Verrenberg HistorischDie Familie Johann Bernhard Adam Layh
(1839-1886) in Verrenberg


Johann Bernhard Adam Layh will heiraten - 1860
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 14.Dezember 1860 liest sich das so:
Es erschien Johann Adam Bernhardt Lay 21 1/2 Jahre alt Sohn des Christoph Adam Lay von hier und trägt vor:
Ich habe mich mit der Johanna Christina, Tochter des Johann Samuel Apfelbach, Ziegmeister von Kochersteinsfeld Ehlich versprochen, und bitte daher meiner Verlobte in das hies. Activ Bürgerrecht aufzunehmen Behufs dieses Gesuchs hinterlegt Bittsteller einen von dem Gemeinderath Kochersteinsfeld beglaubigten Geburtsbrief vor:
wornach dieselbe ein gutes Prädikat und an Vermögen von ihren Eltern welche der vorangegangen Verlobung sich einverstanden erklärt haben 1800f. bekommt.
Bittsteller selbst darf an dem Gutskaufschilling 1800f. als Heurathgut abrechnen.
Da also der Nahrungsstand für gesichert erscheint und hierorts der Fall nicht zutrifft in welchem der Bürgerausschuß um seine gutächterliche Äußerung zu vernehmen wäre so wurde einstimmig
Beschlossen
Dem Bittsteller seiner Verlobten das hies. Bürgerrecht zu ertheilen mit dem Anfügen, daß wenn dem Bittsteller seiner Minderjährigkeit der noch aufzusuchenden Dispensation von höhere Behörde entsprochen wird.

Nachtrag links:
Dem Johann Adam Lay ist durch Regierungs Dekret vom 28.Dec. 1860 die Disperation von der Minderjährigkeit ertheilt worden und wird deshalb neben stehender Beschluß bestätigt und angesezt
a. dem Bräutigam
  für Nachtwache 6f.
  Feieraimer und Obstbäume 2f. 42x.
b. der Braut
  Bürgerannahme Gebühr 5f.
  Weißenhaus Gebühr 30x.
Summa 14f. 12x.

Johann Bernhard Adam Layh erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Heirat - 1860
In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: durch Geburt Annahme GeRaths Prot III bl 63
Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: 14.Dezember 1860
Bemerkung: Ist im Jahr 1862 nach Kochersteinsfeld gezogen ist wieder hierher gezogen

Johann Bernhard Adam Layh sind zurück in Verrenberg
Es wird ein Pfleger für die 3 Kinder und Ihr Erbe benötigt - 1869
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 24.Juni 1869 liest sich das so:
Die Johann Layschen Eheleute früher in Brezfeld wohnhaft, haben neueren Zeit ihren Wohnsiz hier genommen, allwo sie auch Bürgerlich sind und angekauft haben.
Die 3. Kinder derselben haben ein Groß Elterngut von 1070f.5x.
welches in Brezfeld Pflegschaftlich verwaltet wird, nun aber zur Tilgung der Kaufschillinge für die Güter welche der Pfleger Friedrich Görtz von Brezfeld für die 3.Kinder hier angekauft hat verwendet werden soll.
Der Gemeinderath Brezfeld, Vormundschaftsbehörde hat gegen dieses Vorhaben nichts einzuwenden, jedoch bemerkt, daß der Pfleger Görz von Brezfeld von seiner Verwaltung befreit und Absolviert werde.
Auf obiges wird nun
Beschlossen
Da die Johann Layschen Ehleute ihren Wohnsiz wieder hier bei ihren Eltern genommen und für die Kinder Güter angekauft wurden sind einen Pfleger für sie hier zu bestellen, zugleich demselben den Auftrag ertheilen, daß das bei Bierbrauer Diem in Brezfeld stehende Groß Elterngut nebst Zinsen zum Einzug zun bringen und dasselbe für die schuldigen Kaufschillinge sobald wie möglich zu verwenden habe.

Johann Leonhard Adam Layh wird gestraft, weil er eine Birke gefällt hat - 1873
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 23.April 1873 heist es:
Auf anbringung des Waldschützen Schanzenbach wurde Johann Lay wegen Umsegen einer Bürke welche auf dem Feldweg No.20 gestanden ist um 1.Thaler gestraft und in die Kosten welche durch den Untergang und Augenschein entstanden sind verurtheilt.
Lay hat die Strafe und die Kosten sogleich anerkannt und auf das Rekursrecht verzichtet

Johann Bernhard Adam Layh bekommt ein Zeugnis - 1873
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 28.April 1873 liest sich das so:
Dem Johann Lay auf verlangen des K. Oberamts wegen Hundeabgabe gefehrdung ein Zeugnis ausgestellt daß dieser
1. Ein Arbeitsscheier Mensch ist und ein Mangelhaftes Predikat hat
2. An Vermögen nichts besitzt da er vergandet worden ist
3. Vorstrafen, wegen Diebstahl vom Königl. Oberamtsgericht 20. Tage Arrest erstanden hat.
Weitere Vorstrafen seyen hier nicht bekannt da sich derselbe vorher in Kochersteinsfeld und Brezfeld aufgehalten habe, wird dort nicht besser abgelaufen seyn

