Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.4 in Verrenberg

Haus Nr. 4 in Verrenberg Haus Nr. 4 in Verrenberg Haus Nr. 4 in Verrenberg

Links: Karte von 1818, Haus 3 und 4
Mitte:Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833 zu Haus 3 und 4. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.    Rechts: Zeichnung von 1877
Kartenausschnitt 1818; Haus Nr. 3 und 4 Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 3 und 4 Kartenausschnitt 1877; Haus Nr. 3 und 4

Das Haus wurde vermutlich Anfang des 17.Jahrhunderts erbaut.


Die Bewohner

1823 tauscht Johann Ludwig Zöller, der bis dato hier lebte, diesen Hof mit (Johann) Matthäus Krämer.
(Johann) Matthäus Krämer lebte zuvor im Haus Nr.56 und bekam noch 750fl. Draufgeld.
In diesem Eintrag des Kaufbuches wird das auf diesem Haus ruhende Recht der Schäferei erwähnt!


Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wird als Eigentümer Matthäus Krämer genannt. Nach seinem Tod 1842 heiratet die Witwe 1845 Georg Matthäus Mugele aus Schwöllbronn. Diese Ehe blieb kinderlos.
Die Tochter aus 1.Ehe Luise Rosine Krämer heiratet Johann Michael Adam Bort, in dessen Besitz das Haus kam.
Nächster Eigentümer war dann dessen Sohn Johann Matthäus Bort. Durch die Heirat der Tochter Elise Pauline Bort mit Wilhelm Carle 1928, kam nun dieser auf den Hof.
1918 war bereits das neue Haus auf Flur Nr.3 erbaut worden.

Bauliche Entwicklung

1849 brennt die Scheune ab. Gemeint ist nicht die ans Haus angebaute Scheune, sondern ein Gebäude neben dem Haus Nr.6.
In der "Monatliche Übersichten über Brandfälle, 1849" (Hauptstaatsarchivs Stuttgart E 143 Bü 3008) heist es u.a.:

Zeitung 1849 Brand in Verrenberg Lezten Montag Abends zwischen 6.-7. Uhr ist in der Scheune des Demeinderaths Mathäus Mugele von Verrenberg ein Brand ausgebrochen und in wenigen Stunden war das Gebäude mit allen darinen befindlichen Vorräthen an Dinkel, und Roggengarben, Erbsen Büscheln, Stroh eingeäschert. Die Scheuer stand unten im Dorfe und 18 Rhute davon steht das Haus des Michael Jörg, das durch die Löschanstalten etwas beschädigt wurde.
Auf welche Weise dieser Brand entstanden, konnte nicht erhoben werden. Der Beschädigte versichert, daß an jenem Tag gar niemand in die mittelst eines Vorhängeschlosses wohlverwahrt gewesene Scheuer wozu er den Schlüssel in seiner Stube aufgehoben , gehommen sei, auch war kein Vieh oder Schwein stall darien und man vermuthet allgemein, daß irgend ein Bösewicht auf der hinteren Seite des Gebäudes zwischen der Mauer und dem Dach an einer Stelle, wo Erbsenbüschel aufbewahrt geweawn Feuer eingelegt haben könnte.
Der Verlust an Vorräthen, die nicht versichert waren, wird zu etwa 200f. angeschlagen. Die Scheuer ist mit 400f. in die Brand Versicherung gelegt und und es sind 15/16 Theile als zerstört angenommen worden, an dem Wohnhaus des Michel Jörg aber ist 1/20. zu Grund gegangen. Es hätte daher die Brand Versicherungscasse dem Mugele 375f. und dem Jörg 10f. Entschädigung zu leisten.
Dem Beschädigten Mathäus Mugele ist ein bemittelter Mann, erst seit 4.Jahren geheiratet, Vater eines Kinds, und ein gutes Prädicat.



In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johann Bort Ein zweistockiges Wohnhaus mit angebauter 1stockiger Scheuer von Stein und Fachwerk mit Giebeldachh 27,2'
25'
14'
17'

33'
42,5'
13,5'
17'
2.   2 1   1 gew. Keller
1 Brand..: Brauerei
2 Dachböden mit 2 Kammern
Ziegel Im ersten Stock Stein sonst gem. Fachwerk Backofen Fundament u. Sockelmauern --- 1050 (2050 inkl.Remise und Schweinestall) IV 1312 (2562 inkl.Remise und Schweinestall) alter Anschlag 1200f.(inkl.Remise und Schweinestall)
(1861)



1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein 2stockiges Wohnhaus am Klingenwiesenweg von gemischter Bauart unter Giebeldach, ohne eigene Wand an No. 4a angebaut"

1911 wurden im Haus zwei elektrische Glühlampen installiert.
1928 waren es dann bereits 5 elektr. Lichter.

In der Scheune, die neben dem Haus Nr.6 stand wurde ebenfalls 1928 eine elektr. Anlage mit 2 Glühlampen und einem 4PS Motor installiert.

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 4
Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 4

Es fehlen noch folgene Einträge:
1849-50/3
1876-77/192
1881-82/265
1920/74
1920/78
1927/38
1932/175
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Durchgreifende Gebäudeschätzungen, Gde. Verrenberg; Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 II / Bü 1452
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869