Verrenberg Historisch

Haus Nr. 54 in Verrenberg (Reblandstraße 13)


Aufnahme Nordseite von 2017

Aufnahme Südseite 1970er Jahre

Aufnahme Ende 1960er Jahre

Aufnahme von 1926; Sicht vom Bahndamm

Aufnahme von 1962; Sicht vom Golberg

Aufnahme Südseite aus den 1980er

Aufnahme Südseite Scheune aus den 1950er

Karte von 1818

Karte von 1855/56

Lage des Haus im Ort


Das Haus Nr. 54 blieb bis heute ein Doppelhaus, das in seiner ursprünglichen Struktur erhalten blieb.
Im Gegensatz dazu wurde die Scheune zumindest 1914 und 1945 abbrannten und danach neu aufgebaut wurden.

Bauliche Entwicklung

Allgemein:


1628 Gibt von seinem Hauß, Hof, Scheuren und ein Viertel Graßgarten ...

Zeichnung von Creuzfelder um 1670 -Haus 54 Im Lagerbuch von 1684 heist es:
zu unterst im Dorf Im Gäßlein ..

Die Zeichnung links stammt etwa aus dieser Zeit. Bei den zwei Gebäuden ganz links dürfte es sich um Scheune und Haus zum Hof Nr. 54 handeln.

Im Lagerbuch von 1740 (Seite 272) wird der Hof so beschrieben:
"Besitzt ein Söldners Güthlein, und dieses besteht in einem Hauß, Scheuren, Hofrecht, und 1/4tels Morgen Baum- und Graßgartten hinter der Scheuren, liegt Zwischen dem gemeinen Weeg und Thomas Waidmann, oben wieder Thomas Waidmann und unten Er Borth selbsten ansonsten zu unterst des Dorfs im Gäßlein gelegen."

Die Parzelle rechts vom Doppelhaus 54 (heute Gartenfläche) wird im Lagerbuch von 1740 (Seite 194) als öder Hausplatz bezeichnet. Hier muss also vor 1740 (vermutlich vor dem 30jährigen Krieg) ein Haus gestanden haben.


Das Haus:

Das genaue Baujahr ist nicht bekannt. Im Schätzungsprotokoll von 1896 wird das Ater auf 200 Jahre geschätzt. Diese Zahl darf man nicht überbewerten, soviel ist aber sicher, dass es deutlich vor 1800 gebaut wurde.
1808
wurde der Hof geteilt. Das geschah mit Haus und Scheune, vermutlich mit allen Gütern.

Auf den Zeichnungen von 1818 (Bild unten) ist das einstöckige, geteilte Haus und die geteilte Scheune zu erkennen.


1833 sieht man den seitlichen Anbau an der Scheune.


1834 lesen wir, dass Leonhard Hofmann seine Scheune neu gebaut hat.
Vermutlich war damit die nördliche Scheunenhälfte gemeint. Es könnte aber auch sein, dass beide Hälften neu gebaut wurden.
Bericht über den Neubau von Gemeinden Ba 95 Nr.268



1839 sieht man die 1834 neu errichtet Scheune.

1856 sieht man eine kleine Erweiterung an der südlichen Hälfte.



Es gab bis 1861 keine wesentlichen Veränderungen am Haus.


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1861 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Georg Hofmann

Leonhardt Schuhmacher
Wohnhaus 1stockig Giebelwände 22'
29,5'
10'
20'

20'
29,5'
10'
20'
1.

1
  2

1
1

1
--

1
2 Dachkammern
1 ... Keller

1 Dachstube
Breit Ziegel

Breit Ziegel
Riegelfachwände

Riegelfachwände
Backofen Fundament Sockelmauern --- 325

300
IV 406

375
alter Anschlag 625f.750f.
(18)

 

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Georg Hofmann

Johann Gebhardt
Ein zweistockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach 22'
29,5'
17,5'
20'

20'
29,5'
17,5'
20'
1

1
--

--
2

1
1

1
--

1
1 geb. Keller
2 Dachböden mit 1 Kammer

2 Dachböden mit 1 Kammer
Ziegel gem. Fachwerk

gem. Fachwerk
--

--
Fundament u. Sockelmauern --- 475

500
IV 593,45

625
alter Anschlag 325f./300f.
(1861)

Aus den Schätzungsprotokollen von 1861 und 1869 kann man entnehmen, dass in diesem Zeitraum das Wohnhaus um ein Stockwerk (2,15m) erhöht wurde (in beiden Haushälften).
Grundmaase und Dachhöhe blieben erhalten.


