Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.9 in Verrenberg

Links Aufnahmen von 1926 und 2005     Mitte: Karte von 1818
Rechts: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 9 Kartenausschnitt 1818; Haus Nr. 9 Haus Nr. 9 in Verrenberg; Gottfried Stein Haus Nr. 9 in Verrenberg - 2005

Die Bewohner

1684 wird im Lagerbuch (S.34b) Oswald Knorr als alleiniger Besitzer genannt.Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
3 Kreuzer "an Geldt" und
"1 Faßnachthuhn"

1740 wird im Lagerbuch Adam Besinger als alleiniger Besitzer genannt.Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
 3 Kreuzer "an Geldt" und
12 Kreuzer "Vor Eine Faßnacht Huhn"

Vermutlich um 1777 ging der Platz auf seinen Schwiegersohn Johann Leonhard Wirkner über.
Der nächste Eintrag von 1800 bezieht sich auf seinen Schwiegersohn Georg Michael Ahles. Da dieser zum gleichen Zeitpunkt auch das benachbarte Haus Nr. 7 übernahm, steht zu vermuten, dass zu diesem Zeitpunkt noch die alte Scheune stand.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 werden als Eigentümer die Kinder von Michael Ackermann genannt.

Im Schätzungsbuch von 1861 wird Johann Leonhard Binhammer als Besitzer genannt.
Als er 1865 stirbt, kauft der Pfleger seiner Witwe, Ludwig Mugele, unter Waisengerichtlicher Genehmigung, dieses Haus. Barbara Binhammer soll der Gemeindekasse nicht zu Last fallen.
Da die finanziellen Verhältnisse der Witwe erahnen lassen, dass in absehbarer Zeit ihr Geld aufgebraucht ist, sucht der Gemeinderath 1866 nach einem potentiellen Käufer für das Haus, der ihr das Wohnrecht auf Lebenszeit einräumen soll.
Als solcher wird auch Christian Friedrich Johann Spengler genannt. Im Gemeinderatsprotokoll heist es dazu:
Weshalb man einem Kaufvertrag unter der Hand gerade zu Gunsten der Wittwe mit den oben erwähnten abgeschlossen hat.
Allerdings scheint dieser Kauf doch nicht zustande gekommen zu sein!


Acht Jahre später, 1869 wird im Schätzungsbuch die Witwe Barbara Binhammer als Besitzerin genannt. Diese heiratete 1881 Wilhelm Peter Hornung.

1890 kaufte Georg Adam Michael Bort das Haus (als Geldanlage?). Bereits zwei Jahre später 1892 verkaufte er es an Gottfried Stein.
Dessen gleichnamiger Sohn wohnte zuerst in Haus Nr.54. Da er aber seine Schreinerwerkstatt beim elterlichen Haus Nr. 9 hatte, machte er vermutlich in den 30er Jahren einen Häusertausch. Er zog in das Haus Nr. 9 und seine Schwester zog von dort in das Haus Nr.54.

Bauliche Entwicklung

Im Lagerbuch von 1684 (Seite 34b) wird der Hof so beschrieben:
"Von einer Hofstatt worauf anjezo eine Scheuren stehet ...

Im Lagerbuch von 1740 (Seite 268) wird der Hof so beschrieben:
"Eine öde Hofstatt, worauf der Zeit seine Scheuren stehet..."

Im Urkataster von 1833 wird ein Wohnhaus und eine Scheune erwähnt. Vermutlich in der Form, wie es 1978 abgebrochen wurde.
Es muss also zwischen 1740 und 1833 gebaut worden sein.

Zeichnung Haus 9 1861 Verrenberg Bild links: Zeichnung von 1861

Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus

(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Barbara Binhammer Ein zweistockiges Wohnhaus mit angebauter einstockigen Scheuern von Fachwerk mit Giebeldach 21,5'
28'
15'
18'

16,5'
28'
13,5'
1.   1 1 1 2 Dachböden mit 2 Kammern
1 Tene
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament u. Sockelmauern --- 550
275
IV 687,5
343,45
alter Anschlag 500f.(Scheune 200f)
(1861)



Als Gottfried Stein, Schreiner 1892 das Haus kaufte, baute er sofort an die Rückseite des Hauses eine Schreinerwerkstatt an.

1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein 2stockiges Wohnhaus an der alten Oehringer Steige von gemischter Bauart unter Gibeldach, nebst einer einstock. Scheuer unter gleichem Dach ohne eigene Wand angebaut, ferner eine 1stockige 1893 erbaute, 1906 vergrößerte Schreinerwerkstätte von Fachwerk mit Pultdach ohne eigene Wand ans Wohnhaus Nr.9 angebaut."
Der Versicherungsanschlag für das Haus betrug 1400 Mark.

1905-1906 heist es im Staatsarchiv Ludwigsburg (F 192 III Nr. 2052): Vergrößerung einer Werkstatt

1911 wurde eine elektr. Lichtanlage mit 3 Glühlampen eingebaut.

1932 baute Gottfried Stein eine Scheune (9b) auf den Platz, wo zuvor das Haus 10 stand.

1978 wurde das Haus dann abgerissen, um Platz für die neue Straße Richtung neuer Schule bauen zu können.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 9

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 9

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 9

Nachtrag zum Primärkataster 1877 - Bild des Hauses

Nachtrag zum Primärkataster, 1877; Haus 9 Bild zu Haus 9 in Verrenberg

Nachtrag zum Primärkataster, 1892-93

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1892-93; Haus 9 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1892-93; Haus 9

Ergänzungskarte zum Primärkataster - Bild der Werkstatt

Ergänzungskarte zum Primärkataster; Haus 9 Bild zu Haus 9 in Verrenberg

Es fehlen noch folgene Einträge:
1914/265
1932/181
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Nr. 2052
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle