Verrenberg HistorischSteinbruch in Verrenberg

 

Muschelkalk

Einen Muschelkalksteinbruch gab es zu keiner Zeit auf der Verrenberger Markung.
Das u.a. zur Ausbesserung der Wege notwendige Material wurde in Bitzfeld bzw. Weißlensburg beschafft.
Im 18.Jahrhundert wurde einer der drei Bitzfelder Steinbrüche von der Verrenberger Gemeinde bewirtschaftet. Dies ergibt sich aus einem Eintrag in den Bitzfeldern Gemeinderatsprotokollen.
In der Beschreibung des Oberamts Weinsberg steht dazu:
"Auf dem rechten und linken Ufer der Brettach zwischen Bitzfeld und Weislensburg sind 3 Steinbrüche. Der auf dem rechten Ufer gehört der Gemeinde Verrenberg, Fil. von Bitzfeld (O.A. Öhringen). Von den 2 auf dem linken Ufer gehört einer der Gemeinde Bitzfeld, einer einem Privatmann. Sie enthalten Kalksteine zum Chausseebau."
Unklar ist, wann und warum dieser wieder verkauft wurde.
1831 findet sich folgender Eintrag in den Gemeinderatsprotokollen:
Hätte die Common Vörrenberg 2.Ruthen Stainpruch erkauft von Küfermeister Conrad in Bitzfeld vor 16f. sage Zehn sechs Gulden und mit folchender Bedingniß und mußte in 2. Jahr aufgebrochen werden und von 1831 bis 1833 auf Jacobi mußte ausgeprochen sein.
Zu diesem Zeitpunkte musste als bereits der Muschelkalk erkauft werden. Übrigens 1 Ruthe entspricht etwa 286,5cm.

Sandstein

Während Muschelkalksteine aus den Steinbrüchen in Bizfeld und Weißlensburg herbei geschafft werden mussten, gab es im Ort einen Sandsteinbruch.
Dieser Sandstein wurde sowohl zum Haus-, als auch zum Straßenbau verwendet.
So wurde z.B. für das Haus Nr.34 mündlich überliefet, dass der dort verwendete Sandstein aus dem Verrenberger Steinbruch stammt.

Im Primärkataster von 1833 ist der Steinbruch im Flurstück 588 verzeichnet.
Als Eigentümer war damals Georg Peter Ilg eingetragen.
Karte des Steinbruch in Verrenberg 1833



Der Weg nach Bretzfeld soll hergerichtet werden - 1859
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 05.August 1859 findet sich folgendes:
Der fizinal Weg außerhalb des Obren Dorfes von hier aus gegen Brezfeld befindet sich zum Befahren bei ungünstiger Witterung oft sehr schlecht.
Hierüber hat man die Bürgerlichen Collegien zur Berathung Behufs zur Verbesserung des genannten Wegs aufgefordert um zu erklären wie und auf welche Weiße die Verbesserung geschehen soll.
Es haben daher nach längerer Berathung die Collegien einstimmig
Beschlossen
Diesen Weg von dem Ortswegmeister an im obern Dorf biß an die Brechhütte Caußemäsig herzustellen und zwar auf die Art.
Die Grund dieser Causierung soll von Sandsteinen welche von dem Steinbruch Lindelberg gut beizubringen sind genommen und später hin mit min einem Beschlag von Heuchelsteinen überworfen werden.
Was die Beifuhr des materials betrifft so soll vorerst 1.Ruth aufgeführt die Steine eingelegt und nach diesem was diese Ruthe erfodert der Ruthen nach im öffentlichen Abstrich verakodoert werden. Das was die Handarbeit betrifft, so soll ein Mann welcher die Sache ganz gut besorgen hat aufgestellt und im angemeßenen Taglohn festgesezt werden der betreffende hat aber ebenfalls mitzuarbeiten und die Taglöhner zum Geschäft fleißig anzuhalten auch das Material nach Besten zu verwenden suchen.
In Vorschlag wirde gebracht
Georg Schanzenbach von hier demselben wurde ein Lohn pro Tag ausgesezt zu 38x.

Christoph Gebhard hat Streit wegen eines Steinbruches - 1874
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 25.September 1874 folgendes:
Streitsache des Christoph Gebhard hier Kläger
gegen
Carl Haynle hier Forderung von einem gemeinschaftl. Steinbruch eingenommenen Beträge für Steine 20fl. betreffend. Wurde der Kläger da ein Vergleich nicht zu stande kam und der Betrag die Compedenz des Gemeinderaths übersteigt auf den Rechtsweg an das K. OberamtsGericht verwiesen

  1879 hatte dann Michael Schmelzle das Flurstück 588.
  Er trennte den Steinbruch ab und verkaufte diesen als Flurstück 588/1
an Christian Schumm, Bildhauer in Bitzfeld.

1880 wird Johann Spengler als Besitzer des Steinbruches genannt.

Der Verrenberger Steinbruch soll von der Gemeinde gekauft werden - 1902
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom Januar 1902 findet sich folgendes:
Gemeinderat Frank bringt zur Sprache, daß der auf hiesiger Markung gelegene Steinbruch der Wittwe Scheu von Bitzfeld Parz N. 588 3a 97qm Steinbruch im Lindenhölzle verkäuflich sei und wenn billig erwerben werden könne, er schlage vor diesen Steinbruch für die Gemeinde zu erwerben.
Beschluß
Die Herren Schultheiß Bort, Gemeindepfleger Mezger und Bürgerausschußobman Schenk zu beauftragen, mit der Wittwe Scheu in Bitzfeld bezügl. dieses Steinbruchs in käufliche Unterhandlung zu treten und diese Herren hiemit Vollmacht zu diesem Kauf zu erteilen, jedoch sich die Genehmigung des Kaufs vorzubehalten
Unklar ist noch, ob der Kauf zustande kam.


 

Quellennachweis.

Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Landratsamt Hohenlohekreis, Vermessungsamt Meßurkundenband 1878/79 Seite 228 und 229
Buch "750 Jahre Bitzfeld" von Hans Jörg und Rosemarie Grieb
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll