Verrenberg Historisch

Haus Nr. 63 in Verrenberg (Am Hiller 4)


Aufnahme von 1926 aus Richtung Bahndamm
Das alte Gebäude

Aufnahme von 1962 aus Richtung Golberg
Das neue Gebäude

Aufnahme aus den 1920er aus Richtung Bahndamm

Diese Aufnahme zeigt die Gebäudestruktur seit 1927

Aufnahme von 2005

Plan von 1875
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 63
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1833; Haus Nr. 63
Urkataster von 1833

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner


Ganzes Haus:
Ursprünglich hatte Georg Zentler das ganze Haus.



Hälfte 1:

1799 verkaufte Georg Zentler eine Hälfte seines Gutes an Michael Braun (1766-1831).
Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurden als Eigentümer dieser Hälfte Michael Braun (1766-1831) genannt. Er hatte das Gut 1799 übernommen. Er starb 1831.
Als sein Sohn Michael Braun 1839 nach Bitzfeld heiratete verkaufte er seine Haushälfte an Johann Georg Weber, der damit das ganze (kleine) Haus bewohnte.

Hälfte 2:

Georg Zentler verkauft 1812 die zweite Hälfte von einem einstöckigen Wohnhaus und Scheuerle unten im Dorf um 300fl. an Georg Michael Weber.
Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurden als Eigentümer dieser Hälfte besagter Georg Michael Weber genannt.



Ganzes Haus:
Ein Abnährungsvertrag des Johann Michael Brumm zeigt, dass dieser 1846 bei Johann Georg Weber im Haus Nr.63 wohnte.

Nach Johann Georg Weber lebte seine Tochter Regina Magdalena mit ihrem Mann Georg Christian Dahler im Haus. Sie hatte den Hof 1857 um 300fl. übernommen

Am 16.Juni 1881 tauschte Gottlieb Jäger (Haus Nr.54, nördl. Hälfte) seinen Hof mit Christian Dahler. Dabei zahlt Christian Dahler noch 1575 Mark an Gottlieb Jäger
Die zu tauschenden Liegenschaften werden dabei so beschrieben:
Haus 54 nördl. Hälfte (alt Jäger):
- ein 2 stockiges Wohnhaus nördlicher Theil mit getr. Keller
- Backofen
- eine Scheune mit 3 Barn nördlich 1865 neu erbaut (Im Schätzungsprotokoll von 1896 wird aber ein Alter von 200 Jahren angegeben)
- es werden noch Äcker, Wiesen und Weinberge aufgezählt.

Haus 63 (alt Dahler):
- ein 1 stokiges Wohnhaus mit getrennten Keller
- Backofen
- eine Scheune mit 2 Barn
- es werden noch Hofraum und 2 Gemüsegärten erwähnt


Die Tochter von Johann Jäger heiratet 1900 Jakob Friedrich Knappenberger. Vermutlich lebten sie bis 1910 im Haus.
Im nächsten Nachtrag von 1910 ist dann sein Sohn Johann Gottlieb Jäger genannt.

Nach dem Tod von Johann Gottlieb Jäger war wohl eine Erbengemeinschaft da, die das Haus an die Familie Friederich vermietete.
1955 wurde das Haus dann an Frau Loise Neubauer und ihre Mutter verkauft. Durch die Heirat mit Georg Gauger kam nun dieser Name auf das Haus.

Heute wohnt hier die Familie Eisemann.

Bauliche Entwicklung

1850-52 wurde die Hoffläche etwas größer, das Wohnhaus und die Scheune scheinen sich aber seit 1833 nicht verändert zu haben.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Christian Dahler Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach 41'
19,7'
7'
12'
2.   1 2   2 Dachböden in 2 Abtheilungen
1 geb. Keller
Ziegel gem. Fachwerk Hausnähe Fundament Keller u. Sockelmauern --- 425 IV 531,15 alter Anschlag 200f.
(1861)

Im Juni 1875 reicht Georg Christian Dahler sein Baugesuch ein. Dort steht, dass die Hälfte seines Wohnhauses Nr. 63 abgebrochen ist und wieder neu aufgebaut werden soll. Im Verlauf des Baues kommt es zu einigen Problemen mit Handwerkern und deren Arbeit.
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In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus Teil 1 ("Altbau")
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Jäger Johann Schumacher 1 stockiges Wohnhaus in der Hillergasse v gem Bauart unter Giebeldach 6.00
5.65
Erdg 2.30
Dach 3.50
1 EG   1 EG 1 EG     Dachplatten ausgem Fachwerk nicht 4,29 z.d.v der Scheuer entfernt Fundamente 720     Alter ca.200 Jahre Unterhaltung mittelmäßig

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus Teil 2 ("Neubau von 1875")
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Jäger Johann Schumacher 1 stockigem erbauten Wohnhausanbau v gem Bauart ohne eigene Wand angebaut 5.80
5.65
Erdg 2.30
Dach 3.50
1EG + 1 Dachraum   1 EG       Dachplatten Umfassungsmauern von Stein, Giebel von ausgem Fachwerk nicht 4,29 z.d.v der Scheuer entfernt Mauern unter Fußboden des Erdgeschoßes (Verbm. Ziff. 2 920      

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Jäger Johann Schumacher 1 stockige Scheuer in der Hillergasse v gem Bauart unter Giebeldach 7.45
7.00
3.50
Dach 3.70
          1 Tenne
1 Bare mit
1 Stall
Dachplatten Stallwände von Stein sonst von teils geschliertem teils ausgemauertem Fachwerk   Mauern unter Tennebodenebene u der Bodenbeleg im Stall 920     Alter ca 200Jahre. Unterhaltung mittelmäßig. Unter neb Anschlag von 920M inbegriffen ist eine hölzerne Obstpresse im Anschlag von 20M


1928 beantragte Johann Gottlieb Jäger ein Baudarlehen von 4500M
1928 wurde ein Teil des Wohnhauses abgebrochen und an seiner Stelle ein größeres Haus errichtet.

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 63

Nachtrag zum Primärkataster, 1850-52

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1850-52; Haus 63 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1850-52; Haus 63

Nachtrag zum Primärkataster, 1923

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1923; Haus 63

Nachtrag zum Primärkataster, 1927

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1927; Haus 63

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
StAL F 192 III_Bue 3845 Dahler, Christian (kpl.)