Verrenberg Historisch

Haus Nr. 39 in Verrenberg 1818 Nr.41 (Turmgasse 3)


Skizze aus Bauplan 1877
Haus Nr. 39 in Verrenberg
Aufnahme von 1926

Aufnahme von 1957
Haus Nr. 39
Aufnahme von 2009
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 69
Aufnahme von 2009
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 39
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1839; Haus Nr. 39
Urkataster von 1839

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner


Gründung der Schäfereigesellschaft in Verrenberg - 1801
Mit dem Kauf der Schäfereigerechtsame des herrschaftlichen Hofs Schwöllbronn durch die Gemeinden Schwöllbronn, Unterohrn und Verrenberg, kam es in Verrenberg zur Gründung der Schäfereigesellschaft.
Verrenberg hatte 120 Schafe erkauft, die aufgeteilt in drei Klassen auf 70 Verrenberger aufgeteilt wurden.
Johann Georg Steinbach war in der 1.Klasse. Damit konnte er 3 der 120 erkauften Antheile in Anspruch nehmen. Dazu kam ein Beischlag von 3 Schafen. Damit konnte er 6 Schafe halten.
Diese Schäferei Anteile sollte ursprünglich auf Hof und Gut gebunden sein. Das wäre in seinem Fall das Haus Nr.39.
Diese Bindung wurde aber im Laufe der Jahre nicht mehr beachtet, so dass der Verkauf der Schäferei Anteile unabhängig der Liegenschaften erfolgte.


Vor 1808 hatten vermutlich die Eheleute Johann Georg Steinbach den Hof. Als diese in diesem Jahr beide (kinderlos) starben, war vermutlich Rosina Barbara Dietrich geb. Scheifler die Erbin.
Ihr Mann war bereits anfang des Jahres verstorben, so dass sie in 2.Ehe Johann Balthas Käppler heiratete.

Im Messbuch von 1818 ist Johann Balthes Käppler als Besitzer eingetragen.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wurde als Eigentümer eben dieser Johann Balthes Käppler genannt.



1849 verkaufte Johann Balthes Käppler Haus Nr.39, die Ölmühle Nr.38 und den größten Teil seiner Güter an seinen Sohn Johann Heinrich Käppler.
Da der entsprechende Eintrag im Kaufbuch sehr umfangreich ist, sind die Details auf einer seperaten Seite dargestellt.


Auflistung der Inhaber von Schäferei Gerechtsamen in Verrenberg - 1854
Johann Heinrich Käppler wird mit 9 der insgesamt 120 Anteilen aufgelistet.
Man sieht, dass die Anzahl der Anteile seit 1801 unverändert ist, wenn man die Anteile aller seiner Liegenschaften addiert.



Dieser verkaufte den Hof am 23.12.1861 an Professor Johann Adam Leber aus Karlsruhe, als er 1862 nach Öhringen zog (und im selben Jahr noch starb)?

Im Feuerversicherungsbuch von 1869 steht Gottlieb Zöller als Besitzer. Er dürfte bereits den Hof bereits 1862 gekauft haben.
Er wird auch beim Brand in der Nacht vom 30.06 auf 01.07.1872 als Besitzer genannt.
Da er bereits den Hof Nr. 56 hatte, ist zu vermuten, dass dieser Kauf eine Kapitalanlage darstellt.
Hat er den Hof selbst bewirtschaftet, oder verpachtet?

1876-77 wird dann Johann Christian Vollmer genannt. Er war aber erst am 25.Mai 1877 von Ohrnberg nach Verrenberg gekommen. 1880 wird Karl Friedrich Krenkler als Hausmiether genannt.
Er verkaufte den kompletten Hof am 06.Dezember 1887 an seinen Schwiegersohn Johann Debold um 9000 Mark. Dieser wanderte 1894 in die USA aus.
Neue Besitzer wurden H. Heimann aus Schwäbisch Hall und Heinrich Würzburger aus Öhringen.

Im Feuerversicherungsbuch von 1896 wird dann der Schreiner Karl Ehmann als Eigentümer genannt.
In einem Nachtrag von 1907 wird dann Johann Braun als Besitzer genannt.
Ihm folgte sein Sohn Eugen Braun, später dann dessen gleichnamiger Sohn Eugen Braun.
Heute wird der Hof von Rainer Braun bewirtschaftet.

Bauliche Entwicklung

Im Kaufvertrag vom 23.12.1861 heist es zur Scheune 39A: "Eine 4.barnigte Scheuer 1824 erbaut und 1850 vergrößert".

Zwischen 1818 und 1833 scheint es zudem, dass das Wohnhaus 39 vergrößert worden ist. Oder ist die Zeichnung von 1818 ungenau?

1850 wurde die Scheune 39A von 28,7 Q Ruthen auf 41,7 Q Ruthen vergrößert.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Gottlieb Zöller Ein einstockiges Wohnhaus von Stein u Fachwerk mit Giebedach nebst einem 3stockigen Anbau von Stein u Fachwerk mit Giebeldach und die einstockig Schweinställe von Stein u Fachwerk mit Pultdach 51'
30'
9'
20'

27'
13'
22'
9'

11,5'
9'
12'
4'
2.   2 1   1 gew. Keller
2 Dachböden mit 4 Kammern

Schweineställe
1 Kammer
1 Boden
1 Durchfahrt

Schweineställe
1 Rückentheil
Ziegel gem. Fachwerk

1 Stock Stein sonst gem. Fachwerk

Im Stockwerk Stein sonst gem. Fachwerk
Backofen

Haus Verbindung
Fundament gew. Keller u. Sockelmauern --- 2000

500

150
IV 2500

625

187,30
alter Anschlag 1475f./400f./100f.
(1866)
noch älterer Anschlag von ???? 1500f.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Gottlieb Zöller Eine einstockige Scheuer von Stein u Fachwerk mit Giebedach 102'
34,5'
14,5'
25'
          3 Tenne
3 Bare mit 2 einfach..
1 Doppelstall
Ziegel teils Stein gem. Fachwerk Haus Nähe Fundament u. Sockelmauern --- 3500 IV 4375 alter Anschlag 2800f.
(1861)

In der Nacht 30.6. - 01.07.1872 brennen das Haus und die Scheune ab.
Im Gemeinderatsprotokoll heißt es:
"Da aber seit 1849 drei Brände in der Gemeinde waren (letzter Brand Nacht 30.6. - 01.07.1872 die größte Scheuer des Ortes und das Haus, beides Gottlieb Zöller gehörig) hat sich die Gemeinde entschlossen eine Saugfeuerspritze ..."
Die abgebrannte Scheune baut er nicht hier, sondern an seinem elterlichen Hof Nr.56 wieder auf.
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Im Nachtrag des Feuerversicherungsbuch von 1869 ist vermerkt, dass 1874 das Wohnhaus ganz und der Anbau teilweise abgebrannt ist:
  "1874 das einstockige Wohnhaus mit dem Dach... vollständig, innerer Anbau theilweise abgebrannt".
Hatte es nach 1872 bereits 1874 wieder gebrannt, oder hat sich hier der Schreiber vertan?


1877 wurde Wohnhaus und Scheuer unter einem Dach neu erbaut.
  "Ein einstockiges Wohnhaus auf hohem Sockel von Fachwerk mit Giebeldach nebst angebauer Scheuer von Fachwerk mit Giebeldach aus 3.Giebeln".




Ein weiterer Nachtrag belegt, dass schon in der Nacht vom 28./29.Oktober 1880 die Scheune erneut abgebrannt ist!
Laut dem Feuerversicherungsbuch von 1896 wurde 1881 die Scheune neu aufgebaut.


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Karl Ehmann 1 stockiges 1881 erbautes Wohnhaus bei der Kirche von Fachwerk auf hohem Sockel unter Giebeldach 10,45
8,55
Ergd.
250
Dach
4,70
1 EG 1 EG 2 EG 1 EG   1 gewölbter Keller Dachp auf hohem Sockel
von ausgemauertem Fachwerk
Zusammenhang mit dem Stallanbau der gew. Keller
Die Mauern unter Fußboden des Erdgeschoßes
(Vorbem. Ziff 1 u 2) u die stein Vortreppen samt Geländer
3400     Alter 15 Jahre
Unterhaltung gut

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Karl Ehmann 1 stockiger Scheuer unter gleichem Dach, ohne eigene Wand angebaut 9,05
8,55
4,00
Dach
4,70
        1 1 Tenne
1 Bare
Dachplatten 1/3 v Stein
2/2 v vorgem Fachwerk
desgleichen Mauern unter Tenneboden eben u der steinerne Bodenbelag im Stall 1500      

1886-87 wurde dann zwischen Remise und Scheune ein Stall gebaut.





Hier eine Skizze, die die Situation 1896 zeigt.
Skizze Hof 39 1896 in Verrenberg
1897 zeigen sich die Gebäude unverändert, es wurde lediglich ein Teil des Gemüsegarten (wo früher die Ölmühle stand) an den Lehrer Pfeiffer verkauft.

1922 wurde nochmal die Scheune erweitert.

25.05.1974 Stallungen, Scheune, Schuppen und Silos werden durch einen Brand zerstört. Der Schaden wird auf ca. 300 000 DM geschätzt.

Vermessungen


Messbuch 1818

Urkataster 1839

Nachtrag zum Primärkataster, 1850-52

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1850-52; Haus 39 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1850-52; Haus 39

Nachtrag zum Primärkataster, 1876-77

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1876-77; Haus 39 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1876-77; Haus 39

Nachtrag zum Primärkataster, 1886-87

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1886-87; Haus 39 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1886-87; Haus 39

Nachtrag zum Primärkataster, 1897

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1886-87; Haus 39 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1886-87; Haus 39

Ergänzungskarte zum Primärkataster

Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 38
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Messbuch 1818
Ortsarchiv Verrenberg: B 70 Kaufbuch Bd.6
HZA Ba 115 Bd 1182 Amtsrechnungen 1807/08
Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 3277
Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 3291
Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 3573
Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 2958