Besitzer des Hauses Flurstück Nr.14 in Verrenberg
Links: Karte von 1818 Rechts: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833.
Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Das Schankrecht
Johann Ludwig Ebele bittet
1861 erfolgreich um die Erlaubnis, Brandwein brennen
zu dürfen. War er der erste, der dieses Recht auf diesem Haus ertheilt bekommen hat?
Der zweite Mann seiner Witwe,
David Karl Scholl führte dies weiter.
1874 beantragt
David Karl Scholl das Recht, seinen Brandwein selbst an Endkunden
verkaufen zu dürfen. Dies liest sich im Gemeinderatsprotokoll so:
David Scholl Küfer hier sucht um Brandwein Kleinverkauf nach, behufs dessen wurde demselben bezeugt
1) daß der nachsuchende ein gutes Predikat hat
2) daß gegen denselben keine der in der Gewerbeordnung §33. enthaltene Thatsachen vorliegen welche zum Bedenken veranlaßung geben.
3) ist nur ein Brandweinschenker welcher sein Gewerbe in Betrieb hat, hier. Welcher aber nicht eigenes Fabrikat hat, sondern künstlich bereiteten
Brandwein führt.
Dieß gibt Veranlaßung als ein Bedürfniß zu bezeichnen daß bei dem gegenwärtigen Getränkemangel ein guter Naturbrandwein zu haben ist.
Es wird deßhalb dieses Vorhaben dem K. Oberamt zur Genemigung empfohlen
Andere Wirtschaften in Verrenberg:
Speise Wirtschaft (Haus Nr.47 1842-1992)
Gassen Wirtschaft (Haus Nr.37 ab 1826)
Schildwirtschaft Sonne (Haus Nr.22 1623-19??)
Brandweinbrennerei (Haus Nr.28 vor 1845-????)
Die Bewohner
Gesamtes Haus:
Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.277) wird Johann Friedrich Braun als Eigentümer
genannt. Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
3 Kreuzer "an Geldt" und
12 Kreuzer "Vor Eine Faßnacht Huhn"
Seine Tochter Maria Margaretha Braun heiratete 1768
in 2ter Ehe Johann Georg Schukraft.
Dieser scheint dieses Haus nach seiner Hochzeit verkauft zu haben (hatte er bereits ein anderes?).
1769 ist dann Leonhard Steinbach als Besitzer vermerkt.
Seine Tochter Maria Catharina Steinbach heiratete
Georg Michael Bürkert.
Georg Michael Bürkert vermachte seinen Hof an seinen Sohn
Johann Peter Bürkert.
Linke Haushälfte:
Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer dieser Haushälfte
Peter Bürkert genannt.
Nach dem Tod von Peter Bürkert (1835) und seiner Witwe (1839) wurde die Haushälfte 1840 von den Erben an
Friedrich Gulde (aus Schwöllbronn) um 475fl. verkauft. Die 3 Söhne behalten sich den Sitz in der Kammer ob der Stube vor, so lange sie ledig sind.
1845 kaufte Johann Michael Bürkert (Sohn des oberen
Peter Bürkert) die Haushälfte von Martin Hoffmann um 600fl. Hatte es dieser
1840/41 von Friedrich Gulde erkauft?
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Leider sind im Moment nicht alle Seiten verfügbar, bei Interesse bitte selbst im Ortsarchiv nachsehen. |
1849 wurde aus der "Ganthmasse" (Zwangsversteigerung) des Johann Michael Bürkert die
Haushälfte an Baltas Käppler verkauft.
1859-60 steht im Nachtrag zum Primärkataster Johann Ludwig Ebele als Besitzer.
Er heiratete 1859. Da er und seine Frau nicht aus dem Ort stammten, steht zu vermuten, dass sie sich
im Jahr ihrer Vermählung hier einkauften.
Nach seinem Tod 1864 heiratet seine Witwe 1865
Johann David Karl Scholl.
Im Schätzungsprotokoll von 1869 wird David Scholl als alleiniger Eigentümer des ganzen Hauses genannt.
Rechte Haushälfte:
1818 verkaufte Georg Michael Lebhardt seine Haushälfte.
Käufer war sein Schwager Johann Philipp Bort.