Hier eine Skizze aus dem Schätzungsprotokoll von 1896 zum Haus 54



Die nördliche Haushälfte:

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum nördlichen Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Dahler Christian, Bauer 2 stockiges Wohnhaus an der Bitzfelder Straße v. gem. Bauart unter Giebeldach, mit gemeinschaftl. Scheidwand an Wohnhaus No 54a angebaut 6.00
10.40
Erdg 2.30
I.Stock 2.50
Dach 5.50
2   2 Dachboden 1 I.Stock   1 geb. Keller
1 Schweinestall
1 Holzremise
Dachplatten Erdgeschoß von Stein, sonst von ausgem Fachwerk 0 Fundamente 2160 III 2160 Alter ca. 200 Jahre Unterhaltung mittelmäßig. Unter neb. Anschlag von 2120M inbegriffen ist eine steinerne Vortreppe, ausgenommen der Fundamente, Anschlag 40M
Zusätzliche Bemerkung:
Die verbrennbaren Teile des hinter dem Wohnhaus freistehenden Backofens sind nicht 40M wert.
Der Backofen wird auf Antrag des Besitzers der Versicherung ausgenommen.



1911 wurde eine elektr. Anlage mit zwei Glühlampen eingebaut.


Im Februar 1914 stellt Christian Dahler ein Baugesuch für einen Anbau an sein Wohnhaus. Nach dem am 26.Mai 1914 seine Scheune 54d und die der Nachbarnin Karl Knappenberger Witwe 54c abgebrannt sind, mus der Hausanbau erst einmal warten.








Im September 1922 führte der Schwiegersohn Johann Heinle die Pläne von 1914 weiter und baute ein Zwerghaus an.











Inzwischen ist das EG mit Steinen gemauert. Wurde das bereits 1896 gemacht?
Ihm Schätzungsprotokoll von von 1923 wird das Alter mit ca. 180J angegeben, damit wäre es um 1743 erbaut worden. Wie kamen die Gemeinderäte zu diesem Alter?

Zusammenfassung der baulichen Veränderungen

bauliche Entwicklung des Haus Nr54 in Verrenberg - 1808: zeigt wie groß die Stirnfläche des Hauses ca. war. Georg Michael Brand teilte in diesem Jahr auf. Die nördliche Hälfte ging an seinen Schwiegersohn Georg Leonhard Hofmann
- 1869: machte es der gleichnamige Sohn Georg Leonhard Hofmann zweistöckig.
- 1896: Erweiterung des Haus Richtung Osten durch Christian Georg Dahler.
- 1922: Anbau zweistöckiger Haus- und Abortanbau durch Johann Heinle. Es wurden auch bauliche Verbesserungen im EG durchgeführt.
- 2018: Abriss durch den neuen Eigentümer Herr Schmelzle




Bilder vom Abriss

Abriss der Nordseite 2018

Abriss der Nordseite 2018

Abriss der Nordseite 2018

Abriss der Nordseite 2018

Abriss der Nordseite 2018

Abriss der Nordseite 2018

Abriss der Nordseite 2018

Die südliche Haushälfte:

1869 wurde nicht nur die nördliche, sondern auch diese südliche Haushälfte von 1-stöckig auf 2-stöckig erhöht.
Zu vermuten ist, dass dabei oberhalb der Kellermauern alles neu gemacht wurde.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum südlichen Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Knappenberger Karl, Taglöhner 2 stockiges Wohnhaus an der Bitzfelder Straße von gemischter Bauart unter Giebeldach mit gemeinschaftlicher Scheidewand von Wohnhaus No.54b angebaut 6.00
8.50
Erdf 2.20
I.Stock 2.50
Dach 5.50
1 I.Stock   1 I.Stock
1 Dachboden
1 I.Stock 1 1 Holzremise Dachplatten Erdg. von Stein sonst von ausgem Fachwerk 0 Fundamente 1720 III 1720 Alter ca. 200 Jahre Unterhaltung mittelmäßig Unter nebigem Anschlag von 1720M inbegriffen ist eine hölzerne Vortreppe an der hinteren Seite mit Podest und Pultdach, im Anschlag von 20M
Zusätzliche Bemerkung:
Die verbrennbaren Teile des hinter dem Wohnhaus freistehenden Backofens sind nicht 40M wert.
Der Backofen wird auf Antrag des Besitzers der Versicherung ausgenommen.




