Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.33 in Verrenberg

Links: Aufnahme von 2005 - Stein über dem Kellereingang   Mitte: Karte von 1818
Rechts: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Haus Nr. 33 in Verrenberg Stein am Kellereingang des Haus Nr.33 in Verrenberg Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 33 Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 33

Die Bewohner

Die Initialien im Sandstein über dem Kellereingang (Bild oben) dürften dem Erbauer des Hauses zuzuordnen sein. Noch lässt sich aber keine klare Zuornung treffen.
Bezeichnet die Jahresangabe 1794 das Datum des Hausbaues?
War Friedrich Ungerer der Erbauer? Im Familienregister heist es, dass er 1797 in Verrenberg bürgerlich wurde. In den Hofverkäufen 1822 und 1826 wurde jeweils sein Ausgeding ausdrücklich fest gehalten. Da seine Ehe kinderlos blieb, hatte er vermutlich seinen Hof im Alter verkauft um vom Käufer im Aler versorgt zu werden.

Vor 1822 war Georg Kimmel auf diesem Hof. In diesem Jahr tauschte er den Hof mit Adam Halt. Das Ausding für Friedrich Ungerer, der Sitz im Haus hat wird geregelt.

1824 verkaufte Adam Halt den Hof an Michael Krämer aus Schwöllbronn um 250fl.


1826 verkaufte Michael Krämer aus Schwöllbronn diesen Hof um 275fl. an Friedrich Kern aus Langenbeutingen.
Es wird noch von einem Recht der Witwe des Friedrich Ungerer erwähnt, das der Käufer übernehmen muss. War Maria Elisabetha Ungerer geb. Söhnle gemeint? Ihr Mann hatte sich 1824 erhängt.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wurden als Eigentümer Friedrich Kern genannt. Von wem hatte er das Gut gekauft? Als er 1868 starb, gab es keine Nachkommen, so das der Hof zum Verkauf stand.

Im Feuerversicherungsbuch von 1869 steht Johann Schanzenbach als Besitzer. Im Nachtrag von 1878 wird dann Johann Jakob Ungerer (sen.) genannt.
Zwei Jahre später, 1880, heiratet sein gleichnamiger Sohn Johann Jacob Ungerer jun. und übernahm den Hof.
Seltsam ist, dass beim Nachtrag zum Neubau (Haus+Scheune) 1880 als Besitzer neben dem Sohn Johann Jacob Ungerer jun. auch dessen Mutter Sophie Ungerer geb. Wolf genannt wird.
Was war mit Ihm (er starb erst 1896)?
Wieder ging der Hof auf den Sohn, Friedrich Christian Ungerer, über. Auch er übergab Haus und Hof an seinen Sohn Wilhelm Ungerer.

Bauliche Entwicklung

Erbaut wurde das Haus um 1794, nachdem ein Brand die alte Behausung zerstört hatte. Der Sandstein über dem Kellereingang zeigt dieses Jahr.
Hinter diesem Keller liegt ein älterer Gewölbekeller, der noch von dem alten Haus stammen dürfte.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johann Schanzenbach Ein zweistockiges Wohnhaus mit angebauter einstockiger Scheuer von Stein und Fachwerk mit Giebedach 23'
29'
15,8'
18'

21'
29'
15,5'
18'
1.   1 1 1 1 geb. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern

1 Tenne
1 Stall
1 Holzplatz
Ziegel 1ste Stock Stein sonst gem. Fachwerk Backofen
1 Giebel getäfert
Fundament Keller u. Sockelmauern --- 700

330
IV 875

437,30
alter Anschlag 400f./200f.
(1861)


Im Gemeinderatsprotokoll vom 20. Januar 1879 wird erwähnt, dass dieses Gebäude am 28.August 1878 abgebrannt ist!
1879 wurde das Haus wieder neu gebaut.

1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein zweistockiges 1879 erbautes Wohnhaus an der Saugasse von gemischter Bauart unter Giebeldach"
Der Versicherungsanschlag betrug 3200 Mark.

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 33

Ergänzungskarte zum Primärkataster

Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 33

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869