Verrenberg Historisch

Haus Nr. 42 in Verrenberg (Turmgasse 6)


Aufnahme von 1907

Aufnahme von 1926

Aufnahme von 1962

Aufnahme von 2005

Aufnahme von 2017
Kartenausschnitt  Haus Nr. 42
Karteenausschnitt 1877
Kartenausschnitt aus Karte von 1833; Haus Nr. 42
Urkataster von 1833

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner

------------Beginn nicht gesicherter Erkenntnisse --------------------------

In den Oberamtsrechnungen von 1772/73 steht, dass Jakob Weidelich 8fl. Handlohn entrichten musste für ein von Hans Jörg Kimmel um 160fl. erkauften halben Haus und Scheuren und Hofrecht

Hatte Hans Jörg Kimmel die andere Haushälfte weiter im Besitz? Denkbar wäre, dass Hans Jörg Kimmel die Haushälfte von Jakob Weidelich wieder zurück kaufte.
Die Tochter Elisabetha Barbara Kimmel heiratete 1800 Johann Jacob Wüstholz. Als dieser 1808 starb, heiratete sie im gleichen Jahr Johann Friedrich Schumacher

------------Ende nicht gesicherter Erkenntnisse ----------------------------

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer der Stiefsohn von Johann Friedrich Schumacher, Jacob Michael Wüstholz genannt.
Nach dem Tod von Jacob Michael Wüstholz im März 1852 muss seine Witwe den ganzen Hof verkaufen.

Im Nachtrag zum Primärkataster von 1855 ist als neuer Eigner vom
- Haus Nr.42 Johann Gottlieb Mugele und
- Scheune Nr.42A Johann Heinrich Käppler
genannt. Sie dürften also die Käufer 1852 gewesen sein.


Im Schätzungsprotokoll von 1861 ist Johann Käppler Eigner der Scheune 42A.

Im Schätzungsprotokoll von 1866 ist Friedrich Gaßmann als alleiniger Eigner des Haus Nr.42 eingetragen. Vermutlich hatte er es 1862 oder 1863 gekauft.

Im Feuerversicherungsbuch von 1869 stehen Friedrich Gaßmann (B) und Friedrich Hämerer (A) als Eigentümer je einer Haushälfte.

Haushälfte A:
Friedrich Hämerer baute 1869/70 das Haus Nr.72, in dem er dann auch (kurz) lebte. Seine Haushälfte verkaufte er vermutlich 1876 an Johann Gottfried Lederer. Friedrich Hämerer zog 1875 nach Oberohrn.
Am 16.September 1889 verkaufte Johann Gottfried Lederer seine Hälfte an Martin Ludwig Bort aus Floßholz um 1460 Mark. Er musste auch das Sitzrecht des Karl Hägele (sein Schwiegervater) und seiner ledigen Tochter Elisabetha übernehmen.
Bei welcher Gelegenheit war dieses Sitzrecht eingetragen worden?



Haushälfte B:
Am 01.Oktober 1882 verkaufte Friedrich Gaßmann an Christian Michael Schluchter diese Hälfte des Hauses um 650 Mark.
Am 22.September 1886 verkaufte Christian Michael Schluchter seine Haushälfte an Georg Heinrich Schumacher um 1050 Mark.

Wann genau Georg Heinrich Schumacher seine Haushälfte an Martin Ludwig Bort verkaufte, muss noch geklärt werden. Bei der Erläuterung des Brandfalles im Gemeinderat wurden noch Schumacher und Bort als Eigentümer genannt. Es war aber Bort alleine, der das Haus wieder aufbaute.

Georg Heinrich Schumacher wiederum verkaufte seinen 1/2 gewölbten Keller 1894 an Karl Christian Kühner.


Gesamtes Haus

Am 10.August 1893 brannte Haus und Scheune ab

Bei den Plänen zum wiederaufbau des Hauses 1893 scheint Martin Ludwig Bort der alleinige Besitzer des gesamten Haus gewesen zu sein.
1928 folgte sein Stiefsohn aus 1.Ehe seiner Frau, David Hanselmann.

Ende des 20.Jahrhunderts ist der Familienname Lombacher auf dem Haus.

Keller:
Im Feuerversicherungsbuch von 1896 werden für die Hälfte des Kellers unter dem Wohnhaus folgende Besitzer aufgeführt:
1896 Christian Kühner
1897 Peter Frank (Benz)
1928 Johann Frank

Bauliche Entwicklung

Von 1833 bis 1873-74 scheint es keine größeren baulichen Änderungen gegeben zu haben.

Im Nachtrag zum Primärkataster von 1855 findet sich folgendes:


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Friedrich Gaßmann Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebedach nebst dem angebauten einstockigen Kelleranbau von Stein mit Pultwalmen, der Remise auf Freipfosten mit Pultdach 34,2'
29'
8,6'
19'

10,7'
22'
8'
10'

21'
9'
8'
5'
1.   1 1   1 gew. Keller
2 Dachböden mit 3 Kammern

1 Stall

1 Remise
Ziegel gem. Fachwerk

im Stockwerk Stein sonst gem. Fachwerk

Freipfostenk
--

Haus Verbindung
Fundament gew. Keller u. Sockelmauern --- 500

100

25
IV 625

125

31,15
alter Anschlag 500f./100f./neu
(1866)
noch älterer Anschlag von ???? 200f./neu


1873 stellte Friedrich Hämerer das Gesuch, im Anbau am westlichen Giebel eine Schmiedewerkstatt einrichten zu dürfen (StAL F 192 III_Bue 4019 Haemmerer, Friedrich)
In diesem Baugesuch wird auch noch ein gemauerter Brunnen in der Nähe des Anbaues erwähnt.
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Dem Feuerversicherungsbuch ist zu entnehmen, dass die Scheune 42A im Jahr 1887 abbrannte.
Bereits sechs Jahre später, am 10.August 1893 brannte Haus und Scheune ab.

1893 wurde das Haus neu erstellt (Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Nr. 2052).
Hier sehen sie Auszüge aus StAL F 192 III Bue 2044 von 1894. Darin bittet Martin Ludwig Bort nachträglich um Genehmigung des Neubaues.
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In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
1.Bort Ludwig
2.Kühner Christian
1 stockiges 1893 erbautes Wohnhaus bei der Kirch von Fachwerk mit Kniestock u Giebeldach 3.55
8,60
4,00
Dach 4,40
        1 1 Tenne Dachplatten ausgem Fachwerk 0 Mauern unter Tenneboden eben u der steinerne Bodenbelag im Stall 520      

1930 wurde ein zweites Stockwerk aufgesetzt.

1927 wurde an die Scheuer noch ein Schuppen angebaut.
2017 wurden Haus und Scheune abgebrochen, um ein neues Haus zu erstellen.

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 42

Nachtrag zum Primärkataster, 1873-74

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1873-74; Haus 42 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1873-74; Haus 42

Situationsplan 1873 - zum Anlass des Einbaues einer Schmide im Haus Nr.42

Situationsplan 1894 - zum Anlass des Neubaues des Haus Nr.42


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Nachtrag zum Primärkataster, 1927

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1927; Haus 42

Es fehlen noch folgene Einträge:
1854-55/87
1891-92/106
1893-94/135
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Nr. 2052
Staatsarchiv Ludwigsburg: StAL EL 208 II_Bue 1018 Verrenberg, Oehringen (kpl.)
Staatsarchiv Ludwigsburg: StAL F 192 III_Bue 4019 Haemmerer, Friedrich (kpl.) Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896