Wann wurde die Haushälfte wieder verkauft? 1834 nach dem Tod von Johann Philipp Bort?
War Peter Bürkert der Käufer?
Bei der Erstellung des Urkatasters 1837 wurde als Eigentümer dieser Haushälfte
Johann Michael Zorn genannt. Er war der Schwiegersohn von Peter Bürkert.
Nach seinem Tod 1853 dauerte es wohl nicht mehr lange, bis der Hof zum Verkauf stand.
1859-60 steht im Nachtrag zum Primärkataster Philipp Bühner als Besitzer.
Er hatte nach der Scheidung von seiner 1sten Frau 1859 das Haus Nr.47 verkauft und
war hier her gezogen.
Im Schätzungsprotokoll von 1869 wird David Scholl als alleiniger Eigentümer des ganzen Hauses genannt.
Gesamtes Haus:
1913 wird im Feuerversicherungsbuch der Küfer Karl Scholl jun. als alleiniger Eigner genannt.
Acht Jahre später, 1921 ist dann Gottfried Kohler als Besitzer eingetragen.
Heute ist der Name Kneidinger auf dem Haus.
Bauliche Entwicklung
Johann Friedrich Braun hatte 1729 ein Stück Garten
von Jacob Wecker(?) gekauft, um hier sein neues Haus neu bauen.
Die Scheune 14a. wurde vermutlich erst später gebaut, da sie sonst im Lagerbuch von 1740 erwähnt sein müsste.
Der Küfermeister Johann Ludwig Ebele richtet 1861 im "Partere Stock" eine Brandweinbrennerei ein.
Bild links: Zeichnung von 1861
Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
| Name |
Beschreibung des Gebäudes |
Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile |
Versicher- ungs- anschlag |
Classe |
Umlage Capital |
Bemerkungen |
| Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke |
Länge, Breite, Höhe |
Gelaße |
Dachdeckung |
Umfassungs- und Giebelwände |
Feuergefährliche Einrichtungen |
als unzer- störbar |
wegen des Anspruchs auf Baubeiträge |
| heizbare Zimmer |
gegypste Kammern |
gewöhnliche Kammern |
Küchen |
Stallungen |
sonstige Gelaße |
| David Scholl |
Ein zweistockiges Wohnhaus aus Stein und Fachwerk mit Giebeldach |
45' 34,5' 18' 23' |
2. |
|
2 |
2 |
2 |
1 gew. Keller 2 Dachböden mit 4 Kammern 1 Werkstadt |
Ziegel |
der erste Stock Stein sonst gem. Fachwerk |
Backofen |
Fundament, gew. Keller u. Sockelmauern |
--- |
2200 |
IV |
2750 |
alter Anschlag 2200f. (1861) |
Über der Eingangstür des Wohnhauses findet sich folgende Inschrift im Sandstein.
Sie hatten wohl 1882 eine umfassende Renovierung des Gebäudes vorgenommen.
1892-93 war es dann Johann David Karl Scholl, der
die Scheune 14a erweiterte. Bis zum Abbruch 1972/73 gab es keine weiteren
Veränderungen.
Das Haus dürfte eines der ältesten noch erhaltenen Verrenberger Häuser sein.
1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein zweistockiges Wohnhaus von gemischtem Bauwerk unter Giebeldach (in den Jahren 1870, 1882, 1895 durchgreifend baulich verbessert)"
Der Versicherungsanschlag betrug 4600 Mark, darin enthalten war ein Brennkessel mit Kupfereinsatz (100Mark).
1911 wurden zwei elektrische Brennstellen eingerichtet.
1923 wird im Feuerversicherungsbuch eine Brauereieinrichtung erwähnt.
Auf der Aufnahme links (1926) sieht man das Wohnhaus (Nr.14) und die zugehörige Scheune (Nr.14a)
Das nächste Bild zeigt das Haus auf einer Postkarte von 1918.
Rechts sind Aufnahmen von 2005
Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Der Eintrag im Primärkataster von 1833
Nachtrag zum Primärkataster, 1859-60
Nachtrag zum Primärkataster, 1892-93
Ergänzungskarte zum Primärkataster
Quellennachweis.
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle