Verrenberg Historisch

Haus Nr. 9 in Verrenberg (Heute Straße)


Aufnahme von 1926

Aufnahme von 1962 mit neuer Scheune

Aufnahme 2005; Platz, auf dem das Haus einst stand
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 9
Urkataster von 1833
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 9
Karte von 1818

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner

Ältester bekannter Bewohner ist Endres Schön. Er wird 1628 als Vorbesitzer genannt.

1628 wird im Lagerbuch Michael Weber als Besitzer genannt. Vermutlich verkaufte er sein Gut recht früh.

1684 wird im Lagerbuch (S.34b) Oswald Knorr als alleiniger Besitzer genannt. Zu diesem Zeitpunkt stand hier kein Haus, aber eine Scheune. Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
3 Kreuzer "an Geldt" und
"1 Faßnachthuhn"
Seine Tochter Ursula heiratete 1684 Adam Besinger. Er war der neue Eigentümer

1740 wird im Lagerbuch der gleichnamige Sohn Adam Besinger als alleiniger Besitzer dieser "öden Hofstatt" genannt. Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
 3 Kreuzer "an Geldt" und
12 Kreuzer "Vor Eine Faßnacht Huhn"

Von Adam Besinger heist es, dass er um 1785 vergantet wurde - d.h zwangsversteigert.

Vermutlich um 1777 ging der Platz auf seinen Schwiegersohn Johann Leonhard Wirkner über.
Der nächste Eintrag von 1800 bezieht sich auf seinen Schwiegersohn Georg Michael Ahles. Da dieser zum gleichen Zeitpunkt auch das benachbarte Haus Nr. 7 übernahm, steht zu vermuten, dass zu diesem Zeitpunkt noch die alte Scheune stand.

Im "Verzeichnis aktiver Gemeinde Bürger" steht, dass Michael Ackermann einen Hof 1785 durch Kauf erworben hat.
Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 werden als Eigentümer die Kinder von Michael Ackermann genannt.
1855 mussten Michael und Margarethe Ackermann den Hof verkaufen.

Im Schätzungsbuch von 1861 wird Johann Leonhard Binhammer als Besitzer genannt.
Als er 1865 stirbt, kauft der Pfleger seiner Witwe, Ludwig Mugele, unter Waisengerichtlicher Genehmigung, dieses Haus. Barbara Binhammer soll der Gemeindekasse nicht zu Last fallen.
Da die finanziellen Verhältnisse der Witwe erahnen lassen, dass in absehbarer Zeit ihr Geld aufgebraucht ist, sucht der Gemeinderath 1866 nach einem potentiellen Käufer für das Haus, der ihr das Wohnrecht auf Lebenszeit einräumen soll.
Als solcher wird auch Christian Friedrich Johann Spengler genannt. Im Gemeinderatsprotokoll heist es dazu:
Weshalb man einem Kaufvertrag unter der Hand gerade zu Gunsten der Wittwe mit den oben erwähnten abgeschlossen hat.
Allerdings scheint dieser Kauf doch nicht zustande gekommen zu sein!


Acht Jahre später, 1869 wird im Schätzungsbuch die Witwe Barbara Binhammer als Besitzerin genannt. Diese heiratete 1881 Wilhelm Peter Hornung.
Nach dem Tod der Witwe Christina Rosina Barbara Hornung im Februar 1887 verkauften die Erben den kompletten Hof.

1887 kaufte Georg Adam Michael Bort das Haus (als Geldanlage?). Bereits fünf Jahre später 1892 verkaufte er es an Gottfried Stein.
Dessen gleichnamiger Sohn wohnte zuerst in Haus Nr.54. Da er aber seine Schreinerwerkstatt beim elterlichen Haus Nr. 9 hatte, machte er vermutlich in den 30er Jahren einen Häusertausch. Er zog in das Haus Nr. 9 und seine Schwester zog von dort in das Haus Nr.54.
Der letzte Besitzer war der Enkel Gottfried Stein. 1978 wurde das Haus dann abgerissen, um Platz für die neue Straße Richtung neuer Schule bauen zu können.

