Besitzer des Hauses Flurstück Nr.45 in Verrenberg
Auf der Urkatasterkarte von 1833 können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Rechts sehen Sie einen Ausschnitt aus der Katasterkarte von 1833.
Oben ist eine Aufnahme von 1918 (Ausschnitt einer Postkarte)
Im Hintergrund ist ein Dach (vermutlich einer Scheune) zu sehen. Dieses Gebäude muß nach 1876 errichtet worden sein.
Links ein Kartenauschnitt von 1876. Das kleine Gebäude links wird 1833 als "Waschhaus" bezeichnet.
1848 heist es, dass darin zwei Schweineställe seien.
Links: Aufnahme von vor dem Brand 1926. Daneben sind die Ausschnitte mit Personen vergrößert dargestellt.
Mitte: Otto und Frida Heinrich
Rechts: Grossmutter Frida mit Willi Heinrich
Die Bewohner
Um 1774 scheint das Haus im Besitz "Zweyen alten ledigen Weibs-bildern Regina
und Barbara Weberin" gewesen zu sein. Diese wollten, sobald eine von ihnen stirbt,
Johann Friedrich Weiß ihr Söldner Guth übergeben, damit "er sich sonach darrauf
verehelichen könne und der überlebenden Schwester nur den Ausding reiche".
Zum Verständniss: Seine Mutter war eine Schwester der beiden und er war schon seit mehreren Jahren als Dienst Knecht
bei seinen Baasen
Näheres dazu finden Sie in einem
Schriftwechsel vom 19.01.1774 zur Besetzung der Schulstelle in Verrenberg.
Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wird als Eigentümer
Friedrich Weiß, Sohn des ehemaligen Schulmeisters
Johann Friedrich Weiß, angegeben. Es scheint, als habe dieser, wie oben angegeben, das
Haus seiner beiden ledigen Baasen erhalten.
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Leider fehlen ein paar Seiten, bei Interesse bitte im Ortsarchiv nachsehen. |
1848 verkaufte Friedrich Weiß sein Haus an seinen Sohn Johann Friedrich Weiß.
Da dieser Sohn 1854 auswanderte, steht zu vermuten, dass der Hof
in diesem Jahr verkauft wurde.
Im Urkataster gibt es einen Nachtrag mit 1854 Hägele Carl.
Es handelte sich um Karl Friedrich Hägele, der 1857
Rosina Christina Zentler aus Verrenberg heiratete. Im Schätzungsprotokoll von
1861 ist er wieder erwähnt.
Karl Friedrich Hägele wurde 1871 vergandet, so dass er Haus und Hof verkaufen musste.
Im Nachtrag zum Feuerversicherungsbuch (1869) wird 1871 Philipp Heinrich Bühner als
neuer Besitzer genannt. Bereits drei Jahre später, 1874, ist Friedrich Jörg
als neuer Eigner eingetragen. nun dauerte es wieder nur drei Jahre bis er 1877 den Hof an seinen Schwiegersohn
Johann Philipp Heiner verkaufte.
Ging er mit seiner einzigen überlebenden Tochter und deren Mann Johann Philipp Heiner
1878 nach Öhringen oder blieb er bis zu seinem Tod
1899 auf dem Hof?.
Der Käufer war vermutlich Johann Martin Heinrich, er wird im Feuerversicherungsbuch von
1896 als Besitzer genannt. Nach seinem Tod wird dann
1914 sein Sohn Friedrich Gottlieb Heinrich als
Hofeigner genannt. Er starb 1917 im 1WK. Daraufhin übernahm sein Bruder
Friedrich Wilhelm Heinrich den Hof. Er lebte hier, bis am
17.Oktober 1926 das Haus abbrannte.
Bauliche Entwicklung
Auf der Zeichnung Creuzfelders von 1670 scheint dieser Platz unbebaut zu sein.
Von 1833 an gab es keine größeren baulichen Veränderungen, bis
1914 das alte Waschhaus abgerissen wurde und ein Schuppen sowie ein Scheunenanbau
errichtet wurden.
Im Schätzungsprotokoll von 1861 wurde die Höhe des Hauses noch mit 9,5 Fuss, und die der Scheune mit 13 Fuss
angegeben. Auch war nur ein Zimmer beheizbar.
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
| Name |
Beschreibung des Gebäudes |
Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile |
Versicher- ungs- anschlag |
Classe |
Umlage Capital |
Bemerkungen |
| Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke |
Länge, Breite, Höhe |
Gelaße |
Dachdeckung |
Umfassungs- und Giebelwände |
Feuergefährliche Einrichtungen |
als unzer- störbar |
wegen des Anspruchs auf Baubeiträge |
| heizbare Zimmer |
gegypste Kammern |
gewöhnliche Kammern |
Küchen |
Stallungen |
sonstige Gelaße |
| Karl Hägele |
Ein einstockiges Wohnhaus mit Scheune von Fachwerk mit Giebedach |
32' 25' 11' 16'
20,5' 25' 17,5' 7' |
2. |
|
2 |
1 |
1 |
1 geb. Keller 2 Dachböden mit 2 Kammern
1 Tenne 1 Remise |
Ziegel |
gem. Fachwerk
gem. Fachwerk |
|
Fundament u. Sockelmauern |
--- |
675
400 |
IV |
843,45
500 |
alter Anschlag 450f./200f. (1861) |
1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein einstockiges Wohnhaus bei der Kirche von Fachwerk mit Giebeldach"
Der Versicherungsanschlag betrug 1800 Mark.
In den Brandakten von 1926 steht:
Die Hausinstallation wurde im Mai 1915 ausgeführt. Der Motor wurde im April 1919 mit einem Licht in der Scheune aufgestellt,
demnach wurde zu der letzten Ausführung Kriegsware benützt.
An anderer Stelle heist es:
In der Scheuer befand sich ein Motor, welcher zum Dreschen und Futterschneiden benützt wurde.
Am 17.Oktober 1926 brannte dann Haus komplett ab. Es wurde nicht mehr an dieser Stelle aufgebaut.
Das Feuer war in dem an der Westseite der Scheuer angebaute Schuppen, in welchem ca. 150 Stück Reisigwellen gelagert waren ausgebrochen.
Von dort aus breitete es sich schnell über die mit Erntevorräten dicht gefüllte Scheuer und dem Wohnhaus aus.
In den Unterlagen der Feuerversicherung von 1926 wurde das Alter des Hauses auf ca. 330 Jahre geschätzt - d.h. es wäre um 1600 entstanden!
Was stimmt nun nicht die Zeichnung Creuzfelders oder die Schätzung des Alters?
Der Eintrag im Primärkataster von 1833
Nachtrag zum Primärkataster, 1914
Quellennachweis.
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Staatsarchiv Ludwigsburg: F 192 Bü 1710 - Brandfälle, Gde. Verrenberg 1926-1933
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869