Verrenberg HistorischDie Familie Gottlieb Alexander Keller
(1787-1865) in Verrenberg


Regina Hörger und Johann Keller werden wegen Holzdiebstahl angeklagt - 1856
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 16.Juni 1856 folgendes:
Es erschien Johann Haußler und Michael Roth von hier und bringen Klagbar vor daß Ihnen in ihrem gemeinschaftlichen Wald im Lindenhölzle am 7.Mai d.J. 16 Forchen abgeschnitten und entwendet worden sind, sie haben seit dieser Zeit durch den Waldschüzen Michael Kipf in Erfahrung gebracht daß Christian Wieland led 17 Jahr alt Johann Keller 12 Jahre alt solches gethan haben. Sie tragen daher auf Schadenersatz nebst Bestrafung über diesen Unfug der Thäter an
Auf diese Angabe wurden die Beklagten vorgeladen und erschienen beide in Persohn desgl. Waldschüz Kipf
1. Wieland wurd über die Klage verständigt gibt hierauf an ich habe kein Forchen umgeschnitten desgleichen auch kein Holz entwendet
Keller gibt an ich habe nicht in dem umgeschnitten sondern ich habe nur die ...... Holz an den Bäumen abgebrochen aber der Wieland hat 2. Schnitthaben bei sich gehabt und hat damit einige Forchen umgeschnitten und hat sie nach Hause getragen
Wieland wurde noch einmal gefragt ob die Angabe des Kellers der Wahrheit gemäß sei gibt hierauf an
ist richtig daß ich einige abgeschnitten und nach Hauße getragen habe aber daß ich die 16 Stück abgeschnitten ist Unwahrheit den die Regina Hörger von hier war auch in der Sache anwesend welche eine Holzhabe gehabt und auch Forchen umgehauen und nach Hauß getragen hat weiter weiß ich nichts anzugeben
Beschluß
Da die Regina Hörger welche nach Angabe des Wieland mitbetheiligt sein soll von Hause entfernt war später vorzuladen und über die Angabe des Wieland zu hören
Nach einigen Tagen wurde die Regina Hörger vorgeladen, welche auch erschien. Dieselbe wurde über vorstehendes verständigt gibt an
es ist richtig daß ich Dürres Holz geholt und einige Dürre Forchen umgeschnitten habe
Beschluß
Die Beklagten dem Gemeinderath zur Bestrafung bei dem nächsten Ruhtag zu übertragen

Rosina Regina Hörger übernimmt Georg Friedrich Schäffner in Kost u. Logis - 1861
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 28.Mai 1861 liest sich das so:
Der wegen erfronen Füßen im Oehringer Krankenhaus untergebrachte Friedrich Schäffner led. von hier, ohne Vermögen, solle nach Oberamtsärztlicher Angabe, und hierauf Oberamtlichen Auftrag zu folge von dem dortigen Krankenhaus entlassen und da der Kranke so weit hergestellt hier wohlvorsichtlich seiner noch erfoderlichen Behandlung untergebracht werden.
Die hies. Gemeinde besizt wohl ein Armenhaus um den Schäffner darin unterzubringen, aber ein Bett und eine Person zur Verpflegung dessen war nicht vorhanden hierauf hat man mit der Regina Hörger von hier eine Übereinkunft getroffen daß dieselbe genannten Schäffner in Kost und Logis und Behandlung seines Fußleidens vom     an bis zur Zeit da Schäffner anderwärts unterbracht werden kan um ein tägliches Taggeld zu 26x. zu übernehmen, unter der Bedingung daß sie genaue und pünktliche Behandlung seines Fußleidens anzuwenden habe.

Johann Jacob Friedrich Hörger bekommt ein Zeugniss - 1874
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 23.Juni 1874 findet sich folgendes:
Auf verlangen des Polizeianwaltes aus Kaiserslautern wurde dem Friedrich Hörger Schmidt auf Anordnung des Königl. Oberamts Gerichts Oehringen von dem Gemeinderath
bezeugt
1) Vom Leumund des Hörger kann hier nur so viel gesagt werden daß er gerne mehr verbrauchen möchte als was er verdient, Hörger war immer auswärts und wolle ..... das weitern aus dem nachstehenden Vorstrafen ersehen werden
2) Vermögen ca. 200f.
3) Vorstrafen nach dem Strafverzeichnis
   a vom 13. Okt 1870
   b vom 30. April 1874
   c vom 13. Mai 1874
Warum wollte der Polizeianwalt aus Kaiserslautern ein Zeugniss? Kurze Zeit später wird er Tod im Rhein bei Mannheim gefunden - Selbstmord?

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle