Verrenberg Historisch

Haus Nr. 39 in Verrenberg (Turmgasse 3)

Haus Nr. 39 in Verrenberg
Aufnahme von 1926

Aufnahme von 1957
Haus Nr. 39
Aufnahme von 2009
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 69
Aufnahme von 2009
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 39
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1833; Haus Nr. 39
Urkataster von 1833

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner

Vor 1808 hatten vermutlich die Eheleute Johann Georg Steinbach den Hof. Als diese in diesem Jahr beide (kinderlos) starben, war vermutlich Rosina Barbara Dietrich geb. Scheifler die Erbin.
Ihr Mann war bereits anfang des Jahres verstorben, so dass sie in 2.Ehe Johann Balthas Käppler heiratete.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer eben dieser Johann Balthes Käppler genannt. 

Der Eintrag von 1850-52 zeigt, dass sein Sohn Johann Heinrich Käppler der nächste Besitzer war. An wen wurde der Hof verkauft, als er 1862 nach Öhringen zog (und im selben Jahr noch starb)?

Im Feuerversicherungsbuch von 1869 steht Gottlieb Zöller als Besitzer. Er dürfte bereits den Hof bereits 1862 gekauft haben.
Er wird auch beim Brand in der Nacht vom 30.06 auf 01.07.1872 als Besitzer genannt.
Da er bereits den Hof Nr. 56 hatte, ist zu vermuten, dass dieser Kauf eine Kapitalanlage darstellt.
Hat er den Hof selbst bewirtschaftet, oder verpachtet?

1876-77 wird dann Johann Christian Vollmer genannt. Er war aber erst am 25.Mai 1877 von Ohrnberg nach Verrenberg gekommen.
Er verkaufte den kompletten Hof am 06.Dezember 1887 an seinen Schwiegersohn Johann Debold um 9000 Mark. Dieser ging 1894 ebenfalls nach USA.
Neue Besitzer wurden H. Heimann aus Schwäbisch Hall und Heinrich Würzburger aus Öhringen.

Im Feuerversicherungsbuch von 1896 wird dann der Schreiner Karl Ehmann als Eigentümer genannt.
In einem Nachtrag von 1907 wird dann Johann Braun als Besitzer genannt.
Ihm folgte sein Sohn Eugen Braun, später dann dessen gleichnamiger Sohn Eugen Braun.
Heute wird der Hof von Rainer Braun bewirtschaftet.

Bauliche Entwicklung

Zwischen 1818 und 1833 scheint es, dass die Scheune 39a neu erbaut und das Wohnhaus 39 vergrößert worden ist. Oder ist die Zeichnung von 1818 ungenau?

1850-52 wurde die Scheune 39A von 28,7 Q Ruthen auf 41,7 Q Ruthen vergrößert (oder ganz neu gebaut?).

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Gottlieb Zöller Ein einstockiges Wohnhaus von Stein u Fachwerk mit Giebedach nebst einem 3stockigen Anbau von Stein u Fachwerk mit Giebeldach und die einstockig Schweinställe von Stein u Fachwerk mit Pultdach 51'
30'
9'
20'

27'
13'
22'
9'

11,5'
9'
12'
4'
2.   2 1   1 gew. Keller
2 Dachböden mit 4 Kammern

Schweineställe
1 Kammer
1 Boden
1 Durchfahrt

Schweineställe
1 Rückentheil
Ziegel gem. Fachwerk

1 Stock Stein sonst gem. Fachwerk

Im Stockwerk Stein sonst gem. Fachwerk
Backofen

Haus Verbindung
Fundament gew. Keller u. Sockelmauern --- 2000

500

150
IV 2500

625

187,30
alter Anschlag 1475f./400f./100f.
(1866)
noch älterer Anschlag von ???? 1500f.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Gottlieb Zöller Eine einstockige Scheuer von Stein u Fachwerk mit Giebedach 102'
34,5'
14,5'
25'
          3 Tenne
3 Bare mit 2 einfach..
1 Doppelstall
Ziegel teils Stein gem. Fachwerk Haus Nähe Fundament u. Sockelmauern --- 3500 IV 4375 alter Anschlag 2800f.
(1861)

In der Nacht 30.6. - 01.07.1872 brennen das Haus und die Scheune ab.
Im Gemeinderatsprotokoll heißt es:
"Da aber seit 1849 drei Brände in der Gemeinde waren (letzter Brand Nacht 30.6. - 01.07.1872 die größte Scheuer des Ortes und das Haus, beides Gottlieb Zöller gehörig) hat sich die Gemeinde entschlossen eine Saugfeuerspritze ..."
Die abgebrannte Scheune baut er nicht hier, sondern an seinem elterlichen Hof Nr.56 wieder auf.
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Im Nachtrag des Feuerversicherungsbuch von 1869 ist vermerkt, dass 1874 das Wohnhaus ganz und der Anbau teilweise abgebrannt ist:
  "1874 das einstockige Wohnhaus mit dem Dach... vollständig, innerer Anbau theilweise abgebrannt".
Hatte es nach 1872 bereits 1874 wieder gebrannt, oder hat sich hier der Schreiber vertan?
Vermutlich wurde es erst 1878 vom neuen Besitzer wieder aufgebaut.
  "Ein einstockiges Wohnhaus auf hohem Sockel von Fachwerk mit Giebeldach nebst angebauer Scheuer von Fachwerk mit Giebeldach aus 3.Giebeln".

Ein weiterer Nachtrag belegt, dass schon in der Nacht vom 28./29.Oktober 1880 das Haus erneut abgebrannt ist!
Laut dem Feuerversicherungsbuch von 1896 wurde 1881 das Wohnhaus neu gebaut.
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Karl Ehmann 1 stockiges 1881 erbautes Wohnhaus bei der Kirche von Fachwerk auf hohem Sockel unter Giebeldach 10,45
8,55
Ergd.
250
Dach
4,70
1 EG 1 EG 2 EG 1 EG   1 gewölbter Keller Dachp auf hohem Sockel
von ausgemauertem Fachwerk
Zusammenhang mit dem Stallanbau der gew. Keller
Die Mauern unter Fußboden des Erdgeschoßes
(Vorbem. Ziff 1 u 2) u die stein Vortreppen samt Geländer
3400     Alter 15 Jahre
Unterhaltung gut

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Karl Ehmann 1 stockiger Scheuer unter gleichem Dach, ohne eigene Wand angebaut 9,05
8,55
4,00
Dach
4,70
        1 1 Tenne
1 Bare
Dachplatten 1/3 v Stein
2/2 v vorgem Fachwerk
desgleichen Mauern unter Tenneboden eben u der steinerne Bodenbelag im Stall 1500      

1886-87 wurde dann zwischen Remise und Scheune ein Stall gebaut.

Hier eine Skizze, die die Situation 1896 zeigt.
Skizze Hof 39 1896 in Verrenberg
1897 zeigen sich die Gebäude unverändert, es wurde lediglich ein Teil des Gemüsegarten (wo früher die Ölmühle stand) an den Lehrer Pfeiffer verkauft.

25.05.1974 Stallungen, Scheune, Schuppen und Silos werden durch einen Brand zerstört. Der Schaden wird auf ca. 300 000 DM geschätzt.

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 39

Nachtrag zum Primärkataster, 1850-52

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1850-52; Haus 39 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1850-52; Haus 39

Nachtrag zum Primärkataster, 1876-77

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1876-77; Haus 39 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1876-77; Haus 39

Nachtrag zum Primärkataster, 1886-87

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1886-87; Haus 39 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1886-87; Haus 39

Nachtrag zum Primärkataster, 1897

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1886-87; Haus 39 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1886-87; Haus 39

Ergänzungskarte zum Primärkataster

Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 38

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
HZA Ba 115 Bd 1182 Amtsrechnungen 1807/08