Verrenberg HistorischDie Familie Johann Jacob Ungerer
(1855-1944) in Verrenberg


Johann Jacob Ungerer jun. möchte für sich und seine Familie das Bürgerrecht - 1887
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 12.Dezember 1887 findet sich folgendes:
Die hienach aufgeführten Persohnen bitten um Aufnahme in das hiesige Bürgerrecht, dieselben verzichten auf ihr seither gehabtes Bürgerrecht, nehmlich
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10. Johann Jacob Ungerer jun. Bauer geb. am 31.Oktober 1855 in Sauserhof Gem Großbotwar, verheirathet mit Friederike Christiane geb. Mezger geb. am 23. December 1859 in Verrenberg
Vater folgender Kinder
a. Christine Friederike geb. am 9. Juli 1877
b. Friedrich Christian geb. am 5. Februar 1882
c. Katharina Christina g. am 9.Juni 1883
d. Sophie Katharine g. am 3.März 1886
e. Christina Rosina g. am 12.April 1887
bisher bürgerlich in Großbotwar
seit 1880 hier wohnhaft

Nach den vorgelegten Nachweisen sind dieselben
1. Im Besitz der württembergischen Staatsangehörigkeit
2. Im alter über 25. Jahren
3. Entrichten dieselben seit wenigstens __ Jahren aus einem der Besteuerung der Gemeinde unterworfenen Vermögen , Steuer zur hiesigen Gemeindepflege.
Im letzt verfloßenen Rechnungsjahr bezahlten in hiesiger Gemeinde neben der Wohnsteuer an Staatsamtskörperschaft und Gemeindesteuer von Grund, Gebäude und Gewerbe zusammen
...
Zif. 10. Ungerer jun. 52M 37d
...
4.) Liegt bei denselben keines im Art. 14. und 57 des Gesetzes über die Gemeindeangehörigkeit vom 16.Juni 1885 angeführten Mängel vor.
5.) Haben dieselben schon vor dem 1.Januar 1886 das Recht zur Theilnahme an der Wahl zu den Gemeindeämtern auf Grund des Art. 3. Abs. 1. des Gesetzes vom 6.Juli 1849 beseßen.
   Hienach haben die Nachsuchenden Anspruch auf Ertheilung des Bürgerrechts und ist das Bürgergeld anzusetzen nach Gesetz Art. 45. Abs.2. des Gesetzes.
Beschluß
1.) Den vorerwehnten Persohnen Zif. 1-12 das Bürgerrecht in hiesiger Gemeinde zu ertheilen
2.) Denselben anzusetzen für die Verleihung des Bürgerrechts je 3M
3.) Die Ansätze der Gemeindepflege zum Einzug zu überweisen
4.) Eintrag in die Bürgerliste machen zu lassen
5.) Den Gemeinderat der betreffenden Orte wo die nachsuchenden Persohnen seither bürgerlich waren zu benachrichtigen
6.) Den Nachsuchenden Eröffnung zu machen.

Hermann Ungerer erzählt in einem Interview über alte Zeiten - 1994
Im Buch "So war's im Winter. Erinnerungen an die kalte Jahreszeit auf dem Land im schwäbisch-fränkischen Raum" aus dem Jahr 1994 erzählte Hermann Ungerer von seinem Großvater folgendes:

Mein Großvater hat 1898 schon eine Dreschmaschine gekauft. Da mußten vier Mann drehen!
Da gab's noch keinen Göpel damals. Er hat dann zwei oder drei Jahre darauf einen Göpel
gekauft. Aber zuerst mußten vier Mann drehen. Die Dreschmaschine ist 1945 erst verbrannt,
wo der Ami gekommen ist. Bei der sind die Spreu und die Körner unten 'raus gefallen, das
waren nur hinten Stifte und vorne drei Schüttler. Da mußte man wieder putzen. Dafür haben
wir eine Putzmühle gehabt, die ist noch an den Strom drangekommen in meiner Zeit, aber
ganz früher ist sie auch von Hand gedreht worden.

Ich weiß noch, mein Großvater, wo der dann den Göpel gekauft hat zum Dreschen, da hat ihm
der Verkäufer in Öhringen versprochen, daß zwei Kühe den Göpel ziehen zum Dreschen. Wo
sie dreschen wollten, haben die Kühe nach einer halben Stunde dagestanden und haben nicht
mehr ziehen können und haben die Zunge 'rausgehängt und
haben gehechelt. Da ist er nach Öhringen gelaufen, und sagt zu dem, er soll das Gelump
wieder holen, die Kühe ziehen das nicht! Da hat der Chef gesagt, er soll nur wieder
heimgehen, er schickt einen 'raus -das geht. Da ist er wieder heimgelaufen. Eine Stunde drauf
ist einer gekommen mit einem Rucksack und Spazierstöckle und hat so ein kleines Zahnrädle
hinten drüben am Spazierstöckle gehabt. Dann hat der an dem Göpel oben das eine Zahnrädle
'raus gemacht und ein anderes Zahnrädle 'rein gemacht, da ist das anders übersetzt gewesen,
da haben die Kühe den Göpel gezogen. (lacht) Da hat mein Vater oft erzählt, früher, wenn sie
heimgekommen sind von der Schule, da sind sie gerade ins Haus 'rein, die Bücherranzen in
alle Ecken und die Kühe und Göpel hinten nachlaufen, daß die gleichmäßig gelaufen sind.

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle