Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.61 in Verrenberg

Links: Aufnahmen von ca. 1925 mit Johann Jakob Friedrich Ungerer und 2005    Mitte: Karte von 1818
Rechts: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Haus Nr.61 in Verrenberg ca. 1925 Kartenausschnitt 1818; Haus Nr. 61 Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 61

Haus Nr.61 in Verrenberg Haus Nr.61 in Verrenberg

Die Bewohner

Im Lagerbuch von 1628 ("Steuerliste" S.620a und 645a, jeweils oben) werden zwei Plätze getrennt beschrieben:
a) Seite 620a; Hier ist eine Hofstelle, an deren Stelle 1833 die Scheune des Hofes Nr.62 stehen.
 Als Besitzer ist ein Michel Schenckhel angegeben. Als nächster Eigner ist Hannß Michel Waidtmann eingetragen. Dieser hatte das Haus Nr.62.
b) Seite 645a; Hier die Hofstelle 61 selber. Als Besitzer ist Sigmund Eberlein eingetragen. Der nächste Eintrag dürfte der von Hans Hettenbach gewesen sein. Dann folgt Michel Kraft. Als letzter Eintrag steht Hannß Zentler.

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.36a) werden Hannß Zentler (Haus) und Hannß Michel Wiedtmann (Sommergärtlein, später Scheune 62) als Eigentümer genannt. An jährlicher Gülth musste er bezahlen:
1 Faßnachthun"
In diesem Lagerbuch von 1684 lesen wir, dass Hannß Zentler ein Haus gebaut hat, wo zuvor ein Gärtlein war. Hannß Michel Wiedtmann hatte den Teil des Grundstückes, wo früher mal ein Gebäude (1628 Hofstelle) gestanden hatte und nun ein Gärtlein war (1833 die Scheune zum Hof Nr.62).

Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.273) wird Hannß Georg Zentler als Eigentümer genannt. Er hatte 1720 den Hof übernommen. An jährlicher Gülth musste er bezahlen:
12 Kreuzer "Vor eine Faßnachthun"

Später ging der Hof auf den Sohn Johann Heinrich Zendtler über.
Vermutlich teilte er das Haus auf auf seinen Sohn Georg Michael Zentler und seinen Schwiegersohn Jacob Friedrich David Uz.

1813 verkaufte Jacob Friedrich David Uz seinen Hof an seinen Sohn Georg Friedrich Uz um 1000fl. War es ein halbes Haus, das hier verkauft wurde?
Georg Friedrich Uz wanderte 1817 nach Amerika aus.

1817 verkauften Georg Friedrich Uz und Peter Zöller ein Haus an Michael Ahles. War es das Haus Nr.61?


Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer Johann Georg Kipf genannt. Wohnte er hier seit 1816?

1846 verkaufte Johann Georg Kipf die Hälfte seines Söldner Guthes um 1050fl. an seinen Sohn Georg Michael Kipf.

Die uneheliche Tochter dessen Frau Rosina Catharina Kipf geb. Binhammer, Rosine Catharine Binhammer heiratete 1860 den aus Hahnenbusch stammenden Johann Friedrich Ungerer. Mit ihm kam nun der Name Ungerer auf den Hof.
Nach seinem Tod heiratete seine Witwe 1878 Johann Walther. Ab 1893 war dann sein Stiefsohn Johann Ungerer der neue Eigner.

Auch hier war der Sohn, Johann Jakob Friedrich Ungerer, der Hauserbe. Um 1939 wurde das Anwesen auf den Sohn Karl Friedrich Ungerer geschrieben.

Heute wohnt hier Karl Ungerer.


Bauliche Entwicklung

Die Häuser 61 und 62 in einer schematischen Darstellung Die Nummern auf dem Bild links beziehen sich auf die Zeit ab 1818!
Das Haus Nr.61 (roter Hintergrund) gehörte 1628 zu einem Hof, der damals an der Stelle der Scheune 62 (blauer Hintergrund) stand. Dessem Besitzer musste eine Abgabe geleistet werden. Auf der grün hinterlegten Fläche waren Haus und Scheune des Hofes Nr.62

Das Haus, von dem wir 1628 noch lesen, dürfte kurz danach (30jähriger Krieg, Pest) öde geworden sein.
1684 wird von dem Haus berichtet, das Hannß Zentler im "Graßgärtlein" neu errichtet.
1740 wird dann die angebaute Scheune genannt.

Im Lagerbuch von 1628 heist es.
"... Gibt von seinem Häuslein ..."

Im Lagerbuch von 1684 heist es.
"...Eine Hofstatt und Graßgärtlein worauf nehmblich das gärtlein iezo obig Zendtlers Hauß erbauet ...

und besitzen anirzo
   Hanß Zendtler daß Hauß so jetzt abgemelt und zu ernanter Hofstat gehörigem gärtlein erbauet.
   Hanß Michel Waidmann die benante Hofstat so vor Zeit auch ein Sommergärtlein.
"

Im Lagerbuch von 1740 heist es.
"... Ein Hauß und daran gebauthe Scheuren, Hofrecht und Graßgarten, davon das Haus und Scheuren auf den vormahlen gewesen Sommergärtlein erbauet worden, der öde Hofplatz aber zu dem Graßgärtlein liegen verblieben und wovon
   Hanß Georg Zendtler das Haus, Scheuren und Hofrecht
   Hanß Georg Wenninger aber obernamten Graß Gartten
besitzt...
"

Im Schätzungsprotokoll von 1861 wird die Höhe noch mit 10' angegeben. War das Haus da noch einstockig?

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Friedrich Ungerer Ein zweistockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach nebst einstockigen angebauter Scheuer ebenso 26'
31'
15,5'
16'

25'
31'
12,5'
16'
2.   2 1 1 1 geb. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern

1 Tenne
1 Barn
1 Remise
Ziegel gem. Fachwerk   Fundament Sockelmauern Kellermauern --- 850

350
IV 1062,30

437,30
alter Anschlag 450f./200f.
(1861)


1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein zweistockiges Wohnhaus in der Hillergasse von gemischter Bauart unter Giebeldach."
Der Versicherungsanschlag betrug 2120 Mark.

1902 heist es im Staatsarchiv Ludwigsburg (F 192 III Nr. 2052): Vergrößerung einer Scheuer
Nach 1925 wurde das Wohnhaus um ein Stockwerk erhöht.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628 (Haus 61)

Nst: Ba 55 / Bd 75; Haus 61

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628 (1833 steht hier die Scheune 62)

Nst: Ba 55 / Bd 75; später Scheune 62


Die Häuser 61 und 62 auf einer Zeichnung von 1670

Die Häuser 61 und 62 auf einer Zeichnung von 1670

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 61

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 61

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 61

 

Quellennachweis.

Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Nr. 2052
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869