Verrenberg HistorischDie Familie Friedrich Herb
(1816-1891) u.a. in Verrenberg

Friedrich Herb ist wohnsteuerpflichtiger Beisitzer
Im Verzeichnis der wohnsteuerpflichtigen Einwohner im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art und Zeit als Beisitzer:  
Art und Zeit des Austritt als Beisitzer: am 1.Februar 1876 durch Wegzug nach Loffenau

Georg Gottlieb Zöller klagt wegen eines Baumes - 1860
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" vom 24.August 1860 findet sich folgendes:
Es erschien Gottlieb Zöller von hier und trägt vor ich besize ein Grundstük im ...enweg worauf sich ein sehr schöner Apfelbaum befindet und sehr gute ...ten hat, diesen Baum hat mir Ludwig Hörger von hier dieses Frühjahr ohne meine Anweisung von oben im Gipfel herab veredelt, da ich und der Hörger keinen Auftrag zu diesem Geschäft geben habe so trage ich darauf an daß mir Hörger den Schaden für die Verstümplung dieses Baumes ersezt
Hörger wurde über vorstehendes verständigt gibt an neben diesem Grundstück des Klägers besizt Schullehrer Herb von hier einen Weinberg und ein Land und da hat mich der Schullehrer Herb angewiesen daß ich diesen Baum veredeln soll, wahrscheinlich wird derselbe noch nicht gewußt haben daß dieses Grundstück wo dieser Baum darauf steht nicht sein gehöre den er hat seine eigene Grundstücke die neben dem Klg liegen noch nicht lange erkauft.
Der Kl. soll sich also an den Schullehrer Herb wenden daß derselbe den Schaden ersezt. Ich bezahle nichts weil ich unschuldig an der sache bin.

Den Schullehrer Herb zur verständigung vorzuladen

Kläger und Bekl. haben sich miteinander verständigt weshalb ein weiteres verfahren zu unterbleiben hat

Ernst Herb wird wegen lärmens gestraft - 1868
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 01.Juni folgendes:
Nach einer Anzeige des Polizeidiener Weiß hat er am Pfingstsonntag Abend 5.Uhr den led. Ernst Herb von hier und den Knecht des Gottlieb Zöller in betrunkenem Zustande in dem Hause der Witwe Frank worin sie sich lärmend betragen haben angetroffen.
Ernst Herb von da auf heute Tagforth zur Vernehmung vorgeladen welcher in Persohn erschien.
Auf vorhalt gibt derselbe an:
Wir haben ein Fäßgen Bier mit einander getrunken woran des Zöllers Knecht, Christian Frank, Peter Frank, b. Thürmle, Peter Schanzenbach, Johann Bort gezahlt haben. Ich habe nicht trinken wollen Zöllers Knecht hat mich dazu nöthigen wollen, ich habe ihm das Glas zurück gestoßen und war dadurch zerbrochen. Zöllers Knecht sagte ich müße das Glas zahlen, was ich auch gethan habe. Zöllers Knecht hat über dies weiter mit mir ............ und gestritten dadurch ist nächtlich ein Lärmen entstanden
Beschluß
Da Herb sich in einem Festtage betrunken und lärmmend betragen hat in eine Strafe von 1.Taler verfällt.
Beklagter erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Rekurs

Auf Vorstehende Angabe wurde ferner vernommen
Des Zöllers Knecht Namens Adam Schmidtgall von Busch Gemeindebezirk Maienfels welcher am 31.Mai 1868 Abends 5.Uhr durch Polizeidiener Weiß verhaftet und bis zur Vernehmung auf heute in Arest gebracht wurde.
Derselbe gibt auf Vorhalt an die Burschn welche Herb schon angegeben hat, haben mich angegangen ich solle in Bitzfeld ein Faß ... Bier holen wir es miteinander zahlen, solches habe ich auch gethan wir haben dieses Bier in der Wohnung der Franks Wittwe welche aber nicht zu Hause war ausgetrunken, inzwischen hat mir Ernst Herb ein Glas zerschlagen, und durch dieses ist ein Lärmmen entstanden. Die übrigen Kammeraden waren alle ruhig. Weiter weiß ich nichts anzugeben als das das ich meine Mundharmonie beigebracht habe, wer aber damit gespielt hat weiß ich nicht
Beschluß
Da Schmidtgall zugestanden daß er das Bier geholt und dadurch ein Lärmen daraus entstanden ist über die erstandene Arrestierung noch in eine Strafe von 1.f. zu verfällen.
Der Schmidtgall erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Rekurs

Mornhinweg fährt über seinen Dinkel - 1868
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 14.Juli 1868 folgendes:
Heute ist erschienen Schulmeister Herb hier und hat folgende Beschwerde vorgetragen.
Schmidt Mornhinweg fährt im mit seinem Fuhrwerk über meinen Aker in der Staig welcher mit Dinkel angeblümt ist um Klee zu holen, ich bin zwar ein Fahrrecht zu leiden schuldig aber blos zur flürlichen Anblümen aber nicht so daß er beim Haber oder Winterfluhr nach belieben über meinen Anblümung den ganzen Sommer über mit dem Kleeholen gebrauch machen darf.
Ich verlange daß die Sache Gemeinderäthlich eingesehen und meinen durch diesen Unfug verursachten Schaden geschäzt und mir vergütet werde, auf einen Strafantrag will ich verzichten, zum Schadenersatz und Unkosten aber bitte ich den Mornhinweg zu verurtheilen.
An einer Anzeige des Klägers hat derselbe eine Uebereinkunft getroffen und seine Klage zurück genommen

Herb klagt gegen Carl Klaiber - 1869
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 14.Mai 1869 folgendes:
Heute ist erschienen Schulmeister Herb von hier und hat sich beschwert, daß ihm Carl Klaiber von hier über seinen Kartoffelaker in der Staig gefahren sei, wo er doch nicht berechtigt sei eine fahrrecht auszuüben, er bitte deshalb daß eine Deputation an Ort und Stelle berufen und Einsicht hierin genommen werden wolle, nach Erfund dieses bitte ich daß Klaiber wegen diesem ungerechten fahren mit einer Strafe gerügt werde.
Herb hat nachträglich erklärt, daß er auf eine Einsichtnahme und Bestrafung verzichte, er bitte aber daß Klaiber von solchem Unfug verwarnt werde und wenn er sich wieder etwas zu schulden kommen lasse dan Trage er auf ges. Bestrafung an
Dem Bekl. wurde vorstehendes mit dem Bemerken eröffnet, daß er sich fernerhin vor solchen Unangenehmlichkeiten enthalten zu habe

