Verrenberg Historisch

Haus Nr. 46 in Verrenberg (Golbergstraße 16)


Aufnahme aus den 1960er Jahren

Aufnahme von 2017

Aufnahme von 1907
Kartenausschnitt aus Karte von 1833; Haus Nr. 46
Urkataster von 1833

Lage des Haus im Ort



Die Bewohner

1815 verkaufte Jacob Bischoff sein Scheuerlein an Gottlieb Mugele um 185fl. Hatte er das Anwesen 1807 gekauft?

In den Amtsrechnungen von 1815/1816 steht auf Fol.91b: "Ernst Cronmüller, der von Jacob Bischoff 1 Haus um 160fl. erkaufte ..."
1816 verkaufte Ernst Cronmüller das Haus an seinen Sohn Jacob Friedrich Cronmüller.

1837 kaufte Jacob Utz das Wohnhaus von der Wittwe des Jacob Friedrich Cronmüller
Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wurden als Eigentümer Jacob Utz (46 Wohnhaus) und Johann Gottlieb Mugele (46a Scheune) genannt.

Am 16.April 1846 kaufte Jacob Utz die 1815 verkaufte Scheuer No.46 von Gottlieb Mugele um 180fl. zurück.
Jacob Utz kaufte 15.September 1846 den Hof Nr.12. Vermutlich verkaufte er gleichzeitig seinen bisherigen Hof an Johann Christoph Messer


Im Schätzungsprotokoll von 1861 wird Johann Christoph Messer als Besitzer genannt. 1875 übernahm sein Sohn Johann Peter Michael Messer eine Hälfte (B) des Hauses.


Haushälfte A:
1875 hatte Johann Christoph Messer noch diese Hälfte, nachdem er die andere an seinen Sohn verkauft hat. Er behielt diese, bis zu seinem Tod 1905

Haushälfte B:
Seit 1875 hatte der Sohn Michael Peter Jacob Messer diese Hälfte. Als er 1878/79 das Nachbarhaus Nr.45 kaufte, verkaufte er diese Hälfte an Christoph Michael Gebhard.
Nach seinem Tod 1885 versuchte die Witwe am 06.April 1885 den kompletten Hof zu verkaufen. Dabei konnte aber nicht das gewünschte Resultat erziehlt werden.
Am Folgetag verkaufte sie dann das Haus an Christoph Crist um 850 Mark.
Christoph Crist verkaufte am 18.Mai 1885 das halbe Haus an Georg Adam Schödel um 1000 Mark
Die Gebäude werden so beschrieben:
- 1 stockiges Wohnhaus mit getrennten Keller
- Backofen (abgebrochen)
- Scheune mit Geb No 46 unter einem Dach mit 2 Barn
- Brunnenanteil am Pumpbrunnen bei Geb No 47

Am 22.Januar 1887 verkaufte Georg Adam Schödel an Michael Schluchter das halbe Haus um 1320 Mark.


Im Feuerversicherungsbuch von 1896 werden Christian Michael Schluchter und Johann Christoph Messer als Besitzer jeweils eines Anteils des Hauses genannt.

Die Dunglage muss eingefriedet werden - 1903
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 17.August 1903 folgendes:
Dem Johann Heinrich u
Michael Schluchter
wird hiermit bei Strafvermeidung eröffnet daß sie ihre Dungerlage an der Ortsstraße innerhalb 3 Wochen mit einer Bretter oder Steinwand einzufrieden haben


1905 übernahm Christian Michael Schluchter auch den zweiten Anteil.

1911 heiratet Christian Müller die Tochter Christina Karolina Schluchter. Damit übernahm er auch das komplette Haus.
Sein Sohn Karl Müller war der nächste Bsitzer.

Bauliche Entwicklung

Von 1833 bis 1930 gab es keine größeren baulichen Veränderungen.

Im Schätzungsprotokoll von 1861 wurde die Höhe des Hauses noch mit 7,5 Fuss angegeben.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johann Messer Ein zweistockiges Wohnhaus mit angebauter einstockiger Scheuer von Stein und Fachwerk mit Giebeldach 23,5'
33,5'
16'
18'

24'
33,5'
14'
18'
1.   1 1   1 geb. Keller
1 Werkstadt
2 Dachböden mit 2 Kammern

1 Tenne
1 Stall
1 Lare
Ziegel der erste Stock Steine sonst gem. Fachwerk keine Fundament Keller u. Sockelmauern --- 1275 III 1275 alter Anschlag 675f.
(1861)


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
1.Schluchter Michael Taglöhner
2.Meßer Johann Händler
2 stockiges Wohnhaus am Ortsweg No 1 von gem Bauart unter Giebeldach, mit gemeinschtl. Scheidewand an No.46a die Scheuer angebaut 6,65
9,65
Erdg 2,40
1.Stock 2,30
Dach 5,40
1 EG Schluchter
1 I.Stock Messer
  1 I:Stock Schluchter
1 Dachb Schluchter
1 Dachb Meßer
1/2 I.Stock Schluchter
1/2 I.Stock Meßer
  Schluchter: 1 geb Keller; 1/2 Vortreppe u. Hauseingang; 1/2 Abtritt
Meßer 1 geb Keller; 1/2 Vortreppe u. Hauseingang; 1/2 Abtritt
Dachplatten Erdgeschoß Stein sonst von ausgem Fachwerk   Fundamente 1400
1080
    Alter ca. 200Jahre Unterhaltung mittelmäßig 1886 baulich verbessert
In beiden Anschlägen inbegriffen ist das gemeinschaftl. Abtritt

Das Haus war geteilt. Die Küche, Abtritt, Hauseingang und Vorplatz wurden gemeinsam genutzt.
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Schluchter Michael Taglöhner 1 stockiger Scheuer unter gleichem Dach mit gemeinschaftlicher Scheidewand angebaut 6,95
9,65
4,70
Dach 5,40
        1 1 Tenne
1 Bare
1 Remise
Dachplatten 1/2 Stein, 2/3 ausgem Fachwerk   Fundamente und einhaupt. Gemäuer sowie der steinerne Bodenbelag im Stall   III    

Hier einige Skizzen von 1896
Haus 46 1896 Verrenberg Haus 46 1896 Verrenberg Haus 46 1896 Verrenberg Haus 46 1896 Verrenberg


Vermutlich wurde 1930 der Scheunenanbau errichtet und dann 1921 das Haus aufgestockt.

Nachtrag zum Primärkataster von 1930


Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1939; Haus 46 Zeichnung von 1939

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 46
Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 46a

Situationsplan 1894 - zum Anlass des Neubaues des Haus Nr.42


Für eine vergrößerte Darstellung einfach auf das Bild klicken.

Es fehlen noch folgene Einträge:
1930/144
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Staatsarchiv Ludwigsburg: StAL EL 208 II_Bue 1018 Verrenberg, Oehringen (kpl.)
HZA Ba 115/ 1190 Amtsrechnungen 1815/16