Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.6 in Verrenberg

Links Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.    Mitte Karte von 1818
Rechts ist ein Ausschnitt einer Aufnahme aus dem Jahr 1926. Heute steht hier die Stallscheune der Familie Rieble
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 6
Kartenausschnitt aus einer Karte von 1818; Haus Nr. 6 Haus Flur Nr. 6; Verrenberg 1926


Die Bewohner


Im Lagerbüchern von 1628, 1684 und 1740 war das Haus in eine nördliche und eine südliche Hälfte aufgeteilt.
1628 wurden als Besitzer je zur Hälfte Hans Uhlin (südliche Haushälfte) und Melchior Kopp (nördliche Haushälfte) genannt.

1684 wurden als Besitzer je zur Hälfte Hannß Peter Hettenbach (südliche Haushälfte) und Eberhardt Lutz (nördliche Haushälfte) genannt.

nördliche Haushälfte:
Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.253) wird Hannß Michael Starck als Eigentümer genannt. Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
 1 Kreuzer, 2 Pfennig "an Geldt" und
12 Kreuzer "Vor Eine Faßnacht Huhn"

Vermutlich wurde die Haushälfte um 1790 an Johannes Zöller verkauft. In diesem Jahr ist er jedenfalls als Besitzer eingetragen. Er zog 1810 weg.
1812 verkaufte Johannes Zöller seine Haushälfte an Georg Christoph Braun.
War es eine Hälfte dieses Hauses, oder das Haus Nr.5??


südliche Haushälfte:
Nach Hannß Peter Hettenbach könnte dessen Sohn Johann Andreas Hettenbach diese Haushälfte übernommen haben. Vermutlich baute er um 1742 das Haus Nr.5
Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.254) wird Hannß Stephan Wecker als Eigentümer genannt. Er war seit 1728 auch im Besitz der halben Scheune. An jährlicher Gülth musste er bezahlen:
12 Kreuzer, 2 Pfennig

Zur Familie Wecker fehlen bis dato die Daten aus den Kirchenbüchern. Gab es keine Kinder? Oder folgte ein Schwiegersohn?
Als nächster Eigentümer wird Georg Michael Leiblich angegeben. Nach ihm folgte 1784 sein Schwiegersohn Johann Georg Löchner.

gesamtes Haus:

1816 verkaufte Johann Georg Löchner die Hälfte seines Besitzes an seinen Schwiegersohn Georg Friedrich Renner.

1819 verkaufte Johann Georg Löchner die andere Hälfte seines Besitzes an seinen Schwiegersohn Georg Friedrich Renner.

Georg Friedrich Renner zog vermutlich 1832 nach Rapbach.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wird als Eigentümer Leonhard Thier genannt. Nach seinem Tod 1848 heiratet seine Witwe Georg Michael Jörg. Beide Ehen blieben Kinderlos, so dass spätestens 1868 das Haus zum Verkauf stand.

Im Schätzungsprotokoll von 1869 stehen die Johann Bort Kinder als Eigner.

1896 werden im Feuerversicherungsbuch als Besitzer angegeben:
- Christian Bort Kinder 2/3
- Eva Bort 1/3

1903 heiratet dessen Tochter Christina Rosina Bort Wilhelm Herbst
.
Das Haus wurde 1926 von Karoline Rosine Schumacher erworben und später an dieser Stelle die Stallscheune der Familie Rieble errichtet.

Bild unten: Marie, Karl, Elise und "Opa" Herbst vor dem Haus Nr.6, wo heute die Scheune der Familie Rieble steht. Haus Flur Nr. 6; Verrenberg

Bauliche Entwicklung

1740 heist es: "Besitzen miteinander ein Söldners Güthlein, das Lörners Güthlein Benannt. ...
... Ein Hauß zu Zweyen Wohnungen gerichtet, Hofrecht, Ein alte Scheuren und viele Scheuerlein, an welch Lezteren ein Viehstall gebaut ...
".

Im Primärkataster von 1833 wird ein Haus beschrieben, an das seitliche eine kleine Scheune mit angebaut war.
1858 zeigt sich noch keine Änderung. Erst 1873 wurde die Scheune vergrößert.

Zeichnung Haus 6 1861 Verrenberg Bild links: Zeichnung von 1861

Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus

(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johannes Bort Kinder Ein einstockiges Wohnhaus u Scheuer von Fachwerk mit Giebeldach 20,5'
25'
8'
16'

20,5'
25'
12,5'
16'
1.   1 1   1 gew. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern
Ziegel gem. Fachwerk   Fundament Sockel und Kellerwand --- 300
250
IV 375
212,5
alter Anschlag 250f.(Haus u Scheune)
(1861)



1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein einstockiges Wohnhaus am Klingenwiesenweg von Fachwerk unter Giebeldach, ohne eigene Wand an No.6a angebaut"
Der Versicherungsanschlag betrug 920 Mark.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 6

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800 Seite 126
Haus 6 - obere/nördliche Hälfte Hans Michael Starck

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 6 - obere/nördliche Hälfte Hans Michael Starck

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800 Seite 127
Haus 6 - untere/südliche Hälfte Hans Stephan Wecker

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 6 - untere/südliche Hälfte Hans Stephan Wecker

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 6

Nachtrag zum Primärkataster, 1857-58

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1857-58; Haus 6 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1857-58; Haus 6

Nachtrag zum Primärkataster, 1873-74

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1873-74; Haus 6 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1873-74; Haus 6

Es fehlen noch folgene Einträge:
1926/174
1960/127
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869