Herb klagt an - 1871
Im "SchultheißenAmtProtokoll" vom 25.April 1871 heist es:
Heute erscheint Friedrich Herb Schulmeister hier und trägt vor:
Ich besize im Distrikt Gaalberg einen Weinberg neben Christian Dahler und Carl Hägele ca. 1/2 Morgen in Meßgehalt welchen ich vor zwei Jahren mit Blauem Klee angeblümt habe, und sich sehr schön heran gebildet hat, so daß ich im vorigen Jahr einen sehr schönen Ertrag von ihm bezogen habe. Im Feb. Merz und Apr. d.J. so bald sich der Schnee entfernt gehabt hat. Ist einer der hies. Schäfer Pfisterer mit seiner Schafherde über diesen Kleee öfters gefahren, so daß der Klee jetzt ganz verdorben, und ich sehr wenig Ertrag mihr zu erhoffen habe. Dies kann ich mit 2.Zeugen beweisen und zwar durch den Johann Weber und jung Peter Frank von hier.
Daß er in meinem Klee auf und abgefahren ist, es ist mir ein großer Schaden mehere Jahre, ich bitte daher vorerst um eine Gemeinderäthliche Einsicht und nach Erfund dessen werde ich erst mir weitere Ansprüche an den Beklagten geltend machen
Zur Beurkundung
Mit dem Anfügen den Schäfer Pfisterer und dessen Sohn Gottlieb Pfisterer zu vernehmung der Klage vorgeladen
weiter Verhandelt den 27.Apr. 1871
Obenerwähnte Beklagter sind auf heute Tagforth zur vernehmung vorgeladen worden und sind auch in Persohn erschienen.
Dem Christian Pfisterer wurde der Vorhalt gemacht ob er mit seinem Schafvieh über dieses Grundstück gefahren sei gibt hierauf an:
Ich bin noch nie mahlen über dieses Grundstük weder die vergangenen Winter noch dieses Frühjahr gefahren, der Kläger sollenur Beweis liefern ob er oder sonst jemand gesehen hat oder bezeugen kann daß ich darüber gefahren sei, ich stelle es dem Kläger frei wenn er weitere Beschwerde auf seine Kosten erheben will, denn diese angeführte Klage gegen mich ist ganz grundlos weiter kann ich nichts angeben.
Dem Sohn Gottlieb Pfisterer wurde ebenfalls der Vorhalt gemacht ob er mit seiner Herde über dieses Grundstück gefahren sei und zu welcher Zeit?
Gibt hierauf an:
Ich habe mit meiner Herde im Monat Jan. d.J. den Tag kann ich nicht bestimmen auf dem Gaalberg welcher der hies. Gemeinde gehört geweidet. Beim hinauffahren habe ich den Staigerfuhrweg eingeschlagen als ich einstweilen auf dem Galberg war, habe ich erfahren, daß mir ein Mutterschaf Lammen will, und schon mehr dabei war.
Durch dieses weil es schon kalt gewesen um das Lamm zu retten habe ich den nächsten Weg zur Heimkehr eingeschlagen und über dieses Grundstück gefahren dies verhehle ich gar nicht, den ich habe gedacht dies bringe bestimmt keinen Schaden an diesem Klee weil er über 1.Fuß tief mit Schnee bedekt war irgend sonst aber hat meine Herde dieses Grundstück nie betretten weiter weiß ich nichts angeben
Beschluß
Dem Kläger von obiger Verhandlung zu benachrichtigen
Auf vorladen des Klägers erschien derselbe und gibt an:
Da wie es scheint weder die Zeugen die ich angegeben habe ungünstig gegen mich zeugen überhaupt stelle ich einen Schadenersatz da der hies. Gemeinderath in seiner Competenz nicht berechtigt ist ein Urtheil hierüber zu fällen, ich verzichte vorerst um eine Einsicht des Schaden betreffs und ich werde mich in diesem Falle an eine höhere Behörde dem diese Competenz zu Entscheidung bevorsteht wenden

Am 29. ist Schulmeister Herb wieder erschienen und hat wieder um eine Einsicht nachgesucht hierauf hat man den Gemeinderath Zentler und Zöller beauftragt sich an Ort und Stelle zu begeben und Einsicht von der Sache zu nehmen und den Erfund hievon wieder zu Protokoll zu erklären
Nach genommener Einsicht ist die Comission erschienen und hat erklärt:
Wir haben die Sache eingesehen aber wenig erfunden, unsers erachtens konnten schon vor einigen Monaten sich Schafe in diesem Klee befunden haben den man hat dann und wann einen Schaaf.... noch gesehen aber fast gänzlich schon verwittert ist.
Seitdem daß sich dieser Klee im wachsen befindet ist kein Spuhr weder an Treppen noch abge....... ...chsth... ersichtlich so viel ist ersichtlich daß sie viele Stöcklein darin befinden welche Wurzelkrank sind ob dies durch die Kälte oder Schaafvieh die Schuld trägt, können wir nicht beurtheilen, einen Schaden von dem abhüten in kurzer Zeit seitdem der Klee wächst haben wir nicht angetroffen
Beschluß
Da kein Schaden ersichtlich erscheint den Kl mit seiner Klage abzuweisen und ihn auf den Rechtsweg zu verweisen

Friedrich Herb jun. hat sich nicht in die Stammrolle eingetragen - 1873
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 19.April 1873 folgendes:
Schulmeister Herb von hier hat seinen Sohn Friedrich Herb welcher am 27.Okt 1853 geboren und im Jahr 1873 ins Militärpflichtige Alter eingetreten ist, gemäß der Aufforderung des Königl. Oberamts nicht zur Einschreibung in die Stammrolle rechtzeitig angemeldet und wurde deßhalb um 1.Thaler gestraft.
Auch wurde dem Schulmeister Herb aufgegeben daß er innerhalb 14 Tagen einen Geburtsschein von seinem Sohn beizubringen habe

