Verrenberg Historisch

Haus Nr. 6 in Verrenberg (Holderweg, heute Scheune zu Haus Nr.5)


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Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 6
Urkataster von 1833
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 6
Karte von 1818

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner


Im Lagerbüchern von 1628, 1684 und 1740 war das Haus in eine nördliche und eine südliche Hälfte aufgeteilt.

nördliche Haushälfte:
1628 steht Hans Uhlin als Besitzer im Lagerbuch, 1684 sein Schwiegersohn Eberhardt Lutz.

Hier gibt es eine Lücke in den Aufzeichnungen. Denkbar wäre, dass der Schwiegersohn von Eberhardt Lutz Hans Georg Hoffmann 1673 denn Hof kaufte.
Dann könnte sein Schwiegersohn Hans Philipp Conrad kurze Zeit hier gewohnt haben.

Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.253) wird Hannß Michael Starck als Eigentümer genannt. Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
 1 Kreuzer, 2 Pfennig "an Geldt" und
12 Kreuzer "Vor Eine Faßnacht Huhn"

Vermutlich wurde die Haushälfte nach seinem Tod 1758 an Johann Georg Zöller verkauft.

Für das Jahr 1790 ist in einem Nachtrag zum Lagerbuch von 1740 sein Sohn Johannes Zöller als Besitzer eingetragen. Er zog 1810 weg.

1811 verkaufte Johannes Zöller seinen Hof an Georg Christoph Braun um 550 Gulden. Im Kaufvertrag wird das Haus so beschrieben:
"Ein einstöckiges Häußle nebst ein kl. Sommer und ein kl. Grasgärtlein zwischen Ludwig Zöller und .. Löchner ..."
Auch wenn es nicht erwähnt wird, war wohl eine Haushälfte gemeint, da Löchner als Nachbar bezeichnet wurde.
In den Amtsrechnungen von 1811/12 wird der Preis für das Haus mit 275fl. angegeben.
 Georg Christoph Braun muss seine Hälfte vor 1816 an Johann Georg Löchner verkauft haben.

südliche Haushälfte:
1628 steht als Besitzer Melchior Kopp im Lagerbuch, 1684 Hannß Peter Hettenbach
Nach Hannß Peter Hettenbach hat vermutlich dessen Sohn Johann Andreas Hettenbach diese Haushälfte übernommen. Vermutlich baute er um 1742 das Haus Nr.5 und zog dorthin um.
Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.254) wird Hannß Stephan Wecker als Eigentümer genannt. Er war seit 1728 auch im Besitz der halben Scheune. An jährlicher Gülth musste er bezahlen:
12 Kreuzer, 2 Pfennig

In den Kirchenbüchern wurden keine Kinder gefunden, aber auch sonst kaum Informationen zu diesem Ehepaar. Verkaufte Hannß Stephan Wecker 1747 nach dem Tod seiner Frau?
Als nächster Eigentümer wird Georg Michael Leiblich angegeben. Nach ihm folgte 1784 sein Schwiegersohn Johann Georg Löchner.

gesamtes Haus:

1816 verkaufte Johann Georg Löchner die Hälfte seines Besitzes an seinen Schwiegersohn Georg Friedrich Renner um 1000 Gulden. Dabei wird u.a. auch das Ausding geregelt.

1819 verkaufte Johann Georg Löchner die andere Hälfte seines Besitzes an seinen Schwiegersohn Georg Friedrich Renner um 295 Gulden.. Davon soll der ledige minderjährige Sohn 200 Gulden bekommen, wenn er heiratet.
In der Oberamtsrechnung von 1819/20 steht:
"Friedrich Renner, der von Georg Löchner 1/2 Häußle a 122fl. erkaufte"


Georg Friedrich Renner zog 1832 nach Rapbach.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wird als Eigentümer Leonhard Thier genannt. Nach seinem Tod 1848 heiratet seine Witwe Georg Michael Jörg. Beide Ehen blieben Kinderlos, so dass spätestens 1868 das Haus zum Verkauf stand.

Im Schätzungsprotokoll von 1869 stehen die Johann Bort Kinder (Christian, Johann, Eva) als Eigner.

1896 werden im Feuerversicherungsbuch als Besitzer angegeben:
- Christian Bort Kinder 2/3
- Eva Bort 1/3

1903 heiratet dessen Tochter Christina Rosina Bort Wilhelm Herbst
.
Das Haus wurde 1926 von Karoline Rosine Schumacher erworben und später an dieser Stelle die Stallscheune der Familie Friedrich Rieble errichtet.

Bild unten: Marie, Karl, Elise und "Opa" Herbst vor dem Haus Nr.6, wo heute die Scheune der Familie Rieble steht. Haus Flur Nr. 6; Verrenberg

Bauliche Entwicklung

1740 heist es: "Besitzen miteinander ein Söldners Güthlein, das Körners Güthlein Benannt. ...
... Ein Hauß zu Zweyen Wohnungen gerichtet, Hofrecht, Ein alte Scheuren und viele Scheuerlein, an welch Lezteren ein Viehstall gebaut ...
".

Im Primärkataster von 1833 wird ein Haus beschrieben, an das seitliche eine kleine Scheune mit angebaut war.
1858 zeigt sich noch keine Änderung. Erst 1873 wurde die Scheune vergrößert.

Zeichnung Haus 6 1861 Verrenberg Bild links: Zeichnung von 1861

Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus

(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johannes Bort Kinder Ein einstockiges Wohnhaus u Scheuer von Fachwerk mit Giebeldach 20,5'
25'
8'
16'

20,5'
25'
12,5'
16'
1.   1 1   1 gew. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern
Ziegel gem. Fachwerk   Fundament Sockel und Kellerwand --- 300
250
IV 375
212,5
alter Anschlag 250f.(Haus u Scheune)
(1861)



In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Bort Christian Kinder 2/3tel
Eva Bort ledig 1/3tel
1 stockiges Wohnhaus am Klingenwiesenweg v Fachwerk unter Giebeldach ohne eigene Wand an die Scheuer angebaut 6.10
7.05
Sout 2.00
Erdg 2.30
Dach 4.30
1 EG   1 EG
2 Dachboden
1 EG   1 geb Keller Dachplatten teils ausgemauertes teils geschliertes Fachwerk   Fundamente u einhäuptiges Gemäuer im Souterrain 920     Alter ca. 250 Jahre
Unterhaltung mittelmäßig

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
dieselben 1 stockiger 1873 umgebauter u vergrößerter Scheuer von gem Bauart unter Giebeldach mit eigener Wand angebaut 10.85
7.70
3.40
Dach 4.50
        1 1 Tenne
2 Bare
Dachplatten Stallwände von Stein sonst von ausgemauertem Fachwerk Zusammenhang mit dem Wohnhaus Fundamente sowie Tennen und Stallböden 1560      

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 6

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800 Seite 126
Haus 6 - obere/nördliche Hälfte Hans Michael Starck

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 6 - obere/nördliche Hälfte Hans Michael Starck

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800 Seite 127
Haus 6 - untere/südliche Hälfte Hans Stephan Wecker

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 6 - untere/südliche Hälfte Hans Stephan Wecker

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 6

Nachtrag zum Primärkataster, 1857-58

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1857-58; Haus 6 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1857-58; Haus 6

Nachtrag zum Primärkataster, 1873-74

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1873-74; Haus 6 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1873-74; Haus 6

Es fehlen noch folgene Einträge:
1926/174
1960/127
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
HZA Ba 115 Bd 1186 Amtsrechnungen 1811/12
HZA Ba 115 Bd 1194 Amtsrechnungen 1819/20