Johann Bernhard Adam Layh - eine Klage wird durch Vergleich erledigt - 1873
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 30.Dezember 1873 heist es:
Klage des Georg Hofmann hier
gegen
Johann Lay beziehungsweise dessen Mutter Rosina Wittwe des Schulth. Lay
der Streitgegenstand wurde durch Vergleich erledigt

Johann Bernhard Adam Layh bekommt ein Zeugnis - 1877
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 05.März 1877 liest sich das so:
Auf Anordnung des Kl. Oberamts Gericht Oehringen dem Joh. Lay als wegen Diebstahl von 3.Kelterb…. In Untersuchung stehend folgendes GeRäthl. Zeugnis ausgestellt
1, Predikat ist ungünstig, da Lay nicht nur ein Arbeitsscheuer Mensch ist, sondern auch Genußsichtig, zu dessen Befriedigung er entweder schon manche Häusliche Bedürfniße verkauft oder auf irgend andere unordentl. Art die Mittel hiezu beigeschafft hat.
2. Vermögen besitzt er nichts, da er vor mehrere Jahr in Brezfeld gewohnt hat und daselbst vergandet worden ist, hat auch nichts zu hoffen, da ihm das in aussicht stehende Vermögen Testamentarisch entzogen ist.
3. Vorstrafen
  am 7. und 9. Dez. 1872 v. Kl. OberamtsGericht Oehringen wegen Diebstahl 18.Tage und 2.Tage Gefängnisstrafe.
  Vom Kl. Oberamt Oehringen wegen Hundeabgabegefehrdung ohne Beleg um 10M. 67
  Am 23. Juni 1875 v. Kl. OberamtsGericht Oehringen wegen Körperverlezung und Diebstahl 3.Wochen Gefängnis Strafe.

Johann Bernhard Adam Layh wird wegen Diebstahl junger Bäume gestraft - 1877
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 26.März 1877 heist es:
am letzten Samstag den 24.März d.J. hat Waldschütz Peter Schanzenbach den Johann Lay von hier auf der That erwischt daß er in dem gemeinschaftl. Wald des Schulth. Carle GeRath Mezger und Christ. Mezger jun. Bauer jung buchen Bäume ca. 36 stück ausgegraben hatte.
Der Verkaufswerth der Bäume wurde von den betheiligten zu 1M der Schaden aber zu 10M taxirt. Das Protokoll wurde dem Kl. Oberamt zur Verfügung zugestellt.

Johann Bernhard Adam Layh soll ein Loch vor dem Haus verfüllen - 1878
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 08.Februar 1878 heist es:
Bei der Aufnahme der Steine zur Ausbesserung der Straße etwa vor 8 Tagen, hat man wahrgenommen, daß vor dem Haus welches Johann Lay bewohnt und der Rosina Lay Wittwe gehört sich eine ca. 1Met. Tiefes Wasserloch befindet.
Nachdem man der Frau damals bis jetzt vergebens das Verwahren des Loches anbefohlen hat, wird dem Lay heute die Eröffnung gemacht, daß das Loch innerhalb 3. Tagen bei Vermeidung einer Strafe gehörige zu Verhütung aller Unglücksfälle zu Verwahren sei.


Nachtrag links.
Den 12.ten Febr. 78
Den Amtsdiener zur Fisitation veranlaßt, zeigte an, daß das Loch des Lay nun zugedekt sei

Johann Bernhard Adam Layh bekommt ein Zeugnis - 1879
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 12.Juni 1879 liest sich das so:
Auf Anordnung des Kl. Landgerichts Heilbronn wird dem daselbst wegen Diebstahl in Untersuchung stehenden Johann Lay Taglöhner hier folgendes zu bezeugen
Beschlossen:
1) Lay ist ungünstig Beleumundet, er hat sein Vermögen verschwendet wodurch er in Vermögensverfall und in Gant gekommen ist.
2) Die Militärverhätnisse sind bei einem Alter von 40 Jahren beseitigt, wurde zur Zeit, wo er pflichtig war als einziges Kind hiervon befreit.
3) Vorstrafen hat er folgende erstanden
  a) beim Oberamt Öhr am 7.Oktober 1872 18 Tage und 2 Tage Gefängniss Strafe.
  b) vom Kl. Oberamt Oehringen ohne Beil. wegen Hundeabgefehrdung mit 10M. 67
  c) vom Kl. OberamtsGericht Oehringen wegen Körperverletzung und Diebstahl 3. Wochen Gefängniß strafe.
Derselbe ist Taglöhner, ist aber durch einen Unglücksfall im Steinbruch hiezu beinahe untauglich, hat Frau und 4. Kinder im Alter von 5. - 17 Jahren er istgänzlich Vermögenslos bezahlt keine Staats Steuern, die Kinder haben etwas Großelterliches Vermögen mütterlicher Seits und werden von der jetzt noch lebenden Großmutter väterlicher Seits unterstützt.
Zur Zahlung etwaiger Kosten hat er keine Mittel.