Die Scheune:

Bericht über den Neubau von Gemeinden Ba 95 Nr.268 Bezieht sich dieser Scheurenneubau des Leonhard Hofmann (nördliche Haushälfte) von 1834 auf die ganze Scheune?
Bereits auf der Zeichnung von 1818 sieht man, dass auch die Scheune geteilt war.

Die nördliche Scheune:

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1861 sieht man einige Details zur Scheune 54AB
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Georg Hofmann Scheuer 1stockig Giebeldach 34,5'
33'
14'
20'
          1 Stall
1 Tenne
1 .emi.
Dachraum
Breit Ziegel theils Stein theils Riegelwände ge..... Wände Fundament bis Sockel... --- 600 IV 705 alter Anschlag 300f.
(18..)
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zur Scheune 54B
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Georg Hofmann Eine einstockige Scheuer von Stein u Fachwerk mit Giebeldach 34,5'
33'
14'
20'
          1 Tenne
1 Bare mit Remise u Stall
Ziegel Auf Stallhöhe u Anfang Stein, sonst gem. Fachwerk   Fundament u. Sockelmauern --- 600 IV 750 alter Anschlag 600f.
(1861)

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur nördlichen Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Dahler Christian, Bauer 1 stockige Scheuer von gem Bauart unter Giebeldach, mit gemeinschaftl. Scheidewand an die Scheuer No54c angebaut 9.80
9.50
4.20
Dach 5.90
        1 1 Tenne
1 Bare
Dachplatten Stallwände von Stein, sonst von ausgem Fachwerk zusammenhang mit No54c Mauern unter Tennenboden u der steinerne Bodenbelag im Stall 1600 IV 2200 Alter ca. 200 Jahre Unterhaltung gut


Im Tauschvertrag von 1881 zwischen Gottlieb Jäger und Christian Dahler steht zur Scheune 54B:
"... eine Scheuer mit 3 Barn nördlich 1865 neu erbaut".
Warum wird dann im Schätzungsprotokoll ein Alter von 200 Jahren angegeben? Nach obrigen Angaben wurde die Scheune 1834 erbaut, wäre also nach 31 Jahren neu gebaut worden.
In den Nachträgen zum Primärkataster ist kein Eintrag, der auf einen Neubau hindeutet. War vielleicht eine grundlegende Sanierung gemeint?

Am 26.05.1914 brannten beide Scheurenhälften ab.
1915 wurde die Beschreibung der nördliche Scheurenhälfte so geändert:
"Eine einstockige Scheuer von Stein und Fachwerk unter Giebeldach, freistehend"
Der Versicherungsanschlag betrug 4800 Mark.

Siehe weiter unten "Eine Scheune".

Die südliche Scheune:

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zur Scheune 54A
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johann Gebhardt Eine einstockige Scheuer von Fachwerk mit Giebeldach nebst ..teile mit Pultdach 22'
24,4'
12'
16'

22'
5'
7'
6'
          1 Tenne
1 Bare

1 geb. Keller

In der Baren Verlängerung
Ziegel gem. Fachwerk   Fundament u. Sockelmauern --- 200 IV 250 alter Anschlag 100f.
(1861)

1874 stellt Johann Gebhard den Antrag auf Scheuervergrößerung. Erkonnte sein Vorhaben aber erst 1877 umsetzen.
Bei der Bauschau 1874 wird angemerkt, dass der vorhandene Giebel schadhaft ist und erneuert werden muss. Er hatte wohl schon ein paar Jahre hinter sich. (Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 3919).





In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur südlichen Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 1 stockige Scheuer v Fachwerk unter Giebeldach, mit gemeinschaftl. Scheidewand an die Scheune No 54d angebaut 9.35
8.40
3.70
Dach 4.70
          1 Tenne
2 Baren mit 1 Remise und 1geb Keller
Dachplatten teils ausgemauertes teils geschiertes Fachwerk   Mauern unter Tennenbodenebene 1000 IV 1250 Alter 200 Jahre. Unterhaltung schlecht. Unter nebigem Anschlag von 1000M inbegriffen ist ein kleiner Tennenboden mit Pultdach, ausgenommen die Fundamente im Anschlag von 60M
1915 wurde der Versicherungsanschlag auf 0 Mark geändert.

Eine Scheune:

Am 26.05.1914 brannten beide Scheurenhälften ab.
Am Folgetag gab es im "Der Hohenloher Bote" einen kurzen Artikel.

Christian Dahler kaufte von seiner Nachbarin, der Witwe des Karl Knappenberger, ihre beschädigte Scheuer samt Brandentschädigung ab.
Als 'Ersatz wird eine neue, größere Scheuer neu erbaut.

1914: Die Zeichnung unten links zeigt den Grundriss. Diesmal war es aber keine Doppelscheune, je eine Hälfte für die zwei Familien im Doppelhaus, sondern wurde von Christian Georg Dahler alleine gebaut.
Hier der Nachtrag aus dem Vermessungsamt.
Hier das Baugesuch zum Neubau der Scheune.


1919 baute die Witwe des Karl Knappenberger südlich vom Haus eine kleine Scheune.



Christian Dahler stellt im Oktober 1911 das Baugesuch für den "Neubau eines Kellerhauses".
Laut Feuerversicherungsbuch (1896) wurde 1912 auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein freistehendes Kellerhaus von Stein mit offenem Schuppen und Giebeldach gebaut (Gebäudenummer 84).

Die Reste 2018


Haus Nr.54 in Verrenberg Links: Der Hof 1926.



Die Bewohner

noch ungeteiltes Haus:

Im Lagerbuch von 1628 (Seite 602a) wird Hans Borth als alleiniger Eigner genannt.
In einem Nachtrag sind dann sein Sohn Georg Borth und Schwiegersohn Hanns Hettenbach als gemeinsame Eigner eingetragen.
Vermutlich veerkaufte Hanns Hettenbach seine Hälfte 1636 an seinen Schwager Georg Borth und zog selbst auf den Hof Nr.61.

Im Lagerbuch von 1684 wird Georg Borth als  alleiniger Besitzer des Hauses genannt.
Die Scheune und den Grasgarten hatte er nur zur Hälfte. Die andere Hälfte hatte Albrecht Hettenbach. Er war zusammen mit Albrecht Hettenbach folgende jährliche Gülth schuldig:
"1 Faßnachtshun" und
"2 Sommerhüner"

Vermutlich ging der Hof auf den Sohn Georg Heinrich Bort über. Als dessen Frau 1731 starb, ging das Haus und die halbe Scheune auf den Sohn Johann Michael Bort über. Dieser hatte bereits 1728 den anderen Teil der Scheune und des Garten von Johann Peter Bort gekauft. Dieser war mit der Witwe des Albrecht Hettenbach verheiratet.
Vermutlich verkaufte das Ehepaar Johann Michael Bort den Hof, sicherten sich aber das Wohnrecht.


1740 ist Hannß Georg Bort auf dem "Söldners Güthlein", wie es im Bartensteiner Lagerbuch heist.Er hatte zur gleichen Zeit auch das Haus Nr.49.
Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
12 Kreuzer "Vor Eine Faßnachtshun" und
12 Kreuzer "Vor Zwey Sommer Hüner"

Nach ihm findet sich sein Sohn Johann Michael Bort auf dem Hof. Dieser verkaufte das Söldlein 1782 an seinen Schwiegersohn Georg Michael Brand.
Er ist es, der Haus und Scheune (ganzer Hof?) 1808 teilt.
Die nördliche Hälfte geht 1808 an den Schwiegersohn Georg Leonhard Hofmann, die südliche Hälfte 1821 an den anderen Schwiegersohn Johannes Gebhard.

1822 verkaufte die Witwe Anna Magdalena Brand größere Flächen des Hofes an ihren 3ten Schwiegersohn Michel Bayer aus Schwöllbronn um 1015fl.


Nördliche Haushälfte (an der Straße)

Georg Leonhard Hofmann erkaufte 1808 die nördliche Hälfte des Hofes von seiner Schwiegermutter Anna Magdalena Brand
1837 verkaufte Georg Leonhard Hofmann seine Haushälfte an seinen Sohn Michael Hofmann.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1837 wurden als Eigentümer Michael Hofmann genannt.

1841/43 verkaufte Michael Hofmann den Hof an seinen Bruder Georg Leonhard Hoffmann. War der Grund, dass Michael und seine Frau bereits vier tot Kinder zu beklagen hatten?

1855/56 wird in einer "Mess-Urkunde" als Eigentümer eben dieser Georg Leonhard Hofmann angegeben. Er und seine Frau starben 1893.

Ein Nachtrag im Feuerversicherungsbuch nennt 1874 nennt Gottlieb Jäger als neuen Besitzer.

Am 16.Juni 1881 tauschte Gottlieb Jäger seinen Hof mit Christian Dahler (Haus Nr.63). Dabei zahlt Christian Dahler noch 1575 Mark an Gottlieb Jäger
Die zu tauschenden Liegenschaften werden dabei so beschrieben:
Haus 54 nördl. Hälfte (alt Jäger):
- ein 2 stockiges Wohnhaus nördlicher Theil mit getr. Keller
- Backofen
- eine Scheune mit 3 Barn nördlich 1865 neu erbaut (Im Schätzungsprotokoll von 1896 wird aber ein Alter von 200 Jahren angegeben)
- es werden noch Äcker, Wiesen und Weinberge aufgezählt.

Haus 63 (alt Dahler):
- ein 1 stokiges Wohnhaus mit getrennten Keller
- Backofen
- eine Scheune mit 2 Barn
- es werden noch Hofraum und 2 Gemüsegärten erwähnt


Ab 1882 hatte Christian Dahler (senj) diese Haushälfte. 1893 war dann sein Sohn Christian Georg Dahler der neue Eigner.

Familie Johann Heinle vor Haus 54 in Verrenberg 1920 heiratete Johann Heinle aus Oberhöfen die Tochter Marie Dahler.

Das Bild links zeigt vlnr: Eliese, Mutter Marie mit Lore und Johann Heinle vor ihrem Haus.
Die Aufnahme dürfte um 1931 entstanden sein.

In den 1960er Jahren ging dieser Hof dann auf den Sohn Friedrich Heinle über. Nach der Geburt der Zwillinge 1966 baute er ein neues Haus. Diese Haushälfte verkaufte er an seine Schwester Marie Kiss.


Südliche Haushälfte (Richtung Feuersee)

1821 kaufte Johannes Gebhard die südliche Hofhälfte von seiner Schwiegermutter Anna Magdalena Brand

Südseite des Haus Nr.54 in Verrenberg Familie Strobel in Verrenberg Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurden als Eigentümer Johannes Gebhard genannt. Später ging diese Haushälfte auf seinen Sohn Johann Friedrich Gebhard über. Nach dessen Tod wird seine Witwe 1893 als Eignerin genannt (die Ehe war kinderlos).
Noch im selben Jahr verkaufte sie dann an Karl Christian Knappenberger. Vermutlich war erst der Vater und später der Sohn Karl Christian Friedrich Knappenberger auf dem Haus.

1916 wird dann als Eigentümer seine Witwe Christiane Rosine Knappenberger angegeben.
Nach dem Tod der Witwe Christiane Rosine Knappenberger 1919 ging die Haushälfte dann an die Tochter Frida Lina Knappenberger über. Sie lebte mit Ihrem Mann Gottfried Stein (1896-1981) ab 1921 hier in der südlichen Haushälfte.
Da Gottfried Stein seine Schreinerwerkstatt beim elterlichen Haus Nr. 9 hatte, machte er vermutlich in den 30er Jahren einen Häusertausch. Er zog in das Haus Nr. 9 und seine Schwester Johanna zog von dort her.

Als Johanna Stein dann 1939 den Witwer Eugen Strobel heiratet, kommt dieser Name auf das Haus. Das Bild rechts zeigt Herr und Frau Strobel mit Sohn Heinz.

Nach dem Tod von Eugen und Johanna Strobel wurde das Haus zuerst an die Familie Ziegler verkauft.
Die Familie Radloff lebte hier von 1986 bis 2000.
Heute wohnt hier die Familie Klenk.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628

Nst: Ba 55 / Bd 75; Haus 54

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 54

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 54

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 54
Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 54

Ergänzungskarte zum Primärkataster

Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 54

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628
HZA Ba 115/ 1183 Amtsrechnungen 1808/09
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 3919
Stadtarchiv Öhringen: Der Hohenloher Bote; 27.05.1914