Bauliche Entwicklung

Im Lagerbuch von 1684 (Seite 34b) wird der Hof so beschrieben:
"Von einer Hofstatt worauf anjezo eine Scheuren stehet ...

Im Lagerbuch von 1740 (Seite 268) wird der Hof so beschrieben:
"Eine öde Hofstatt, worauf der Zeit seine Scheuren stehet..."

Im Urkataster von 1833 wird ein Wohnhaus und eine Scheune erwähnt. Vermutlich in der Form, wie es 1978 abgebrochen wurde.
Es muss also zwischen 1740 und 1833 gebaut worden sein.

Zeichnung Haus 9 1861 Verrenberg Bild links: Zeichnung von 1861

Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus

(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Barbara Binhammer Ein zweistockiges Wohnhaus mit angebauter einstockigen Scheuern von Fachwerk mit Giebeldach 21,5'
28'
15'
18'

16,5'
28'
13,5'
1.   1 1 1 2 Dachböden mit 2 Kammern
1 Tene
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament u. Sockelmauern --- 550
275
IV 687,5
343,45
alter Anschlag 500f.(Scheune 200f)
(1861)



Als Gottfried Stein, Schreiner 1892 das Haus kaufte, baute er sofort an die Rückseite des Hauses eine Schreinerwerkstatt an.

Skizze des Hof Nr.9 in Verrenberg 1896 Skizze des Hof Nr.9 in Verrenberg 1896

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Stein Gottfried Schreiner 2 stockiges Wohnhaus an der alten Oehringer Steige von gem Bauart unter Giebeldach 6.15
8.15
Erdg 2.00
I.Stock 2.10
Dach 5.10
1 I.Stock   1 I.Stock
2 Dachboden
1 I.Stock 1 EG 1 geb Keller Dachplatten Erdgeschoß von Stein, sonst von ausgem Fachwerk Zusammenhang mit No.9b Fundament 1440 IV 1750 Alter ca. 100 Jahre
Unterhaltung gut
Unter nebigem Anschlag von 1400M inbegriffen ist die steinerne Vortreppe mit eisernen Geländer (Fundament ausgenommen im Anschlag von 70M
ferner das Abtrittgehäuse mit hinterer Treppe unter Pultdach (ausgen. Fundament u Grube) Anschlag 60M

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheuer
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 1 stockige Scheuer unter gleichem Dach ohne eigene Wand angebaut 4.80
8.15
4.20
Dach 5.10
          1 Tenne
1 Bare
Dachplatten ausgem Fachwerk Zusammenhang mit No.9b Fundament 600 IV 750  

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Schreinerwerkstätte
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Stein Gottfried Schreiner nebst der 1 stockigen 1893 erbauten Schreinerwerkstätte von Fachwerk mit Pultdach ohne eigene Wand an Nr.9 angebaut 5.15
4.20
2.90
Dach 0.20
          heizbare Schreinerwerkstätte Schwarzblech ausgemauertes Fachwerk weniger als 4.29 z.d von No.9c entfernt Fundament 400 IV 500  


1905-1906 heist es im Staatsarchiv Ludwigsburg (F 192 III Nr. 2052):Vergrößerung einer Werkstatt

1911 wurde eine elektr. Lichtanlage mit 3 Glühlampen eingebaut.

1932 baute Gottfried Stein eine Scheune (9b) auf den Platz, wo zuvor das Haus 10 stand.

1978 wurde das Haus dann abgerissen, um Platz für die neue Straße Richtung neuer Schule bauen zu können.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 9

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 9

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 9

Nachtrag zum Primärkataster 1877 - Bild des Hauses

Nachtrag zum Primärkataster, 1877; Haus 9 Bild zu Haus 9 in Verrenberg

Nachtrag zum Primärkataster, 1892-93

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1892-93; Haus 9 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1892-93; Haus 9

Ergänzungskarte zum Primärkataster - Bild der Werkstatt

Ergänzungskarte zum Primärkataster; Haus 9 Bild zu Haus 9 in Verrenberg

Es fehlen noch folgene Einträge:
1914/265
1932/181
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Nr. 2052
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle