg Der Dorfbrunnen (1), auch Rohrbrunnen (oder "Röhrle") genannt, stand bis zum Ausbau der Straße 1972 vor dem Haus Nr. 50. Wann er errichtet wurde ist unbekannt.

Gespeist wurde er durch eine unterirdische Leitung, die vom Brunnen vor dem Haus Nr.47 (2) kam.
Auf dem Bild rechts erkennt man links vom Ehepaar Werner diesen Brunnen.
Das Wasser dieses Brunnen gelangte in den unteren Feuersee.


Der zweite Trog des Gemeindebrunnen soll ersetzt werden - 1863
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 10.August 1863 findet sich folgendes:
Bei dem im Frühjahr 1863 abgehaltenen Ruhgericht wurde Re..esirt daß da ein Theil Trog in dem Gemeindebrunnen zu ersezen sei die bürgerlichen Collegien haben aber hierüber verwundert, daß sie es für unnöthig erachten, daß wieder ein zweiter Trog angeschaft werde und zwar aus dem Grund, weil wenige Viehbesitzer durch das Viehtrenken diesen Brunnen benüzen, undsich in hiesigen Orte eine bedeutende Anzahl Pumpbrunnen befinden
, welche zum Viehtrenken benüzt werden.
Und wird deshalb
Beschlossen
Die Anschaffung eines 2ten Brunnentrogs zu unterlassen


Bei der Begehung der Wegstrecke Bitzfeld - Verrenberg wurden 1872 folgende Mängel festgestellt:
- Vor dem Rohrbrunnen sollte ein Pflaster angebracht werden.
- Auch der Wassergraben daneben sollte ausgeschlagen werden, um eine Entwässerung der Straße zu ermöglichen.
- An der selben Stelle dringt Quellwasser aus der Straße hervor. An dieser Stelle befindet sich das Gemeindehaus und die Gemeindescheune.

Verrenberger Dorfbrunnen 1873
Die Zeichnung zeigt den Dorfbrunnen 1873.

Um den Gemeindebrunnen herum soll gepflastert werden - 1875
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 02.Februar 1875 findet sich folgendes:
Vor dem Rohrbrunnen soll die Plasterung und von da an noch ein Stück Kandelpflaster vom Rohrbrunnen aufwärts zus. ca. 50qm dieses Frühjahr gemacht werden.
Sämtliche Arbeiten samt anschaffung des Materials soll dem Pflasterer B... von Oehringen welcher ein Offert für den qm von 2fl. gestellt hat überlassen werden.
50. Roßlast Steine sollen von der Wette bis zum Rohrbrunnen zur Beifuhr verakordirt werden.


Dorfbrunnen vor Haus Nr.47 Karte mit Rohrbrunnen - Verrenberg Das Bild links zeigt den Brunnen vor dem Haus Nr.47.
Er speiste auch den Dorfbrunnen vor dem Haus Nr.50.

Die Karte links zeigt die Lage des 1889 an neuer Stelle erbaute Haus Nr.50.
Davor der Gemeinde- oder Rohrbrunnen.


Der Wasserstand im Gemeindebrunnen ist sehr nieder - 1893
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 15.September 1893 findet sich folgendes:
Der Gemeindebrunnen (Rohrbrunnen) läßt in seinem Wasserstand nach, nach Untersuchung des Fronmeister Frank wird es Hauptsächlichbei der Gegenwärtig und schon längere Zeit herschenden trokenen Witterung am Wasserstand fehlen wozu namentlich die Mosterei des David Scholl und das Faßeichen dazu beitragen mag, es wird beschlossen:
Einen besseren Wasserstand abzuwarten wodurch sich vieleicht den Übelstand von selbst heben wird.
1893 kam es durch die Trockenheit auch zu massivem Mangel an Futtermittel.

Das vom Dorfbrunnen überlaufende Wasser soll in Rohre gefasst werden - 1898
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 28.April 1898 findet sich folgendes:
Auf Antrag des Oberamtswegemeister Wolf soll das Wasser neben der Ortsstraßen vom Rohrbrunnen bis zum Feuersee in Cement Röhren abgeleitet werden.
Beschluß
Die Cement Röhren nach Vorschrift bei Gybser Meister Dietz in Oehringen zu bestellen und die Beifuhr im Abstrich zu vergeben.
Die nöthigen Sandblatten und Untersteine hiezu sollen gleichfalls im Abstrich zur Beifuhr vergeben werden

Der defekte Dorfbrunnen soll neu hergerichtet werden - 1900
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 02.Januar 1900 findet sich folgendes:
Der Gemeindeorts Rohrbrunnen welcher seit längerer Zeit defekt ist, soll wieder neu hergerichtet werden, es wird daher
Beschlossen
Die neue Herstellung samt der Lieferung der Röhren und Brunnenstok dem Friedrich Offner Bronnenmacher von Bitzfeld zur Fertigung mit Garantie von 3.Jahren nach Übereinkunft zu übergeben.


Durch das Graben der Wasserleitung 1953 versiegte der Brunnen dem Haus Nr.50.
Beim Ausbau der Ortsstraße 1972 musste auch der Dorfbrunnen weichen.