Die Witwe Johanna Christina Lay will Miether los werden - 1879
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 22.August 1879 liest sich das so:
Von Schultheiß Carle wird vorgetragen, daßein in letzter Zeit in Bizfeld wohnhaft gewesener Zimmermann namens Julius Melchior von Kund..wiese in Preußen Landgericht Graudenz in das Haus welches der Christoph Lay's Wittwe gehört, und von dem Sohn derselben dem Johann Lay nebst Familie bewohnt wird in Hausmiethe einziehen wolle. Derselbe ist geboren am 22.Sept. 1835 legt ein von dem Langgericht Grandenz am 1ten Juni 1863 ausgestellten auf 1 Jahr gildigen Reisepaß vor.
Am 13.August 1879 ist von dem Stadtschultheißenamt Oehringen auf dem Reisepaß bezeugt daß Melchior mit Christina Sinn von Neufürstenhütten in der Zeit vom 16.Dezember 1862 bis 19.November 1877 daselbst gewohnt und mit dieser 2 Kinder im Alter von 17. und 11 Jahren erzeugt habe.
Weitere Legitimations Papiere legt Melchior vor
ein Zeugniß vom Stadtschultheißenamt Oehringen vom 17ten November 1877 wovon der obere Theil abgeschnitten ist.
Ein Zeugniß vom Schultheißenamt Bizfeld ist vorgelegt, vom 7.August 1879, daß er seit November 1877 daselbst in Hausmiethe gewesen und nichts nachtheiliges bekannt ist, es ist aber von der Ehefrau des Johann Lay hier dem Schulth. Carle mitgetheilt worden, daß die Bitzfelder Gemeinde resp. deren Ortsvorsteher auf auszug des Melchior deßwegen dringe, damit er nicht 2.Jahre daselbst wohne und den Unterstützungswohnsitz erwerbe.
Ueber dieß alles aber hat die Eigenthümerin des Hauses, Christoph Lay's Wittwe am 17.August d.J. zu Protokoll erklärt, daß Melchior ganz ohne ihr Wissen und Willen von ihrem Sohn aufgenommen worden sei und werde ihnen den sofortigen Auszug aufgeben wozu sie die Ortspolizeibehörde um Unterstützung bitte
In Erwägung daß
1. Der Reisepaß schon längst abgelaufen ist
2. Melchior mit einer Christina Sinn von Neufürstenhütte in Conkubonat lebte
3. Ein Zeugniß zur Täuschung vorgelegt
4. Die Gemeinde Bitzfeld schon in dieser Familie eine möglich werdende Unterstützung gesehen hat
5. Ein rechtmäßiges Unterkommen hier noch gar nicht gefunden hat
6. Da Lay welcher im Hause wohnt und sich erfrecht hat ohne Wissen seiner Mutter (der Eigenthümerin des Hauses) nicht gut prädecirt und umsomehr darauf zu sehen ist, daß nicht 2 gleicher Art, zusammenkommen so wird
Beschlossen
Den Melchior von dem Anzug hieher zurückzuweisen und hiegegen die nöthigen polizeilichen Vorkehrungen zu treffen.


Nachtrag links:
Nachdem sich Melchior gegen nebigen Ausweisungsbeschluß beschwehrt hat, jedoch von dem Kl. Oberamt zurückgewiesen wurde, zeigte der Hausbewohner Lay heute an, daß Melchior von ihm ausgezogen sei.
den 3.Dezember 1879

Johann Layh jun wird gestraft - 1883
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 04.Juli 1883 heist es:
auf Anzeige des Feldschützen Massa wurde Johann Lay ledig 14 1/2 Jahre alt wegen laufen über bestellte Äker gemäß §.368. Zif.9. des strafgesetzB. Um 2M gestraft.
Beil. No. 88

Die Frau des Johann Layh wird gestraft - 1883
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 11.Juli 1883 heist es:
wurde die Ehefrau des Johan Lay hier wegen laufen über bestellte Wiesen und Äker auf Anzeige des Feldschützen Massa auf Grund des §.368. Zif.9. des StrafgesetzB. Um 2M gestraft
Beil.No.89

Die Frau des Johann Layh wird gestraft - 1883
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 16.Oktober 1883 heist es:
wurde die Ehefrau des Johan Lay Tagl. V. hier auf Grund des deutsch. Straf.Ges.B. $.368. Zif. 5. um 3 M gestraft
Beil. No.92

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis aktiver Bürger ab 1828