Verrenberg Historisch

Haus Nr. 2 in Verrenberg (An der Steige 12)


Aufnahme von 1962 aus Richtung Golberg

Aufnahme aus den 1980er

Aufnahme aus den 1980er

Aufnahme aus den 1980er

Aufnahme aus den 1980er
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 2
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1833; Haus Nr. 2
Urkataster von 1833

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.2b) wird Hannß Georg Beyerbach als Eigentümer genannt. Zu diesem Zeitpunkt war der Hausplatz öde. Es stand (von früher) noch eine Scheune.
Als nächster Besitzer wird 1705 Sebastian Weiß genannt. Seine Tochter heiratet 1725 Johann Georg Weber. Dieser soll laut Eheregister aus Bretzfeld stammen. Hat sich hier der Pfarrer geirt und es handelt sich um diesen Johann Georg Weber aus Verrenberg?
In einem Nachtrag des Lagerbuch von 1728 ist dann eben dieser Hannß Georg Weeber als Besitzer eingetragen.

1740 wird ein Haus erwähnt. Wer hatte es wann erbaut?

1779 ging der Hof dann auf seinen Sohn Johann Michael Weber über. Wiederum dessen Sohn Leonhard Weber übernahm 1805 diesen Hof anlässig seiner Hochzeit.

Die Eintragung im Urkatasters 1837 zeigt, dass er eine Hälfte und sein Schwiegersohn Georg Friedrich Knappenberger die andere Hälfte inne hatte.
Knappenberger hatte die Tochter Anna Maria Agathe Weber 1834 geheiratet und die Hälfte des Hauses erkauft.

Nach dem Tod von Leonhard Weber 1843 verkauft die Witwe die zweite Hälfte des Hofes an ihren Schwiegersohn Georg Friedrich Knappenberger um 2000fl.

Der Sohn Carl Christian Knappenberger erkaufte im Jahr seiner Hochzeit 1861 eine Hälfte des Hofes. Er darf 1000f. des Kaufschilling als Heiratsgut abrechnen. 1883 zog er in südl. Hälfte des Haus Nr.58 um.

Die andere Hälfte bekamm sein Bruder Johann Friedrich Knappenberger. Dieser zog 1881 in die USA und verkaufte seine Hälfte an Johann Joseph Stark.

Wann genau Johann Joseph Stark die zweite Hälfte kaufte ist nicht ganz klar. Im Feuerversicherungsbuch von 1896 steht er als alleiniger Besitzer verzeichnet.
1909 wird im Feuerversicherungsbuch sein Sohn Christian Johann Starck genannt.

1912 wird im Grundbuchheft Maria Kühner, Dienstmädchen in Verrenberg (geb. den 04.10.1893) angegeben. Hatte ihr Vater Karl Christian Kühner den Hof für sie gekauft?
Sie starb am 13.05.1913 mit 19 Jahren. Das Erbe tratt die Mutter Christiana Kühner, geb. Feinauer, Witwe des verstorbenen. Christian Kühner an. Als sie 1925 starb wurde das Haus vermutlich verkauft.

Der nächste Eintrag gibt 1933 Johann Braun und dessen Ehefrau Christiane geb. Gock als Besitzer an.

Von 1971 an war die Familie Stark auf dem Haus.

Bauliche Entwicklung

Scheune 2a in Verrenberg Scheune 2a in Verrenberg Bild links: Die Scheune 2a

1684 heist es:
Ein öden Haußplatz zusambt einer Scheuren welche an noch in gebrauch und aufgebaut steht, ..

1740 heist es:
Ein Hauß und angebauthen Vieh auch Schweinstall,..


Zwischen 1818 und 1833 wurde am Haus sowohl ein Backofen, als auch ein Schweinestall angebaut.

Skizze Haus 2 in Verrenberg . 1896 Skizze des Hofes No 2 in Verrenberg - 1896


Im Schätzungsprotokoll von 1896 wird das Alter auf 100 Jahre geschätzt. Demnach wäre es um 1800 neu erbaut worden. Hat man sich verschätzt? Oder wurde es renoviert/erweitert?

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Friedrich Knappenberger Ein zweistockiges Wohnhaus von Stein und Fachwerk mit Giebelvietel Walmdach 49'
32'
14,2'
20'
2.   2 1 1 1 gew. Keller
1 ......gang
2 Dachböden mit 4 Kammern
Ziegel der erste Stock Steine sonst gem. Fachwerk Backofen im IIten Stock Fundament gew: Keller u. Sockelmauern --- 2000 IV 2500 alter Anschlag 1700f.
(1861)



In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Stark Johann, Bauer 2 stockiges Wohnhaus an der alten Öhringer Steige v gem Bauart unter Giebeldach 14.15
9.40
Erdg 2.55
I.Stock 2.45
Dach 5.80

2 I.Stock   2 I.Stock
4 Dachboden
1 I.Stock 1 1 gew Keller
1 Viehstall
1 Futterkammer mit Schweinställen
Dachplatten Erdgeschoß von Stein Backofen auf Holzrost und Rauchzug nicht 30cm v der Holzremise Stockpfette entfernt der gew Keller, die Fundamente u die steinerne Bodenbeläge im Erdgeschoß 4100 IV 5125 Alter ca. 100 Jahre.
Unterhaltung Mittelmäßig.
Unter neb Anschlag von 4000M inbegriffen ist:
1 Backofen ohne Gemäuer unterm Holzrost Anschlag 80M
1 Abtrittgehäuse ausgen Grube u Fundamente Anschlag 40M

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Stark Johann Bauer 1 stockige Scheuer von Fachwerk unter Giebeldach 10.70
10.20
3.80
Dach 6.30
          1 Tenne
2 Bare mit kleinem Stall
Dachplatten teils ausgemauertes teils geschliertes Fachwerk   Fundamente 4000 IV 5000 Unter neb. Anschlag von 2000 inbegriffen ist.
1 Dreschmaschiene ohne Putzaggregat Anschlag 125M 1 Futterschneidmaschiene Anschlag 50M
2 Lederriemen (30.20 x 4.60)6mm breit 50M
(Der Göpel befindet sich im Freien, er wurde der Versicherung ausgenommen

1899 brannte die alte Scheune ab und wurde durch eine neue ersetzt. Hier die Pläne dazu
Für eine vergrößerte Darstellung einfach auf das Bild klicken.

1911 kamen im Haus zwei elektrische Glühlampen hinzu, im folgenden Jahr in der Scheune zwei Glühlampen und ein 3PS Motor.
Im April 1985 wurde dann auch diese abgerissen. Heute steht an dieser Stelle ein Wohnhaus.


Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 2

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 2
<>Der Eintrag im Primärkataster von 1833
Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 2

Nachtrag zum Primärkataster, 1899

Oben: Wegfall der alten Scheune    Unten: Neubau Scheune
Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1899; Haus 2 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1899; Haus 2
Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1899; Haus 2 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1899; Haus 2

Ergänzungskarte zum Primärkataster

Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 2

Es fehlen noch folgene Einträge:
1914/289
1920/78
1923/20?
1927/18
 

Quellennachweis.

Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869