Verrenberg Historisch

Haus Nr. 34 in Verrenberg (Lindenweg 8)


Aufnahme 2005
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 34
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1833; Haus Nr. 34
Urkataster von 1833

Lage des Haus im Ort

Aufnahme 2005

Aufnahme 2005

Eine Zeichnung von 1917; Danke an Helmut Renninger


Das Haus Nr.34 gehörte zum "Sebold Lehen".

Die Bewohner

1574 ist in der Steuerliste ein Gilgen Gilg als Besitzer verzeichnet.

54 Jahre später, 1628, ist dann ein Georg Gilg auf dem Hof

Im Lagerbuch von 1684 (Seite 35a oben) ist Hannß Martin Beyerbach als Eigentümer einer öden Hofstelle eingetragen.

Hannß Georg Crämer wird als nächster Eigner mit dem Jahr 1722 aufgeführt.

Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.270) wird Hannß Georg Crämer als Eigentümer eines "öden Hofplatzes" genannt. Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
 1 Kreuzer, 2 2/9 Pfennig "an Geldt"

Vermutlich war es sein Sohn Georg Matthäus Krämer, der das elterliche Wohnhaus gegenüber abbrach und hier an neuer Stelle das neue Haus Nr.34 baute.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer sein Schwiegersohn "Alt" Mathäus Schanzenbach genannt. Er hatte den Hof 1800 übernommen.
Danach war dessen Sohn Georg Michael Schanzenbach auf dem Hof.

In einem Nachtrag des Feuerversicherungbuches steht 1872 als Besitzer dessen Sohn Georg Peter Schanzenbach. Scheinbar lebte dessen Bruder Christian Michael Schanzenbach zumindest zeitweilig auch im Haus.
Die Söhne von Georg Peter Schanzenbach waren in Heilbronn und Erfurth, so dass er das Haus seiner Tochter Rosine Karoline Schanzenbach übergab, die 1892 Johann Georg Wieland heiratete.
Die Tochter Emma Wieland heiratete 1924 einen Herrn Hermann Renninger aus Langenbeutingen.

Bauliche Entwicklung

Karte des heutigen Lindenweg in Verrenberg , 1818
Das neue Haus Nr.34 wurde nach 1740 (genauer Zeitpunkt ist noch nicht klar) an alter Stelle abgebrochen (alter Hausplatz gegenüber) und hier auf einem zuvor öden Hofplatz neu erstellt. Dort wurde wohl kurz vor 1740 oder in 1740 die neue Scheune erstellt. Vermutlich folgte das Wohnhaus kurz danach.

Im Lagerbuch von 1574 wird von einem steineren Haus, Scheune und Grasgarten gesprochen.

1628 steht im Lagerbuch ein Haus, eine Scheune und ein Graßgarten.

In den Lagerbüchern von 1684 und 1740 wird von einem "öden Hofplatze" gesprochen. Lediglich die Scheune von Hannß Georg Crämer stand hier.

An Wohnhaus und der angebauten Scheune scheint es seit 1818 keine grundlegenden Veränderungen gegeben zu haben.

Zeichnung Haus 34 1861 Verrenberg Bild links: Zeichnung von 1861
Im Schätzungsprotokoll von 1861 wurde die Höhe des Hauses noch mit 9 Fuss angegeben.

Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus

(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Michael Schanzenbach Ein zweistockiges Wohnhaus mit angebauter einstockiger Scheuer von Fachwerk mit Giebedach 33,5'
30'
15,5'
19'

21,5'
30'
15,5'
19'
2.   2 1 1 1 geb. Keller
2 Dachböden mit 3 Kammern

1 Tenne
1 Remise
Ziegel gem. Fachwerk Backofen
1 Giebel getäfert
Fundament Keller u. Sockelmauern --- 800

375
IV 1000

468,45
alter Anschlag 350f./200f.
(1861)

In einem Nachtrag steht, dass 1892 die vordere Hausseite und der Giebel neu von Stein gemacht wurden.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Wieland Johann Georg Hilfswärter 2 stockiges Wohnhaus in der Saugasse v gem Bauart unter Giebeldach 9.75
8.60
Erdg 2.20
I.Stock 2.50
Dach 5.00
2 I.Stock   2 I.Stock
3 Dachboden
1 I.Stock 2 EG 1 geb. Keller Dachplatten 1/2 Stein 1/2 ausgem Fachwerk zusammenhang mit der Scheuer Fundament 2640 IV 3300  

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 1 stockiger Scheuer unter gleichem Dach, ohne eigene Wand angebaut 6.10
8.60
4.50
Dach 5.00
          1 Tenne
1 Bare
1 Remise
Dachplatten der nördliche Giebel ist auf unausgemauertem Fachwerk vertäfert, sonst von ausgem Fachwerk   Fundament 800      


1911 wurde eine elektr. Anlage mit zwei Glühlampen eingebaut.

1914 wurde dann die Scheune 34a und der Schuppen 34b neu errichtet. Rosine Karoline Schanzenbach soll erzählt haben, dass der Sandstein für dieses Haus aus dem Verrenberger Steinbruch stammte.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 68 1574

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Hier steht heute das Haus 34, damals noch ein öder Platz

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 34

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hier steht heute das Haus 34, damals noch ein öder Platz

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 34

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 34

Nachtrag zum Primärkataster 1877

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1877; Haus 34

Nachtrag zum Primärkataster, 1914 - Ergänzungskarte zum Primärkataster

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1914; Haus 34 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1914; Haus 34

 

Quellennachweis.

Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869