Verrenberg Historisch

Haus Nr. 4 in Verrenberg (An der Steige ..)

Haus Flur Nr. 4
Aufnahme von 2006
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1839; Haus Nr. 4
Urkataster von 1839
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 4
Karte von 1818

Lage des Haus im Ort

Aufnahme von 2006, für Details klicken

Aufnahme von 2006, für Details klicken

Aufnahme der Rückseite von 1992, für Details klicken

Aufnahme von 2006, für Details klicken



Die Bewohner

1799 übergab Johann Georg Zöller den Hof an seinen Sohn Johann Ludwig Zöller

Im Messbuch von 1818 wird Johann Ludwig Zöller als Besitzer genannt.

1823 tauscht Johann Ludwig Zöller, der bis dato hier lebte, diesen Hof mit (Johann) Matthäus Krämer.
(Johann) Matthäus Krämer lebte zuvor im Haus Nr.56 und bekam noch 750fl. Draufgeld.
In diesem Eintrag des Kaufbuches wird das auf diesem Haus ruhende Recht der Schäferei erwähnt!

Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wird als Eigentümer Matthäus Krämer genannt. Nach seinem Tod 1842 heiratet die Witwe 1845 Georg Matthäus Mugele aus Schwöllbronn. Diese Ehe blieb kinderlos.
Die Tochter aus 1.Ehe Luise Rosine Krämer heiratet 1865 Johann Michael Adam Bort, in dessen Besitz das Haus kam.
Nächster Eigentümer war dann dessen Sohn Johann Matthäus Bort. Durch die Heirat der Tochter Elise Pauline Bort mit Wilhelm Carle 1928, kam nun dieser auf den Hof.
1918 war bereits das neue Haus auf Flur Nr.3 erbaut worden.
Heutiger Eigentümer ist die Familie Otto Carle.

Bauliche Entwicklung

Vor dem Abbruch des Gebäudes gab es im April 1992 Untersuchungen durch die Denkmalpflege. Vermutlich wurde der Wohnteil um 1800 errichtet, der Rest des Gebäudes um 1840 verändert/erneuert.
Im Schätzungsprotokoll der Feuerversicherung von 1896 war es auf ein Alter von 150 Jahre geschätzt worden => also um 1750.

Skizze des Hofes No 4 in Verrenberg - 1896 Skizze links zeigt den Hof No.4 um 1896

1849 brennt die Scheune ab. Gemeint ist nicht die ans Haus angebaute Scheune, sondern ein Gebäude neben dem Haus Nr.6.
In der "Monatliche Übersichten über Brandfälle, 1849" (Hauptstaatsarchivs Stuttgart E 143 Bü 3008) heist es u.a.:

Zeitung 1849 Brand in Verrenberg Lezten Montag Abends zwischen 6.-7. Uhr ist in der Scheune des Gemeinderaths Mathäus Mugele von Verrenberg ein Brand ausgebrochen und in wenigen Stunden war das Gebäude mit allen darinen befindlichen Vorräthen an Dinkel, und Roggengarben, Erbsen Büscheln, Stroh eingeäschert. Die Scheuer stand unten im Dorfe und 18 Rhute davon steht das Haus des Michael Jörg, das durch die Löschanstalten etwas beschädigt wurde.
Auf welche Weise dieser Brand entstanden, konnte nicht erhoben werden. Der Beschädigte versichert, daß an jenem Tag gar niemand in die mittelst eines Vorhängeschlosses wohlverwahrt gewesene Scheuer wozu er den Schlüssel in seiner Stube aufgehoben , gehommen sei, auch war kein Vieh oder Schwein stall darien und man vermuthet allgemein, daß irgend ein Bösewicht auf der hinteren Seite des Gebäudes zwischen der Mauer und dem Dach an einer Stelle, wo Erbsenbüschel aufbewahrt geweawn Feuer eingelegt haben könnte.
Der Verlust an Vorräthen, die nicht versichert waren, wird zu etwa 200f. angeschlagen. Die Scheuer ist mit 400f. in die Brand Versicherung gelegt und und es sind 15/16 Theile als zerstört angenommen worden, an dem Wohnhaus des Michel Jörg aber ist 1/20. zu Grund gegangen. Es hätte daher die Brand Versicherungscasse dem Mugele 375f. und dem Jörg 10f. Entschädigung zu leisten.
Dem Beschädigten Mathäus Mugele ist ein bemittelter Mann, erst seit 4.Jahren geheiratet, Vater eines Kinds, und ein gutes Prädicat.