Schulmeister Friedrich Herb hatte wohl finanzielle Probleme ... - 1873
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 03.Mai 1873 liest sich das so:

Auf Anordnung des Königl. Oberamts Gerichts wurde heute durch das Königl. Gerichts Notariat bei Schulmeister Friedrich Herb von hier Vermögens Untersuchung eingeleidet, und wurde von dem Gemeinderath vorgeschlagen zum Güterpfleger
Friedrich Schanzenbach
weiter lesen wir am 19.Mai 1873 folgendes:

Zur Vermögensuntersuchung des Schulmeister Herb, welche aber nicht wie oben am 3.Mai sondern erst am 15.Mai 73 statt gefunden hat, weil Herb die Tagfarth v. 3.Mai durch weggehen vereitelt hat, wurde von dem Gemeinderath folgendes Zeugniss ins K. Oberamtsgericht eingesendet.
1. Prädikat der Herbischen Eheleute mittelmäßig
2. woher der Vermögenszerfall kommt wurde folgendes erwähnt-
   a. zu große Ausgaben für die Kinder
   b. unnützer thörichter Einkauf v. Liegenschaften
   c. geringe Herbsterträge

Ernst Herb bekommt ein Zeugnis - 1874
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 03.September 1874 liest sich das so:

Dem Ernst Herb ein Zeugniss ausgestellt ans OA Gericht Heilbronn
1. Sitten: etwas Trunk und Händelsichtig, Vorstrafen, wie es Strafverzeichniss enthält.
2. Vermögen 0 hat auch nichts zu hoffen


Nachtrag:
Den 18.Mai 1875
Herb das gleiche Zeugniss ausgestellt
Am 24.Dez 1875 das gleiche dem Kl. Oberamtsgericht Heilbronn

Rosina Herb steht wegen Holzdiebstahl in Untersuchung - 1875
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 19.Januar 1875 liest sich das so:

Der Rosina Herb Schulmeisters Ehefrau auf Anordnung des K. Oberamtsgerichts wegen dem der Gemeinde entwendeten Holz folgendes Zeugniss ausgestellt.
1. Prädikat, es ist über sie schon verschiedenes über ihre Berechtigung hinausgreifend gesagt worden, beziehungsweise in Sachen welche nur auf Antrag zu verfolgen sind erwiesener Masen vonihr gesagt worden
2.Vorstrafen, wegen Feuerpolizeilichem Vergehen v. K. Oberamt Oehringen um 10f. ist aber auf 5f. begnadigt worden
3. Vermögen ca. 300f. im Gant gerettetes Weibs beibringen.
Gerade der Punkt 3. lässt vermuten, dass Friedrich Herb nach der Vermögensuntersuchung 1873 in Gant geraten ist.
Begriffserklärung:
"Gant bezeichnet den öffentlichen gerichtlichen Zwangsverkauf, namentlich der öffentliche Verkauf der Güter eines Überschuldeten".

Im Juli 1876 stellen die Verrenberger an das Königl. Gemeinschftl. Oberamt Öhringen/Weinsberg die Bitte:
"nach langem Unglück mit Lehrer Herb, die hiesige Schulstelle mit einem tüchtigen Lehrer in kurzer Zeit zu besetzen".

In einem Zeugniss für den Sohn Ernst heist es im Gemeinderatsprotokoll im Januar 1877:
"... 3. Vermögen nichts, hat auch nichts zu hoffen da die Eltern vor einem Jahr vermögenslos von hier weggezogen sind".

Ernst Herb bekommt ein Zeugnis - 1877
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 27.Januar 1877 liest sich das so:

Auf Anordnung des Kl. Oberamts Gerichts Heilbronn dem Ernst Herb folgendes GeRäthl. Zeugniss ausgestellt.
1. Sitten etwas Trunk und Händelsüchtig
2. Vorstrafen nach dem Strafverzeichniss 4
3. Vermögen nichts hat auch nichts zu hoffen da die Eltern vor einem Jahr vermögenslos von hier weggezogen sind.
4. Erwerbsverältnisse unbekannt da er schon längst von hier abgezogen ist
5. Militärverhältniss, Er....

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis der wohnsteuerpflichtigen Einwohner ab 1828