 

Brunnen allgemein




In den Feuervericherungsbüchern werden auch immer wieder Brunnen erwähnt. Hier eine kleine Übersicht, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

In einem Interview mit Hermann Ungerer sagte dieser 1994 zum Thema Wasser folgendes:
"Wasser haben wir erst gekriegt 1953. Vorher war in jedem Haus ein Brunnen. Da drüben waren zwei Brunnen, einer im Stall und einer in der Küche. Da hinten habe ich noch einen stehen. Jeder Haushalt hatte einen eigenen Brunnen".

Im Baugesuch von 1873 wird ein gemauerter Brunnen in der Nähe des Anbaues des Haus Nr.42 erwähnt
Entsprechendes ist auch vom Haus Nr.54 überliefert. Es gab einen Brunnen im Stall, einen in der nördl. Haushäfte und zudem einen Brunnen im Hof für die südl. Haushälfte.
Auf dem Hof Nr.55 gab es gar vier Brunnen. Auch im Oberdorf hatte neben dem Haus Nr.37 (Bild unten) auch das Nachbarhaus Nr.36 einen eigenen Brunnen, obwohl er hier nicht verzeichnet ist.
Vor dem Haus 15 ist ebenfalls ein Brunnen nachgewiesen.

So scheint es, dass (fast?) jedes Haus mindestens einen Brunnen hatte. Wo die Brunnen ausserhalb des Hauses liegen, könnte der Grund sein, dass ein älterer Bau eben an dieser Stelle stand. Wie gesagt reine Spekulation.


Brunnen vor Haus 62 in Verrenberg Brunnen vor Haus 37 in Verrenberg Brunnen vor Haus Nr.37 in Verrenberg
Hier aus diversen Plänen mal die Darstellung von zwei Brunnen herus gegriffen.
Bild rechts: Der zum ehemaligen Haus Nr.37 gehörige Brunnen.

Brunnen bei Haus Nr.40

Folgender Eintrag im Schultheißen-Amt Protokoll zeigt, dass es weit mehr Brunnen gab, als in alten Plänen ersichtlich.
Streitsache zwischen Eberhard Fischer und Christian Kühner - 1914
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 16.Januar 1914 heist es:
1. Es erscheint Christian Kühner von hier u bringt vor, der miteigentümer des gemeinschaftl. Brunnens Eberhard Fischer hat mir den näher gehenden Weg der mir schon 32.Jahre offen stand durch eine Blanke abgespert ich verlange daß mir dieser Weg auf welchem ich schon seit diesen Jahren mein Wasser hole freigegeben wird
2. Eberhard Fischer vernommen
derselbe erklärt der Fußweg auf welchem Kühner sein Wasser holt ist mein Eigentum da der betr. Weg uneben u Abhängig ist könnte Kühner leicht einmal etwas zustehen u ich wäre bei einem Unfall der da vorkommen könnte Haftbar dafür u Schadenersatz pflichtig, um diesem vorzubeugen habe ich diesen Weg abgespert wenn ihm aber Kühner schriftlich gebe daß er im fall ihm ein Unfall zustoße keine Ansprüche an Schadenersatz von Fischer verlange.
Eberhard Fischer trägt darauf hin an daß sämtl. Wasser in Stall und Küche auf diesem Weg abgeholt werden müsse.
Beschluß
Dem Eberhard Fischer schriftlich zu geben daß er in keinem Fall Schaden ersatz für Kühner ausbezahlen werde
Eberhard Fischer wohnte im Haus Nr.40.
Christian Kühner wohnte im Haus Nr.43


Brunnen vor dem Haus Nr.15

Brunnen vor dem Haus Nr.15 in Verrenberg mit Johann Christian Vogg Brunnen vor dem Haus Nr.15 in Verrenberg mit Johann Christian Vogg

Brunnen bei Haus Nr.19, 20, 21 und 45

Folgender Eintrag im Schultheißen-Amt Protokoll zeigt,
Die Brunneneigner müssen das Wasser ableiten - 1903
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 17.August 1903 heist es:
Nachgenannte Bronnenteilhaber nehmlich
Jakob Sebbach
Johann Heinrich
Georg Schanzenbach
wird hiermit bei Strafvermeidung eröffnet, daß dieselben das Oberwasser ihres Brunnens in einer Cemmentdole oder Candel abzuleiten haben
Termin bis 7.September d.J.
Jakob Sebbach wohnte im Haus Nr.19 und hatte das Haus Nr.20 in Besitz.
Johann Heinrich wohnte im Haus Nr.45.
Georg Schanzenbach wohnte im Haus Nr.21.
Verrenberg: Karte des Brunnen bei Haus 19


 

Quellennachweis.

Staatsarchiv Ludwigsburg F192 II Bü 1200
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Buch: Marski, Ulrike und Albrecht Bedal:
So war's im Winter. Erinnerungen an die kalte Jahreszeit auf dem Land im schwäbisch-fränkischen Raum.
Verein Hohenloher Freilandmuseum, 1995. 278 S. 4°, OKart. ISBN: 3927374156 (EAN: 9783927374157 / 978-3927374157)
Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Hohenloher Freilandmuseum Schwäbisch Hall - Wackershofen Dezember 1994 bis Juni 1995.
Mit zahlreichen Abbildungen. Kataloge und Begleitbücher des Hohenloher Freilandmuseums,