1850 sieht man im Nachtrag zum Primärkataster einige Veränderungen.
Das Haus wurde etwas kleiner, die Scheuren 4A und 4a etwas größer. Auch kam ein Backofen neu dazu.

Nachtrag Primärkataster von 1850

Nachtrag Primärkataster von 1850

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johann Bort Ein zweistockiges Wohnhaus mit angebauter 1stockiger Scheuer von Stein und Fachwerk mit Giebeldachh 27,2'
25'
14'
17'

33'
42,5'
13,5'
17'
2.   2 1   1 gew. Keller
1 Brand..: Brauerei
2 Dachböden mit 2 Kammern
Ziegel Im ersten Stock Stein sonst gem. Fachwerk Backofen Fundament u. Sockelmauern --- 1050 (2050 inkl.Remise und Schweinestall) IV 1312 (2562 inkl.Remise und Schweinestall) alter Anschlag 1200f.(inkl.Remise und Schweinestall)
(1861)

1877 wurde hinter dem Haus ein gewölbter Keller errichtet.

Nachtrag Primärkataster von 1877

Der Keller 2015

Der Keller 2015


1881 stellt Johann Michael Adam Bort den Antrag, seine Scheuer 4A zu vergrößern.
- 5 met. lang
- 10,65 met. breit
- 4,20 met Stockhöhe
- 7,15 met. Dachhöhe
von Stein und ausgemauertem Fachwerk



In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Bort Johann 2 stockiges Wohnhaus am Klingenwiesenweg von gem Bauart unter Giebeldach ohne eigene Wand an Nr 4a angebaut 7.15
7.20
Erdg 2.00
I.Stock 2.20
Dach 4.30
1 I.Stock   1 I.Stock
2 heizb. I.Stock
1 I.Stock   1 Remise mit Brauerei
1 geb Keller
Dachplatten Erdgeschoß von Stein sonst von ausgem Fachwerk Backofen mit Holzsparren, Dach unmittelbar über dem Backofen Fundamente u einhäuptiges Gemäuer und die steinerne Vortreppe 1680 IV 2100 Alter ca. 150Jahre
Unterhaltung gut
Unter neb Anschlag v 1600M inbegriffen ist ein Backofen ausgenommen das Gemäuer unter dem Herd Anschlag 150M
1 Brennkessel mit Kupfereinsatz Kupferhelm u Kühlgefäß Anschlag 60M

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Wohnhaus mit Scheuer
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 2 stockigem Wohnhaus mit Scheuer v gem Bauart unter Giebeldach 10.40
12.10
3.70
Dach 7.00
1 I.Stock 1 I.Stock       1 Tenne
1 Bare
Im EG 1 Viehstall
Im I.Stock Küchenvergrößerung
Unter Dach: 1 Bare 2 Kammern 1 Fruchtboden
Dachplatten Erdgeschoß von Stein sonst v ausgem. Fachwerk Zusammenhang mit dem Wohnhaus Fundament u einhäupt. Gemäuer im Erdgeschoß 2560 IV 3200 Alter 54 Jahre
Unterhaltung gut
Unter nebigem Anschlag von 2800M inbegriffen ist eine Dreschmaschiene ohne Putzapperat Anschlag 200M
2 Lederriemen (2.0,80 X 400) 24.80 - 60mm brt Anschlag 45M

1911 wurden im Haus zwei elektrische Glühlampen installiert.
1928 waren es dann bereits 5 elektr. Lichter.

In der Scheune, die neben dem Haus Nr.6 stand wurde ebenfalls 1928 eine elektr. Anlage mit 2 Glühlampen und einem 4PS Motor installiert.
2013 wurde das Haus abgebrochen.

Messbuch von 1818


Messbuch 1818

Der Eintrag im Primärkataster von 1839

Eintrag im Primärkataster von 1839; Haus 4
Eintrag im Primärkataster von 1839; Haus 4

Es fehlen noch folgene Einträge:
1849-50/3
1876-77/192
1881-82/265
1932/175
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Durchgreifende Gebäudeschätzungen, Gde. Verrenberg; Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 II / Bü 1452
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Bü 3593
Ortsarchiv Verrenberg: Messbuch von 1818