Verrenberg HistorischDie Familie Johann Georg Leonhard Weber
(1783-1843) in Verrenberg


Johann Georg Leonhard Weber erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Gutsübernahme - 1805
In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: durch Geburt
Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: durch Gutsübernahme ao 1805

Leonhard Weber hatte wohl einen streit mit Georg Wieland - 1831
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 13.Oktober 1831 liest sich das so:

Erklert sich Leonhart Weber das Er den Georg Wieland mit 2f 41x befrietingen wolle

Auswanderung der Geschwister Mathäus und Louisa Weber - 1833
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 19.Februar 1833 liest sich das so:

Erscheint Leonhard Weber bürgerlicher Inwohner und Weingärtner dahier mit seinen 2 Kindern
1.) Mathäus Weber 27 Jahre alt
2.) Louisa Weber 18 Jahre alt
und bringt vor, daß seine 2 Kinder sich entschloßen hätten, nach Amerika auszuwandern, und sich daselbst häußlich niederzulaßen.
Er ertheile diesen seinen beiden Kindern zu ihrem Vorhaben seine Erlaubniß, und ertheile namentlich seiner minderjährigen Tochter Louisa seine Einwilligung.
Seine beiden Kindern verspricht er zu Erreichung ihres Vorhabens baar die Summe von
-- 300f.-- Drey Hundert Gulden
Auch mache er sich für seine 2 Kinder verbindlich in Hinsicht auf alle nach ihrem Wegzug etwa noch zur Sprache kommenden Ansprüche vor den obrigkeitlichen Behörden des Königreichs Würtemberg Recht zu geben.
Die beiden Kinder des Leonhard Weber erklären vor dem Gemeinderath, daß sie in diesem Vorhaben auf ihr bisheriges Bürger Recht dahier und auf jede Art von bürgerlichen Verbund mit dem Würtembergischen Staat für sich wißentlich und wohlbedächtlich Verzicht leisten.

Beschlossen
Den beiden auszuwandernden
1.) Urkunde auszustellen, nach welcher der Vater Leonhard Weber in ihrer Auswanderung eingewilligt hat.
2.) ein Zeugniß auszustellen, daß der Gemeinderath mit der Auswanderung der 18.jährigen Louisa Weber, da sie noch minderjährig ist, einverstanden ist.
3.) ferner eine Urkunde auszustellen, in welcher die beiden Auswanderungslußtigen auf ihr bisheriges Bürger, und Unterthanen Recht verzicht leisten
s.Reg. Bl. ... 1825 Seit 485
4.) ein gemeinderäthliches Zeugniss über das Vermögen
Zeitgleich möchte Johann Georg Braun (26J.) auswandern. Leonhard Weber stellt sich als Bürge.
Vermutlich sind Mathäus Weber und Johann Georg Braun gemeinsam ausgewandert.
Louisa Weber bittet 1842 den Gemeinderat um ein Zeugniss, da sie nach Schwöllbronn heiraten will.
Vermutlich war sie doch nicht ausgewandert, sonst hätte es den gleichen Eintrag im Familienregister gegeben, wie bei ihrem Bruder.

Friedrich Weber wird wegen Diebstahls gestraft - 1837
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 28.Februar 1837 folgendes:
Im Namen des Königs
In der Untersuchungs Sache gegen
Friedrich Weber von Vörrenberg erkennt das K. Oberamts Gericht Oehringen das der Angeschuldigte wegen eines gleinen jedoch ers..ten Hauß Diebstahls zu einer Dreiwöchigen Gefängniß Strafe so wie zu bezahlung der Hälfte der Untersuchung Kosten zu Verurtheilen die gegen ihn eingeleitete Untersuchung wegen eines weiteren Haus Diebstahls abzubrechen und das K. Fiskus zur ----uebernahme der andern Hälfte der Untersuchungs Kosten verbunden sey
So beschlossen im K.Oberamts Gericht Oehringen
den 28ten Febr 1837

Regina Carolina Weber will nach Orendelsall heiraten - 1837
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 25.Juli 1837 liest sich das so:

Auf ansuchen der Regina Carolina Weber Tochter des Leonhardt Weber welche sie zu Orentelsall an Verheyraten will wird von dem unterzeichenden Gemeinde Rath beurkundet daß
1. gedachte Regina Caolina sie ehliche Tochter des Leonhart Weber und seiner Gattin einer geb. Groß und laut vorgelegter Tauf schein am 2ten Aug. 1809 zu Vörrenberg gebohren ist.
2. daß dieselbe zu evangelischer Confession bekent
3. das sie zur unverehlicht
4. das sie Staht und Gemeinde Bürgerin in Vörrenberg ist
5. daß dieselbe hinsichtlich ihres Predikats unsers Wissen an keinem der im Gesetze vom 10.April 1828 Art. 19 bezeichneten Mängel leidet
6. das was ihr Vermögen betrift dieselbe nach glaubhaften aus Weise bekommt 340f.
  Die wir nach ihrem eigenen Vermögen zu Abreichung eines solches Heyraguts für befähig erachten und zu Heyraguth erhält und mit einrechnung dieses Heyraguts
  an Liegenschaft 0f.
  an Capital und andern ausständen 0f.
  an bahrem Geld 300f.
  an Fahrniß mit auschluß der Kleider und Leibzeug 40f.
  Summa 340f.
  im ganzen mit Worden Drey hundert Verzig Gulden besizt wovon nichts in Nutzniesung steht und unsers Wissen keine Schulden haften.
7. das ihr austrit aus dem dieseitigen Gemeinde Verband unsers Wissens kein Hinderniß im Wege steht

Luisa Carolina Weber will nach Schwöllbronn heiraten - 1842
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 19.September 1842 liest sich das so:

In einem heute der Lousa Carolina Weber von hier und zum Zweck der Uebersiedlung nach Schwöllbronn ausgestellten Geburtsbrief wurde
bezeugt
1. Sey sie die ehel. Tochter des Georg Leonhard Weber Bürgers u Bauer u seiner Gattin Carolina Regina geb. Groß von hier.
2. bekennt sie sich zu evangel. Confession
3. Sey sie zur Zeit unverehelicht und Kinderlos
4. Besize dieselbe das Württ. Stats. und hiesige Gemeindebürgerrecht
5. Leide sie an keinem der im revid. Bürgerrechtsgesez vom 4.Febr. 1830 Art.19 bezeichneten Mängel
6. erhalte sie von ihrem Vater, den man zu Abreichung eines solchen Heurathguts für fähig erachte 300f. an Heurathgut und besize sie mit einrechnung desselben im Ganzen
  300f.
  worauf unsers Wissens keine Schulden haften
7. stehe ihrem Austritt aus dem hiesigen Gemeinde Verband kein Hindernis im Wege.
Louisa Weber wollte 18 zusammen mit ihrem Bruder nach Amerika auswandern. Sie hatte die Zustimmung ihres Vaters und des Gemeinderates.
Warum blieb sie dann doch?

Carolina Friederice Weber will nach Windischenbach heiraten - 1844
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 10.September 1844 liest sich das so:

Die Friedricke Weber, eheliche Tochter des hiesigen Bürgers .. Leonhard Weber wittw zum Behufs ihrer Verheirathung nach Windischenbach und ein Predicate und Vermögens Zeugniß
Beschluß
ein Zeugniß für die Bittstellerin auszufertigen und darin zu beurkunden:
1. daß sie angeherige des hiesigen Gemeindeverbandes sey
2. daß sie an keinem der im revidierten Bürgerrechts Gesetz Art.19. bezeichneten Mängel leidet
3. daß was ihr Vermögen betrifft dieselbe
  a) 176f. 33x. anerspartes Vatergut
  b) 31f. baares Geld und
  c) 50f. Fahrniß
  zusammen 257f. 33x. besize, worauf keine Schulden haften; daß jedoch noch ein Rechtsstreit ansteht, an welchem sie zu ihren antheil Unkosten zu zahlen hätte, falls der Streit ungünstig für sie ausfallen würde, und
4. daß ihrem Austritt aus dem diesseitigen Gemeindeverband nichts entgegenstehe

Carolina Elisabetha Weber will nach Hälden/Adolfzfurth heiraten - 1846
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 10.September 1846 liest sich das so:

der Carolina Weber welche die Absicht erklärt hat, nach Helden Gemeindebezirk Adolzfurt überzusiedeln, wird hirmit
bezeugt:
1. Sey sie dioe ehliche Tochter des + Bürgers und Bauer Leonh. Weber dahier und seiner Gattin Carolina geb. Groß und lt. vorgelegten Tauf Scheins geboren am 20. Nov. 1820 in Verrenberg
2. Bekenne sie sich zur evangelisch. luther. Confession
3. Seye sie zur Zeit zwar unverehelicht aber Mutter eines Kindes im Alter von 9. Monaten, welches ihr nach Helden folge
4. Seye sie Württemberg. Staats und hiesige Ortsbürgerin
5. Leide dieselbe an keinem der im Art. 19. des revidierten Bürger Rechts Gesezes bezeichneten Mängeln
6. Was ihr Vermögen betrift, so erhalte sie von ihrer Mutter ein Heyrathgut von 50f. und haben sie einen nachväterlichen Voraus von 114f. so nicht in Nuzniesung stehe und Schuldenfrei sey
7. Stehe dem Austritt aus dem dieseitigen Gemeindeverband kein Hinderniß im Wege

Carolina geb. Gros. Leonhard Webers Wittwe macht sich verbindlich ihrer Tochter 50f. Heyrathgut zu geben, so bald ihr Gatte ein Hauß erworben hat.

Auswanderung des Georg Friedrich Weber - 1847
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 24.Februar 1847 liest sich das so:

Dem Friedrich Weber von hier wurde ein Zeugniß ausgestellt, weil derselbe sich Entschlossen hatte, nach Nort-Amerika auszuwandern, und demselben Elderliches Vermöchen mitgetheilt wirdt, Nebst Mündirungs Stieke 80f.
Und noch von der Mutter noch Verwanden, auch von dem Gemeinderath kein Hinderniß im Wege Steht.


Nachtrag auf der linken Seite:
Derselbe ist Gebohren den 17ten August 1816
Georg Adam Brand hatte sich erst eine Woche zuvor um seine Ausrreise bemüht. Reisten sie zusammen?
Georg Friedrich Weber wurde am 01.April 1846 vom Gemeinderath ein nicht so gutes Zeugniss ausgestellt.

Dorothea Elisabetha Weber möchte nach Mainhard heiraten - 1851
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 24.Juli 1851 liest sich das so:

Es bittet die Dorothea Elisabeta eine geborne Weber von hier, um ein Vermöchens Zeugnis auszu Stellen, weil dieselbe sich verheiraden will, und Bürgerlich in Mainhard Oamt Weinsberg Bürgerlich werden will. Und ein gesezlichen Taufschein vorligt.
Und wirdt dieses derselben Ertheilt das sich diese Verheirathen tarf.

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Pfedelbacher Oberamtsrechnungen von 1806
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis aktiver Bürger ab 1828
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